Pam Bondi, US-Justizministerin:
»Sie haben mir gar nichts zu sagen, Sie Versager von einem Anwalt. Sie sind ja nicht einmal Anwalt.«
Pam Bondi ist geladen – und es wird hitzig. Die US-Justizministerin muss sich wegen des Umgangs ihrer Behörde mit den Epstein-Files den Fragen eines Kongressausschusses stellen. Es geht um die Veröffentlichung von Daten der Opfer des Sexualstraftäters und das Schwärzen vermeintlicher Täter in den Millionen von Dokumenten. Und die Abgeordneten der Demokraten machen ihr das Leben sichtlich schwer.
Jerry Nadler, demokratischer Abgeordneter:
»Wie viele Täter wurden überhaupt von Ihnen untersucht?«
Pam Bondi, US-Justizministerin:
»Sie haben es doch gerade gezeigt.«
Jerry Nadler, demokratischer Abgeordneter:
»Wie viele haben Sie untersucht?«
Pam Bondi, US-Justizministerin:
»Hören Sie mal! Ich bin doch dabei, zu antworten.«
Jerry Nadler, demokratischer Abgeordneter:
»Antworten Sie mir!«
Pam Bondi, US-Justizministerin:
»Nein, ich werde die Frage so beantworten, wie ich sie beantworten will. Ihr Theater ist lächerlich. Vorsitzender Jordan, ich werde mich nicht auf das Niveau dieser Leute begeben. Aber ich werde die Frage beantworten.«
Jerry Nadler, demokratischer Abgeordneter:
»Wie viele haben Sie untersucht?«
Jerry Nadler, demokratischer Abgeordneter:
»Ich fordere meine Redezeit zurück.«
Pam Bondi, US-Justizministerin:
»Es ist sehr interessant, wenn er über ihre Anklage spricht. Der Präsident hat doch gesagt, dass sie zweimal angeklagt wurden. Okay, jetzt geht das Theater los.«
Die Taktik Bondis ist offensichtlich: Angriff ist die beste Verteidigung. Die Ministerin weicht Fragen aus und provoziert stattdessen lautstark, auch um die Redezeit der Fragesteller aktiv zu begrenzen.
Pam Bondi, US-Justizministerin:
»Das ist so lächerlich.«
Pramila Jayapal, demokratische Abgeordnete:
»Herr Vorsitzender, ich habe eine Frage gestellt. Ich fordere mehr Redezeit.«
Pam Bondi, US-Justizministerin:
»Ich werde mit meiner Antwort fortfahren. Ich lasse mich nicht auf das Niveau dieses Theaters herab.«
Bondi gibt Fehler zu: Dass stellenweise Namen von Opfern Epsteins »versehentlich« veröffentlicht wurden. Diese seien aber nach entsprechenden Hinweisen »umgehend« geschwärzt worden.
Pam Bondi, US-Justizministerin:
»Ich bedauere zutiefst, was jedes Opfer, jedes einzelne Opfer, durchgemacht hat, insbesondere durch dieses Monster. Wenn Sie Informationen über jemanden haben, der Ihnen Schaden zugefügt oder Sie missbraucht hat, dann wenden Sie sich bitte an das FBI.«
Die Beileidsbekundung richtet sich unter anderem an die Epstein-Opfer, die bei der Anhörung anwesend sind. Öffentlich für die Fehler ihrer Behörde entschuldigen will sich Bondi auf Nachfrage bei dieser Gelegenheit aber nicht.
Pramila Jayapal, demokratische Abgeordnete:
»Bitte heben Sie Ihre Hand, wenn Sie noch immer nicht mit diesem Justizministerium sprechen konnten.«