SpOn 09.02.2026
20:32 Uhr

Olympia 2026: Vater von Lindsey Vonn fordert Karriereende nach Sturz


Lindsey Vonn erholt sich nach ihrem schweren Sturz bei Olympia im Krankenhaus. Ihr Vater Alan Kildow sagt, die Karriere der 41-Jährigen sei nun beendet – zumindest dann, wenn er das entscheiden dürfte.

Olympia 2026: Vater von Lindsey Vonn fordert Karriereende nach Sturz

Die US-Skirennläuferin Lindsey Vonn steht nach einem schweren Sturz in Cortina d’Ampezzo offenbar vor dem endgültigen Karriereende – zumindest hofft darauf ihr Vater Alan Kildow. Er sagte, seine Tochter werde keine Rennen mehr bestreiten, sollte er Einfluss auf ihre Entscheidung haben. Nach dem Beinbruch am Wochenende werde Vonn zudem nicht mehr zu den Olympischen Winterspielen zurückkehren.

»Sie ist 41 Jahre alt, und das ist das Ende ihrer Karriere«, sagte Kildow der Nachrichtenagentur Associated Press. »Es wird keine weiteren Skirennen für Lindsey Vonn geben, solange ich etwas dazu sagen kann.«

Die 82-fache Weltcupsiegerin war am Sonntag bei der Abfahrt auf der Tofana-Piste trotz eines gerade gerissenen Kreuzbandes im linken Knie an den Start gegangen. Kurz nach dem Start hatte sie sich bei einem Sturz schwer verletzt und war per Hubschrauber in ein Krankenhaus in Treviso gebracht worden. Es waren dramatische Szenen.  Dort wurde sie laut Klinikangaben am linken Bein operiert. Das US-Skiteam teilte mit, Vonn befinde sich in stabilem Zustand, weitere Updates gab es zunächst nicht.

Vater Kildow mit Tochter Lindsey Vonn

Vater Kildow mit Tochter Lindsey Vonn

Foto: Andrew Dampf / AP

Kildow, ein ehemaliger Skirennläufer, der seine Tochter einst selbst ausbildete, begleitete sie gemeinsam mit ihren Geschwistern ins Krankenhaus. »Sie ist eine sehr starke Persönlichkeit«, sagte er. »Sie kennt körperlichen Schmerz und versteht die Situation, in der sie sich befindet. Und sie kann damit umgehen – besser, als ich erwartet hatte. Sie ist eine sehr, sehr starke Person. Ich denke, sie kommt gut damit zurecht.«

Der Vater berichtete, er habe die Nacht im Krankenzimmer seiner Tochter verbracht. »Sie ist nie allein – es ist immer jemand bei ihr, manchmal mehrere Leute. Wir werden hier bleiben, solange sie hier ist.«

Kildow und weitere Familienmitglieder hatten den Sturz vom Zielbereich aus beobachtet. »Zuerst der Schock und das Entsetzen, so etwas zu sehen«, sagte er. »So ein Crash kann dramatisch und traumatisch sein.«

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Vonn hatte in der vorigen Saison ihr Weltcup-Comeback gegeben mit einer Teilprothese im rechten Knie. Im letzten Rennen vor Olympia stürzte sie dann in Crans-Montana (Schweiz) und erlitt einen Kreuzbandriss im linken Knie. Derartige Blessuren haben zumeist eine Operation und mehrere Monate Pause zur Folge. Die beste Abfahrerin des Winters entschied aber, einen Start in Cortina mit einer Spezialschiene zu wagen.

Lindsey Vonn hat damit viel riskiert und sich eine schwere Verletzung zugezogen. Nun wird sie wegen einer fehlenden Vorbildfunktion kritisiert. Ist das angemessen? Lesen Sie hier den SPIEGEL-Leitartikel  zum Thema.

jan/AP