SpOn 27.11.2025
06:52 Uhr

Peru: Ex-Präsident Vizcarra wegen Korruption zu 14 Jahren Haft verurteilt


Er hat von Bauunternehmen Schmiergelder angenommen: Der ehemalige peruanische Präsident Vizcarra muss wegen Korruption ins Gefängnis. Er spricht von einem Racheakt.

Peru: Ex-Präsident Vizcarra wegen Korruption zu 14 Jahren Haft verurteilt

Ein Gericht in der peruanischen Hauptstadt Lima hat den ehemaligen Staatschef Martín Vizcarra wegen Korruption zu 14 Jahren Haft verurteilt. Neben der Haftstrafe verhängte das Gericht gegen den 62-Jährigen auch eine neunjährige Ämtersperre.

Während seiner Zeit als Gouverneur der Provinz Moquegua im Jahr 2014 hat Vizcarra bei der Vergabe öffentlicher Aufträge Schmiergelder in sechsstelliger Höhe von Baufirmen angenommen, so das Gericht. Vizcarra war von 2018 bis 2020 peruanischer Präsident.

»Das ist keine Gerechtigkeit, das ist Rache«, schrieb Vizcarra nach der Urteilsverkündung auf der Nachrichtenplattform X und fügte hinzu: »Aber sie werden mich nicht brechen. Die Antwort liegt in den Wahlurnen.« Er wies dabei auf die Kandidatur seines Bruders hin. Dieser bewirbt sich bei der Präsidentenwahl im kommenden Jahr und will ihn im Falle eines Wahlsiegs begnadigen.

Mehrere peruanische Ex-Präsidenten hinter Gittern

In Peru hatten fast alle Staatschefs der vergangenen 25 Jahre Probleme mit der Justiz. Im April wurde der ehemalige Präsident Ollanta Humala (2011–2016) wegen Geldwäsche zu 15 Jahren Haft verurteilt und im vergangenen Jahr wurde der ehemalige Präsident Alejandro Toledo (2001–2006) wegen Korruption zu einer Freiheitsstrafe von 20 Jahren und sechs Monaten verurteilt.

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Gegen den ehemaligen Präsidenten Pedro Castillo (2021–2022) läuft derzeit ein Strafprozess wegen eines versuchten Staatsstreichs. Gegen Pedro Pablo Kuczynski (2016–2018) wird wegen Korruption ermittelt. Der ehemalige Präsident Alan García (1985–1990 und 2006–2011) nahm sich 2019 das Leben, als die Polizei ihn wegen Korruptionsvorwürfen verhaften wollte.

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dtt/dpa/AFP