Frank-Walter Steinmeier war neulich bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina d’Ampezzo und schaute sich danach gemeinsam mit seiner Frau Elke Büdenbender einige Wettbewerbe in Norditalien an. Dass Olympia mal wieder in Deutschland stattfindet, hält das Staatsoberhaupt für eine gute Idee – und mischt sich nun konkret in die entsprechende Debatte ein: Eine deutsche Bewerbung für das Jahr 2036 lehnt er ab.
»Der Bundespräsident sieht das Jahr 2036 als historisch problematisch für eine deutsche Bewerbung an«, erfuhr der SPIEGEL aus dem Bundespräsidialamt. 1936, genau 100 Jahre zuvor, hatte das nationalsozialistische Deutschland unter Adolf Hitler die Olympischen Sommerspiele ausgetragen und als Propagandaveranstaltung missbraucht.
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In der Diskussion ist derzeit eine mögliche Ausrichtung der Olympischen Sommerspiele und der Paralympischen Sommerspiele in Deutschland in den Jahren 2036, 2040 oder 2044. »Der Bundespräsident hofft auf die Ausrichtung der Spiele in den Jahren 2040 oder 2044 in Deutschland«, sagte ein Sprecher dem SPIEGEL.
Olympiabesucher: Steinmeier und Ehefrau Büdenbender beim Biathlon
Foto: Hendrik Schmidt / dpaFür eine deutsche Olympiabewerbung in den Jahren 2036, 2040 oder 2044 sind derzeit Berlin, Hamburg, München und die Rhein-Ruhr-Region im Rennen.
Zuletzt fanden die Olympischen Sommerspiele in Deutschland 1972 in München statt. 2000 schaffte es die Bewerbung für Spiele in Berlin immerhin in den zweiten Wahlgang, am Ende gewann das australische Sydney.
