In der pakistanischen Millionenmetropole Karatschi gehen die Rettungsarbeiten nach einem verheerenden Brand in einem Einkaufszentrum weiter. Die Zahl der Todesopfer ist nach Angaben der Behörden auf etwa 50 gestiegen. In den vergangenen Tagen bargen Feuerwehrleute bis zu 25 weitere Leichen aus den Trümmern des völlig ausgebrannten Gebäudes. Dies berichtet unter anderem die Nachrichtenagentur Reuters.
Das Feuer war am späten Samstagabend im Gul Plaza ausgebrochen, einem weitläufigen Einkaufszentrum mit rund 1.200 meist familiengeführten Geschäften. Innerhalb kurzer Zeit breiteten sich die Flammen aus.
»Wir haben 20 bis 25 Tote gefunden – oder das, was von ihnen übrig ist«, sagte der stellvertretende Bezirksverwalter Javed Nabi Khoso. Die sterblichen Überreste seien zur DNA-Identifizierung in ein Krankenhaus gebracht worden.
Genaue Zahl der Opfer nicht bekannt
Eine genaue Zahl der Opfer könne derzeit nicht genannt werden, da viele Leichen kaum identifizierbar seien. Noch am Dienstag hatten die Behörden offiziell 29 Todesopfer gemeldet.
Vor dem ausgebrannten Einkaufszentrum versammelten sich Angehörige und Anwohner zu einer stillen Gedenkaktion. Sie zündeten Kerzen an und hielten Fotos von Menschen hoch, die sie unter den Opfern vermuten.
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Weiter 84 Menschen vermisst
Bis Dienstag hatte die Feuerwehr gegen die Flammen im Inneren des Gebäudes gekämpft. Am Ende blieb von dem Einkaufszentrum nur ein Trümmerfeld aus Asche und Schutt zurück.
Laut einem staatlichen Rettungsdienst werden 84 Menschen vermisst. Die Polizei geht davon aus, dass die meisten von ihnen tot sind – die Zahl der Opfer könnte also weiter steigen.
»Es ist ein Weltuntergangsszenario«, sagte der Ladenbesitzer Rehmat Khan, als er die Ruinen seines Geschäfts besichtigte. Zum Zeitpunkt des Brandes hätten sich dort etwa 18 bis 20 Menschen aufgehalten, darunter sechs Angestellte. Niemand von ihnen wurde bislang gefunden.
Der Brand gilt als der tödlichste in Karatschi seit 2012, als bei einem Feuer in einer Industrieanlage mehr als 260 Menschen ums Leben kamen.
