Eine unsportliche Aktion des Schweizers Ryan Regez hat Tim Hronek wohl die Chance auf eine olympische Medaille im Skicross gekostet. Regez, Goldmedaillengewinner von Peking, blockte im Halbfinale einen Überholversuch regelwidrig ab, indem er Hronek den Arm gegen den Hals drückte. Dieser verlor dadurch für einen Moment Geschwindigkeit und Kontrolle. Der Japaner Satoshi Furuno schob sich als Unbeteiligter der heftig diskutierten Szene vorbei und zog als Zweitplatzierter ins Finale ein.
Hronek benötigte ein paar Minuten, um sich zu beruhigen. »Ich war schon sehr aufgeladen, aber was soll ich machen? Ich hatte es nicht in der Hand«, sagte der 30 Jahre alte Skicrosser. »Der hat sich wahrscheinlich gedacht: Wenn ich nichts ins Finale fahre, dann fahren die anderen auch nicht ins Finale. Mir hat er damit das Rennen versaut.«
Er sei auf perfekter Position gewesen, dann habe Regez einen Fehler gemacht und sei zu kurz gesprungen. Dann fuhr der Schweizer seinen Arm aus: »Komplett festgehalten, also der hat mich echt komplett ausgebremst«, sagte Hronek.
Regez entschuldigte sich anschließend zögerlich beim Deutschen, aber diesen besänftigte das nicht. »Das bringt mir genau gar nichts. Er hat es gemacht, in meinen Augen ziemlich unsportlich, da kann ich mir jetzt auch nichts davon kaufen. Aber das ist halt Skicross«, so Hronek.
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Regez, der als Dritter ins Ziel kam, wurde bestraft und auf den vierten Platz zurückversetzt. Hronek, daher Drittplatzierter, half diese Sanktion nicht, weil nur die ersten beiden fürs Finale qualifiziert sind. So musste er im kleinen Finale antreten und landete letztlich vor Gold-Hoffnung Florian Wilmsmann auf Platz sechs.
Gold ging an den Italiener Simone Deromedis. Dahinter komplettierten sein Landsmann Federico Tomasoni sowie Alex Fiva aus der Schweiz das Podest. Chancenlos im Kampf um die Medaillen waren dagegen die weiteren Deutschen Cornel Renn und Florian Fischer. Das Duo schied im Viertelfinale aus.
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