SpOn 20.02.2026
08:12 Uhr

Paläontologen finden Knochen eines riesigen Fischjägers: Liegt ein Dinosaurier in der Sahara


Zehn Meter lang, ineinandergreifende Zahnreihen und ordentlich Appetit auf Fische: Paläontologen haben im Saharasand Überreste eines riesigen Urzeitjägers gefunden. Den Studienleiter stellt ihn sich als »Höllenreiher« vor.

Paläontologen finden Knochen eines riesigen Fischjägers: Liegt ein Dinosaurier in der Sahara

Forschende haben in Niger die Überreste eines Spinosaurus mirabilis gefunden. Die Überbleibsel der erwachsen wohl mehr als sieben Tonnen schweren und gut zehn Meter langen Fischjäger wurden an einem abgelegenen Ort in der zentralen Sahara entdeckt. Das lateinische »mirabilis« bedeutet erstaunlich, wundersam.

»Ich stelle mir diesen Dinosaurier als eine Art ›Höllenreiher‹ vor, der mit seinen kräftigen Beinen problemlos durch zwei Meter tiefes Wasser waten konnte, sagte Studienleiter Paul Sereno von der University of Chicago. Wahrscheinlich habe das Tier aber die meiste Zeit damit verbracht, in flacheren Gewässern »nach den vielen großen Fischen seiner Zeit zu jagen«.

Versteinerte Kopfkämme eines Spinosaurus mirabilis

Versteinerte Kopfkämme eines Spinosaurus mirabilis

Foto: Photo / Daniel Vidal / dpa

Der Spinosaurus mit dem knapp einen halben Meter hohen, krummsäbelartigen Schädelkamm lebte vor 100 bis 95 Millionen Jahren zusammen mit langhalsigen Dinosauriern, wahrscheinlich entlang von Flussufern, wie das Forschungsteam im Fachjournal »Science« berichtet. Dem Team zufolge handelt es sich um den ersten gesicherten Nachweis einer neuen Spinosaurus-Art seit über einem Jahrhundert.

Der Fund des Riesenraubsauriers sei sehr emotional gewesen, sagte Sereno. »Ich werde den Moment im Camp für immer in Erinnerung behalten, als wir uns um einen Laptop drängten, um die neue Spezies zum ersten Mal zu sehen, nachdem ein Mitglied unseres Teams 3D-Digitalmodelle der Knochen erstellt hatte, die wir gefunden hatten, um den Schädel zusammenzusetzen – mit Solarenergie mitten in der Sahara.«

Studienleiter Paul Serono mit einem rekonstruierten Schädel

Studienleiter Paul Serono mit einem rekonstruierten Schädel

Foto:

Keith Ladzinski / Photograph / dpa

Sereno war durch eine wissenschaftliche Abhandlung aus den Fünfzigerjahren, in der für dieses Areal ein einzelner riesiger Zahn beschrieben wurde, auf die Idee zur Expedition gekommen. »Seit über 70 Jahren hatte niemand mehr diesen Fundort besucht«, erklärte der Dinoforscher. Vor Ort habe dann ein heimischer Tuareg auf etwa eine Tagesreise entfernte aus dem Sand ragende Fossilien hingewiesen. »Es war ein großes Abenteuer, durch die Sandmeere zu wandern, um einen Ort zu suchen, und dann ein noch abgelegeneres Fossiliengebiet mit der neuen Spezies zu finden.«

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Einzelne Kieferfragmente ragten an der Fundstelle aus dem Saharasand, später wurden weitere Knochenteile gefunden. Ein weiteres auffälliges Merkmal neben dem Kamm sind der anschließenden Untersuchung zufolge ineinandergreifende obere und untere Zahnreihen – eine tödliche Falle für glitschige Fische.

Zuvor wurden Überreste von Spinosauriern hauptsächlich unweit der Küste am afrikanischen Rand des einstigen Tethysmeeres gefunden, wie die Forschenden weiter erläutern. Dieser urzeitliche Ozean lag zwischen den damaligen Großkontinenten. Die nun gefundenen Fossilien überdauerten hingegen etwa 500 bis 1000 Kilometer von der nächsten Meeresküste entfernt die Jahrmillionen. Lebensraum der Tiere sei damals vermutlich von Flüssen durchzogener Wald gewesen, hieß es.

svs/dpa