Genaues will er noch nicht verraten, aber der frühere Bundeskanzler Olaf Scholz, 67, plant offenbar eine Biografie. »Ich habe schon angefangen«, verriet Scholz am Dienstagabend in Berlin. Mit verschiedenen Leuten sei er darüber bereits im Gespräch. Scholz (SPD) äußerte sich bei einer Veranstaltung von »Table.Briefings« und dem Museumsverein des Deutschen Historischen Museums.
Mit Blick auf den vierten Jahrestag des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine sagte Scholz, der russische Präsident Wladimir Putin habe den Krieg gewollt und ihn wahrscheinlich bereits zwei Jahre zuvor fest geplant. Niemand hätte ihn von diesem Krieg abbringen können. Alle Gespräche, die Putin mit Politikern darüber geführt habe, hätten nichts gebracht.
Er habe nie verstanden, in welchem Umfang Deutschland sich von Russland abhängig gemacht habe, so Scholz. Das seien oftmals Unternehmensentscheidungen gewesen. Als Hamburger Bürgermeister habe er stets für LNG-Terminals geworben.
Scholz blickt auf eine lange Karriere in der Politik zurück: Er war unter anderem Generalsekretär der SPD (2002 bis 2004), Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion (2005 bis 2007) und Bundesminister für Arbeit und Soziales (2007 bis 2009). Von 2011 bis 2018 war Scholz Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg, von März 2018 bis Dezember 2021 Bundesminister der Finanzen und anschließend bis 2025 Bundeskanzler.
Wie er der »Rhein-Neckar-Zeitung« bereits kürzlich sagte, seien Verlage an ihn herangetreten und hätten gefragt, ob er seine Erinnerungen zusammentragen möchte. »Auf jeden Fall habe ich vor, zu schreiben«, kündigte er Mitte Februar an. Damit würde er dem Beispiel seiner Vorgängerin Angela Merkel folgen, die ihre Memoiren bereits veröffentlicht hat.
