Papst Leo XIV. hat sich hinter die scharfe Kritik der amerikanischen Bischöfe am harten Vorgehen der US-Behörden gegen illegal Eingewanderte gestellt. Er bezeichnete das Vorgehen als »extrem respektlos« und beklagte Vorfälle von Behördengewalt gegen Eingewanderte in den USA. Der Papst äußerte sich am späten Dienstagabend von seinem Zweitwohnsitz Castel Gandolfo aus vor Journalisten vor seiner Rückkehr nach Rom.
Um illegal Eingewanderte auszuweisen, gebe es ein Verfahren über Gerichte innerhalb des Rechtssystems, so der Papst. Zugleich versuchte er, für die US-Migrationspolitik unter Trump auch Verständnis zu zeigen. Papst Leo räumte ein, dass es in diesem System »viele Probleme« gebe, und fügte hinzu: »Niemand hat gesagt, dass die USA offene Grenzen haben müssten. (...) Ich glaube, dass jedes Land das Recht hat zu bestimmen, wer, wie und wann ins Land kommt.« Etwas anderes sei jedoch die Abschiebung von eingewanderten Menschen, die seit vielen Jahren ein »gutes Leben« in den USA führten.
»Wege finden, um Menschen würdevoll zu behandeln«
Die US-Bischofskonferenz hatte am 13. November in einer nahezu einstimmig beschlossenen Erklärung die von der Regierung Trump angeordneten Massenausweisungen von illegal eingewanderten Menschen verurteilt. Der Papst nannte diese Erklärung »sehr wichtig« und sagte: »Ich möchte alle Katholiken und alle Menschen guten Willens einladen, das aufmerksam zur Kenntnis zu nehmen. Wir müssen Wege finden, um die Menschen human und würdevoll zu behandeln.«
- »Wahllose Massenabschiebung«: US-Bischöfe kritisieren Trumps hartes Vorgehen gegen Migranten
- Bürgermeisterwahl in New York: Er ist der Hoffnungsträger der Linken – und Trumps liebster Gegner Von Nicola Abé, New York
- Einwanderungspolitik von Präsident Trump: US-Bischof übergibt Briefe von Migranten an den Papst
Auf der Konferenz hatten sich die US-Bischöfe in einer seltenen Erklärung ungewohnt hart über den Umgang mit Migrantinnen und Migranten unter Trump geäußert. »Wir lehnen die wahllose Massenabschiebung von Menschen ab«, hieß es in der Mitteilung der jährlichen Bischofskonferenz in Baltimore, »wir beten für ein Ende der entmenschlichenden Rhetorik und Gewalt«. Hier lesen Sie mehr zu der US-Bischofskonferenz.
