Der US-Zahlungsdienstleister PayPal tauscht nach einem schwachen Quartal und einem verfehlten Ausblick den Chef aus. An die Stelle von Alex Chriss tritt auf Geheiß des Verwaltungsrates ab März der bisherige HP Inc-Chef Enrique Lores. Das teilte der Konzern im kalifornischen San José mit . Das Kontrollgremium habe eine detaillierte Analyse vorgenommen und der Konzern sei mit seinen Fortschritten im Vergleich mit der Konkurrenz und der Branche nicht weit genug gekommen, hieß es zur Begründung. Chriss führte die Geschäfte seit September 2023.
Mit Lores erhofft sich PayPal eine führende Rolle in der innovationsstarken Branche. »Die Zahlungsverkehrsbranche verändert sich schneller denn je – angetrieben durch neue Technologien, sich weiterentwickelnde Vorschriften, ein zunehmend wettbewerbsintensives Umfeld sowie die rasante Beschleunigung von KI, die den Handel täglich neu gestaltet«, sagte Lores in einer Erklärung. PayPal stehe im Zentrum dieses Wandels, und er freue sich darauf, »die Umsetzung neuer Innovationen zu beschleunigen und die Zukunft digitaler Zahlungen und des digitalen Handels mitzugestalten«.
Gleichzeitig schockte Paypal die Anleger mit seinen Zahlen für das vergangene Quartal. PayPal steigerte den Umsatz in den drei Monaten bis Ende Dezember im Jahresvergleich um 4 Prozent auf 8,7 Milliarden US-Dollar, das bereinigte Ergebnis je Aktie stieg um 3 Prozent auf 1,23 Dollar. Die Aktie rutschte im frühen US-Handel um mehr als 18 Prozent ab. Die Papiere von HP Inc fielen um sechs Prozent.
Nachdem der Konzern das Gewinnziel im Jahresverlauf zweimal angehoben hatte, verfehlte Paypal nun auf Jahressicht die Prognosespanne beim bereinigten Ergebnis je Anteil. Analysten hatten sich auch mehr ausgerechnet. Für das neue Jahr geht das Management von einem Rückgang des Gewinns je Aktie im mittleren einstelligen Prozentbereich aus; bereinigt um Sonderposten dürfte er entweder im niedrigen prozentual einstelligen Bereich zurückgehen oder leicht steigen.
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