SpOn 29.11.2025
02:11 Uhr

Paris: Filminstitut schließt Kinosäle wegen Bett-Wanzen


Auf der Kinoleinwand lief »Alien« – auf Sitzen und Kleidung der Zuschauer liefen offenbar Bettwanzen: In Paris sorgen die Insekten erneut für Aufregung. Das altehrwürdige französische Filminstitut geht nun rigoros vor.

Paris: Filminstitut schließt Kinosäle wegen Bett-Wanzen

Zwei Jahre nach der Aufregung um Bettwanzen in Frankreich schrecken die Parasiten in Paris erneut die Menschen auf. Wie das altehrwürdige französische Filminstitut mitteilte, schließt es seine Kinosäle wegen Hinweisen auf Bettwanzen für einen Monat.

Um den Krabbeltierchen den Garaus zu machen, würden sämtliche Kinositze demontiert und anschließend mehrfach einzeln mit 180 Grad heißem Trockendampf behandelt, bevor sie systematischen Kontrollen durch Spürhunde unterzogen würden. Der Teppichboden werde mit derselben Sorgfalt behandelt, so das Filminstitut . Medienberichten zufolge sind die drei öffentlich zugänglichen Kinosäle des Instituts im Osten von Paris betroffen, sowie ein vierter Saal, der für besondere Bildungsveranstaltungen genutzt wird.

La Cinémathèque Française in Paris: Einen Monat lang bleiben die Kinosäle geschlossen

La Cinémathèque Française in Paris: Einen Monat lang bleiben die Kinosäle geschlossen

Foto:

Jacques Demarthon / AFP

»Man sah sie über die Sitze und Kleidung laufen«

Zu Hinweisen auf Bettwanzen in der Cinémathèque française kam es nach einem Bericht des französischen Senders RTL ausgerechnet nach einer Vorführung des Science-Fiction-Horrorfilms »Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt« (1979), bei der auch die an dem Kultfilm beteiligte US-Schauspielerin Sigourney Weaver vor Ort war. Mehrere Kinobesucher teilten im Internet Fotos der mutmaßlichen Wanzen und berichteten, sie seien bei der Vorführung am 7. November gebissen worden. »Man sah sie über die Sitze und Kleidung laufen«, sagte Kinobesucher Madani Bendjellal der Zeitung »Le Parisien«.

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Ausgangspunkt der Aufregung um Bettwanzen im Sommer 2023 waren ebenfalls Hinweise aus einem Pariser Kino. Anschließend meldeten Menschen verstärkt vermeintliche oder tatsächliche Wanzen auch aus Zügen und anderen Orten – oft begleitet von entsprechenden Fotos der mutmaßlichen Parasiten. Die Regierung in Paris warf später Russland vor, die Bettwanzen-Hysterie in Frankreich vor den Olympischen Spielen 2024 absichtlich in den sozialen Medien angefacht zu haben.

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Auch in Deutschland sind die vor Jahrzehnten noch quasi verschwundenen Wanzen wieder ein Thema, unter anderem durch das viele Reisen. Die Wanzen saugen Blut und leben in bewohnten, geschlossenen Räumen. Sie verstecken sich etwa in Betten, Möbelfugen oder Ritzen.

aar/dpa