Hunter Hess, US-Olympionike:
»Es weckt gemischte Gefühle, derzeit die USA zu vertreten. Es ist ein bisschen schwierig. Es gibt offensichtlich viele Dinge, die mir nicht besonders gefallen, und ich glaube, vielen Menschen geht es genauso.«
Hunter Hess, US-Ski-Freestyler, findet klare Worte für sein Heimatland und dessen Präsidenten Donald Trump. Der wiederum beleidigt Hess in einem Tweet bei Truth Social als einen »echten Loser«. Und weiter: Es sei schade, dass Hess dabei sei.
Sport und Politik trennen, scheint bei den gerade gestarteten Olympischen Winterspielen nicht möglich zu sein. Auch Hess’ Teamkollege Chris Lillies treibt um, was gerade in den USA passiert.
Chris Lillies, US-Olympionike:
»Es bricht mir das Herz, wenn ich sehe, was in den Vereinigten Staaten passiert. Ich bin mir sicher, dass Sie sich auf ICE und einige der Proteste beziehen. Ich denke, dass wir uns als Land darauf konzentrieren müssen, die Rechte aller zu respektieren und sicherzustellen, dass wir unsere Bürger und alle anderen Menschen mit Liebe und Respekt behandeln. Und ich hoffe, dass die Menschen, wenn sie die Athleten bei den Olympischen Spielen sehen, erkennen, dass dies das Amerika ist, das wir zu vertreten versuchen.«
Für einen kleinen Eklat sorgte bereits am Freitag bei der Eröffnungsfeier die Reaktion des Publikums auf US-Vizepräsident JD Vance: Als ein Bild von ihm auf der Großleinwand im Stadion gezeigt wurde, wurden Buh-Rufe laut.
Für einen größeren Eklat sorgte der britische Sportler Gus Kenworthy. Er hatte kurz vor den Olympischen Winterspielen auf Instagram ein Bild gepostet, auf dem »Fuck ICE« zu sehen ist – nach seinen Angaben hat Kenworthy den Schriftzug in den Schnee gepinkelt.
Gus Kenworthy, britischer Olympionike:
»Ich bin auch halber US-Amerikaner, ich bin in den USA aufgewachsen und dort zur Schule gegangen. Bei meinen ersten beiden Olympischen Spielen bin ich für die USA gestartet und habe eine Silbermedaille gewonnen. Die USA liegen mir am Herzen und ich interessiere mich dafür, was dort geschieht.«
Eine Strafe für seinen Pinkel-Protest muss Kenworthy nicht fürchten, das IOC lässt ihn gewähren. US-Sportler Hess kann nach seiner Kritik nicht mehr auf die Unterstützung seines Präsidenten hoffen.
Hunter Hess, US-Olympionike:
»Nur weil ich die Flagge repräsentiere, heißt das nicht, dass ich für alles stehe, was in den USA passiert. Also ja, ich möchte das einfach für meine Freunde und meine Familie und die Menschen tun, die mich dabei unterstützt haben, hierherzukommen.«