SpOn 28.05.2026
13:59 Uhr

Olivia Rodrigo sieht in Kritik an Babydollkleid Normalisierung von Pädophilie


Olivia Rodrigo wird online vorgeworfen, sich selbst zu infantilisieren, weil sie Babydoll-Outfits trägt. Nun hat die US-Sängerin die Kritik zurückgewiesen und als »verstörend« bezeichnet.

Olivia Rodrigo sieht in Kritik an Babydollkleid Normalisierung von Pädophilie

»Vielleicht bin ich zu woke«, lautet der Kommentar eines Nutzers auf X  zu einem Video von Olivia Rodrigo, 23, die einer Bühne in einem rosa geblümten Babydollkleid kniet. Der Post hat mehr als 42.000 Likes. »Ich glaube nicht mal, dass sie das absichtlich gemacht hat, aber wenn sie diesen Babydoll-Stil beibehalten will, sollte sie das ändern«, reagierte eine andere Nutzerin . »Das sieht aus wie Kinderkleidung, und bei all den sexy Bewegungen, die sie da versucht, wirkt das irgendwie seltsam.«

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Nachdem Rodrigo Anfang Mai in Barcelona ein Privatkonzert im Rahmen von Spotifys Billions Club Live Format gegeben hat, schlug ihr viel Kritik entgegen. Einige Nutzerinnen und Nutzer online warfen ihr vor, sich mit ihrem Outfit selbst zu infantilisieren. Nun hat sich die US-Sängerin erstmals geäußert. Im »Popcast« der »New York Times« erklärte Rodrigo: »Was ich echt verstörend finde, ist, dass ich das Gefühl habe, tatsächlich Outfits auf der Bühne getragen zu haben, die vielleicht etwas freizügig waren.« Als Beispiel führte sie etwa ein Tour-Outfit an, das aus »einem glitzernden BH und kleinen Shorts« bestand.

»Das ist mein gutes Recht, ich habe mich darin cool und wohlgefühlt.« Sie betonte, dass ihr damals niemand gesagt hätte, dass das unangemessen war. »Aber wenn ich komplett mit Stoff bedeckt bin, in einem Kleid, das Leute als kindlich empfinden, dann ist das unangemessen.«

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In dem vorab veröffentlichten Clip  des Videopodcasts erklärte Rodrigo: »Ich finde einfach, das zeigt wirklich, wie sehr wir Pädophilie in unserer Kultur normalisieren.« Sie verknüpfte es mit einer Rhetorik, die Frauen schon von klein auf eingetrichtert werde: »Trag das nicht, denn dann wird ein Mann deinen Körper sexualisieren, und du bist selbst schuld.« Das sei seltsam.

Inspiration aus den 70ern und 90ern

Die 23-Jährige widersprach im Podcast Kommentaren, dass ihr Look sexy sei oder das Tragen eines Babydoll-Kleids sie sexualisieren würde. Stattdessen nannte sie als Stilvorbilder Rockikonen wie Courtney Love oder Kathleen Hanna, die sich in den Neunzigerjahren ähnlich angezogen und den Modestil der »Kinderwhore« prägten. »Wenn wir anfangen, uns so zu kleiden, als wollten wir sagen: ›Ich will nicht, dass irgendein verdammter Spinner denkt, ich sei sexy wie ein Baby‹, dann verlieren wir meiner Meinung nach ein wenig den Punkt.« Sie erklärte im »New York Times«-Podcast, sie sei »sehr beschützerisch« gegenüber jungen Frauen und Mädchen und wolle nicht, dass ihnen so etwas beigebracht werde.

Courtney Love, 61, hat sich in den vergangenen Wochen allem Anschein nach in die Babydoll-Debatte eingemischt und Rodrigo unterstützt. Love likte und teilte Beiträge von Nutzerinnen und Nutzern, die Rodrigo in den sozialen Medien verteidigten.

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Bereits Rodrigos Look, bestehend aus einem Babydoll-Top von Chloé, einer kurzen seidigen Bloomer-Short, und weißen Kniestrümpfen, im Musikvideo ihrer Single »Drop Dead«  hatte Mitte April für Kritik gesorgt. »Ich werde nie verstehen, warum Leute sich wie Babys anziehen«, kommentierte eine Nutzerin auf X , auch dieser Post wurde mehr als 35.000 Mal gelikt.

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Einen Tag nach Veröffentlichung des Musikvideos schrieb eine andere Nutzerin auf X: »Olivias aktueller Stil ist eindeutig von den Siebzigerjahren inspiriert, was sich besonders in ihren Anspielungen auf Jane Birkin zeigt. Eine andere Sichtweise lässt lediglich auf mangelndes historisches Bewusstsein schließen.« Der britischen »Vogue« hatte Rodrigo bereits in der im März veröffentlichten Titelstory  gesagt, dass sie für ihr neues Album von den Siebzigerjahren inspiriert sei: »Mein Pinterest ist voll von Babydoll-Kleidern und Ausschnitten im Stil der 70er.«

Rodrigos »Popcast«-Besuch findet im Rahmen ihrer Pressetour für ihr drittes Album »You Seem Pretty Sad for a Girl so in Love« statt, das Mitte Juni erscheint. Bislang hat sie die Lead-Single »Drop Dead« und einen zweiten Song »The Cure« veröffentlicht.

kim