Schwierige Bedingungen für Fischer an der deutschen Ostseeküste lassen die Zahl der Betriebe schrumpfen. Nach jüngsten Zahlen der Landesbehörden waren in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern Ende 2025 insgesamt noch 285 Kutter- und Küstenfischereibetriebe im Haupterwerb registriert. Ein Jahr zuvor waren es den Angaben zufolge 303 und Ende 2021 noch 385.
Nach Angaben des Fischereiministeriums von Mecklenburg-Vorpommern war der neueste Rückgang erwartet worden und fiel mit lediglich drei Fischern vergleichsweise gering aus. Ein Grund könnte demnach sein, dass dieses Jahr letztmalig Prämien für die zeitweilige Stilllegung für Betriebe im Haupterwerb gezahlt werden. Dies trage zum Fortbestand bei. Auch würden Betriebe noch bis Ende 2027 für Schäden oder Einbußen entschädigt, die Robben verursachen.
Die Bestände in der Ostsee stehen wegen des Klimawandels, Überfischung und Nährstoffeinträgen stark unter Druck. Arten wie der Hering und der Dorsch, die einst wichtig für das Auskommen hiesiger Fischer waren, dürfen gar nicht oder nur noch in wenigen Ausnahmen gezielt gefangen werden. Anfang der Neunzigerjahre war die Anzahl der Fischereibetriebe an der Ostsee noch vierstellig.
Auch Nebenerwerb ist rückläufig
Das Ministerium rechnet mit einem weiteren Rückgang der Betriebe »aufgrund der andauernd extrem schlechten Fangmöglichkeiten, was sich in den historisch niedrigsten Quoten widerspiegelt, sowie der demografischen Entwicklung«. Ähnlich äußerte sich das Landesamt für Landwirtschaft und nachhaltige Landentwicklung in Schleswig-Holstein.
Teilweise würden die Fischer vermutlich auch in den Nebenerwerb wechseln, hieß es aus Schwerin. Aber auch dort seien die Zahlen seit Jahren rückläufig. Zuletzt waren an der deutschen Ostseeküste noch insgesamt 281 Fischereibetriebe im Nebenerwerb registriert. Ende 2024 waren es 304.

