Charles de Gaulle, John F. Kennedy – und bald Donald J. Trump? Weltweit werden Flughäfen nach Staatsoberhäuptern oder anderen wichtigen Politikern benannt. Im US-Bundesstaat Florida könnte nun schon bald auch dem amtierenden US-Präsidenten diese Ehre zuteilwerden.
Der internationale Flughafen von Palm Beach in Florida soll nach Trump benannt werden. Das Parlament von Florida billigte am Donnerstag ein Gesetz zur Umbenennung des Flughafens.
Die republikanischen Abgeordneten unterstützten den Gesetzentwurf weitgehend, während die Demokraten die Umbenennung ablehnten. Der Entwurf geht nun an den Gouverneur von Florida, den Republikaner Ron DeSantis. Er hat sich noch nicht dazu geäußert, ob er ihn unterzeichnen wird.
Markenanmeldungen der Trump-Organisation
Auch in Deutschland werden Flughäfen nach Politkern benannt: nach Franz Josef Strauß in München, nach Willy Brandt in Berlin, nach Konrad Adenauer in Köln/Bonn oder nach Helmut Schmidt in Hamburg. Bei Flughäfen und Straßennamen ist es hierzulande aber grundsätzlich üblich, eine Umbenennung erst nach dem Tod der Person vorzunehmen. So soll Personenkult verhindert werden, außerdem lässt sich in der Regel erst nach dem Tod das Wirken einer Person vollständig würdigen.
In den Florida könnte es aus Sicht einiger demokratischer Politiker bei der aktuellen Umbenennung aber noch um etwas anderes gehen, wie der Sender CNN berichtet. Sie haben demnach die Sorge, dass die Familie Trump von der geplanten Namensänderung profitieren könnte. Ein Unternehmen, das die Lizenzen und Markenrechte für die Trump-Organisation verwaltet, habe bereits mehrere Markenanmeldungen im Zusammenhang mit der möglichen Umbenennung vorgenommen, heißt es. Eine Direktorin der Organisation wies laut dem Bericht allerdings zurück, dass durch die Umbenennung Geld in Richtung der Trumps fließe.
Im vergangenen Jahr hatte Florida bereits ein Grundstück in der Innenstadt von Miami für die Präsidentenbibliothek von Donald Trump zur Verfügung gestellt. Trump stammt aus New York. 2019 zog er jedoch nach Florida und hat nun seinen Hauptwohnsitz in seinem Anwesen Mar-a-Lago in West Palm Beach.
Auch die Trump-Regierung selbst hat bereits Orte umbenannt – und etwa aus dem Golf von Mexiko den Golf von Amerika gemacht. Den höchsten Berg Nordamerikas, den Denali in Alaska, benannte sie per Dekret wieder in Mount McKinley um.
Lesen Sie hier zu dem Thema ein Interview: Darf Donald Trump jetzt alle Orte umbenennen?
