Da spaziert man nichts ahnend durch den Vatikan und hoppla, plötzlich steht der Papst vor einem: So erging es offenbar Punkrockerin Patti Smith. Wie sie selbst nun bei Late-Night-Talker Jimmy Fallon erzählt hat, war sie Ende Juli mit einigen Leuten in einem Gebäude im Vatikan unterwegs. Sie sei von einem Raum in den nächsten gegangen, berichtete die 79-Jährige: »Ich dachte, ich würde in einen leeren Raum gehen, und öffnete die Tür – und er stand dort und sagte: ›Hi‹. Und ich sagte: ›Whoa!‹ und habe mich hinter der Tür versteckt.«
Auf die ungläubige Nachfrage des Moderators bestätigte Smith, sie habe nicht erwartet, Leo XIV. dort zu sehen. Weiter erklärte die Sängerin, sie sei am Ende dennoch richtig glücklich gewesen. Der Papst sei »so stark und hat so viel Mitgefühl für die ganze Welt – man verspürt ein Gefühl der Hoffnung«, sagte sie.
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Sie habe mit dem Kirchenoberhaupt im Anschluss aber nicht über Religion gesprochen, erzählte Smith weiter. Stattdessen habe sie sich mit ihm über die Schwierigkeiten von jungen Leuten auf der ganzen Welt unterhalten. Dabei umgab die Sängerin offenbar eine ganz besondere Aura: »Man spürt eine Art gemeinsamer Spiritualität, aber ich habe keine Religiosität, kein Dogma oder Ähnliches wahrgenommen.«
»Ich konvertiere nicht – auch nicht für Sie«
Die Konversation habe sich schließlich auf ein weniger schweres Thema verlagert, führte Smith weiter aus, nämlich Baseball. Der Papst stammt, genau wie die 79-Jährige, aus Chicago. Allerdings: »Ich mag die Cubs, er die White Sox«, so Smith.
Papst und Punkrockerin im Vatikan
Foto: Vatican Media / IPA / ZUMA Press / dpaZum Abschied habe sie ihm gesagt: »Ich konvertiere nicht – auch nicht für Sie.« Die 79-Jährige gehört nach eigenen Angaben keiner Religionsgemeinschaft an, ist aber seit vielen Jahren mit dem Vatikan verbunden. Für dessen diesjährigen Biennale-Pavillon in Venedig sang sie zum Beispiel ein langes Mariengebet ein. Die Pionierin der amerikanischen Punkbewegung und Lyrikerin trat auch bereits bei einem der traditionellen Weihnachtskonzerte im Vatikan auf. 2013 begegnete sie Papst Franziskus am Rande einer Generalaudienz. Ende Juli empfing Leo XIV. die Sängerin dann in Privataudienz.
Patti Smith war Punkrockerin, New-York-Avantgardistin, Freundin von Bob Dylan, Bruce Springsteen und Susan Sontag. Im vergangenen November erschien ihr Buch »Bread of Angels. Die Geschichte meines Lebens«. SPIEGEL-Kulturredakteur Xaver von Cranach traf Smith in Berlin, um mit ihr darüber zu reden. Das ganze Gespräch lesen Sie hier: »Alle meine Männer sind tot, aber was soll man machen?«
