Beim Mixed-Vorrundenduell im Curling zwischen Südkorea und Schweden bei den Olympischen Winterspielen ist es am Mittwoch zu einer kuriosen Szene gekommen: Die Schiedsrichter erklärten die Partie in Cortina d’Ampezzo nach dem sechsten End irrtümlich für beendet – obwohl noch zwei Ends ausstanden.
Beim Stand von 10:3 zugunsten der Schweden Isabella Wrana und Rasmus Wrana wurde überraschend der Sieg verkündet. Dabei hätte das südkoreanische Duo Jeong Yeong-seok und Kim Seon-yeong in den zwei verbliebenen Durchgängen noch jeweils sechs Punkte erzielen können. Die Wende wäre theoretisch möglich gewesen.
Doch die Südkoreaner akzeptierten den Vorschlag des Schiedsrichters in dem Glauben, keine Chance mehr auf den Sieg zu haben und schüttelten dem schwedischen Duo die Hände. »Haben sie aufgegeben oder was?«, fragte Rasmus Wrana irritiert.
Jubel bei den Schweden: Isabella Wrana und Rasmus Wrana
Foto: Mathias Bergeld / Bildbyran / IMAGODie Schweden boten an, die Partie fortzusetzen. »Es ist noch nicht vorbei. Wenn sie weiterspielen wollen, können sie das«, betonte Wrana. Nach ein paar Minuten, in denen die Teams versuchten, das Missverständnis aufzuklären, bestätigte das südkoreanische Team die Aufgabe offiziell. »Wir möchten dem Schiedsrichter nicht die Schuld geben, Fehler können passieren«, sagte Jeong Young-seok.
Es war bereits die zweite Panne in der Curling-Arena. Bei den ersten Partien des Mixed-Turniers ging im Cortina Curling Olympic Stadium plötzlich das Licht aus, auch die elektronische Anzeige der Ergebnisse fiel zeitweise aus.
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Das Mixed ist der erste von drei Wettbewerben im Curling, insgesamt gibt es in Norditalien 116 Entscheidungen. Die erste Goldmedaille wird am Samstag vergeben, wenn die alpinen Skirennläufer in der Abfahrt antreten (11.30 Uhr). Am ersten Wochenende werden 13 Olympiasieger beziehungsweise Olympiasiegerinnen gekürt.
