SpOn 05.12.2025
22:28 Uhr

Pakistan: Armee und afghanische Taliban liefern sich erneut Gefechte


Donald Trump nennt ihn seinen Lieblingsfeldmarschall, seit Donnerstag kommandiert Asim Munir die sechstgrößte Armee der Welt vollumfänglich. Die kämpft seit Freitagabend nun wieder gegen die Taliban in Afghanistan.

Pakistan: Armee und afghanische Taliban liefern sich erneut Gefechte

Pakistan hat einen neuen, starken Mann: Asim Munir. Er wurde am Donnerstag in ein eigens für ihn geschaffenes Amt berufen und steht nun allen Teilbereichen – Marine, Luftwaffe, Heer – vor. Der bei den Pakistanern wie bei Donald Trump beliebte Feldmarschall kommandiert damit die sechstgrößte Armee der Welt. Und hat gleich viel zu tun.

Feldmarshall Munir mit Premier Sharif (rechts) und Präsident Zardari (Mitte)

Feldmarshall Munir mit Premier Sharif (rechts) und Präsident Zardari (Mitte)

Foto: AFP

Inmitten schwerer Spannungen ist es erneut zu grenzüberschreitenden Gefechten zwischen Afghanistan und Pakistan gekommen. Der Sprecher der in Afghanistan regierenden islamistischen Taliban schrieb auf der Plattform X, Pakistan habe am Abend erneut Angriffe in Richtung Afghanistan gestartet. Er schrieb vom Bezirk Spin Boldak der südafghanischen Provinz Kandahar, der direkt an der Grenze zu Pakistan liegt. Dies habe die Streitkräfte Afghanistans dazu veranlasst, darauf zu reagieren.

Taliban an der Grenze zu Pakistan

Taliban an der Grenze zu Pakistan

Foto: AFP

Ein pakistanischer Grenzbeamter in der Provinz Baluchistan bestätigte der Deutschen Presse-Agentur den gegenseitigen Beschuss.

Angaben zu Toten oder Verletzten gab es zunächst nicht. Nach Angaben des afghanischen Nachrichtensenders Tolonews hätten Anwohner die betroffenen Gebiete auf beiden Seiten verlassen.

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Die erneuten Grenzgefechte folgen auf einen im Oktober aufgeflammten blutigen Konflikt zwischen den beiden Ländern. Die Taliban machten Pakistan Anfang Oktober für Explosionen in der Hauptstadt Kabul verantwortlich, woraufhin Sicherheitskräfte der Taliban pakistanische Militärkontrollpunkte in den pakistanischen Grenzprovinzen angriffen. Es kam zu schweren Gefechten.

Durch die Vermittlung Katars und der Türkei wurde noch im Oktober eine Waffenruhe vereinbart – zu einer umfassenden Einigung zwischen den beiden Nachbarländern kam es jedoch nicht. Islamabad wirft Kabul vor, der pakistanischen Taliban-Bewegung (TTP) Schutz zu gewähren, die in Pakistan wiederholt Anschläge verübt hat. Kabul bestreitet das. Ende vergangenen Monats war es nach Angaben der Taliban erneut zu pakistanischen Luftangriffen auf afghanischem Boden gekommen.

dop/dpa