Ski-Freestyler Hunter Hess, 27, will eine Beleidigung von US-Präsident Donald Trump offenbar nicht auf sich sitzen lassen. Nach seinem ersten Lauf in der olympischen Halfpipe formte der US-amerikanische Sportler ein »L« vor seiner Stirn, das Zeichen für »Loser«. Als solchen hatte Trump ihn vor den Spielen bezeichnet.
»Anscheinend bin ich ein Loser«, sagte Hess später, nachdem er sich einen Finalplatz gesichert hatte. Vor den Spielen hatte er gesagt, er habe gemischte Gefühle, für sein Land zu starten. »Nur weil ich die Flagge trage, heißt das nicht, dass ich alles repräsentiere, was in den USA vor sich geht.«
Trump schrieb daraufhin auf Truth Social, Hess sei ein »echter Loser«. Es sei »schwer, jemanden wie ihn anzufeuern.«
Unterstützung für Hess: Für Fans ein Held
Foto: Nathan Ray Seebeck / IMAGN IMAGES / Reuters Connect»Ich bin so glücklich, hier zu sein«
Dass vor den Wettkämpfen so viel über ihn diskutiert wurde, habe ihn zwar belastet, aber auch angespornt, sagte Hess. »Ich habe so hart dafür gearbeitet, hier zu sein. Ich habe mein ganzes Leben geopfert, um diesen Moment zu erleben«, sagte er. »Ich werde mich von solchen Kontroversen nicht aufhalten lassen. Ich liebe die Vereinigten Staaten von Amerika. Das kann ich gar nicht oft genug sagen.« Er hatte den Eindruck, das schon oft genug deutlich gemacht zu haben. »Aber anscheinend haben die Leute das nicht so verstanden. Ich bin so glücklich, hier zu sein, so glücklich, das Team USA zu vertreten.«
Bereits vor einigen Tagen hatte Hess in einem Instagram-Post geschrieben, er »liebe sein Land«. Vieles sei großartig, aber es gebe auch immer Dinge, »die besser sein könnten«, schreibt Hess weiter. Großartig sei auch, »dass wir das Recht und die Freiheit haben, auf diese Dinge hinzuweisen.« Teamkollegen, darunter Snowboarderin Chloe Kim, hatten den Freestyler gegen Trumps Aussagen verteidigt.
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Hess wurde in der Qualifikation Fünfter und fährt am Freitagabend um die Medaillen. Alles rund um die Olympischen Winterspiele finden Sie auch im SPIEGEL-Liveblog.
