SpOn 20.02.2026
13:16 Uhr

Oktoberfest: Giesinger Bräu startet Bürgerbegehren, um auf die Wiesn zu kommen


Das Münchner Oktoberfest beschert den beteiligten Traditionsbrauereien ein riesiges Geschäft. Giesinger Bräu darf bislang nicht mitverdienen. Nun sollen die Bürger helfen.

Oktoberfest: Giesinger Bräu startet Bürgerbegehren, um auf die Wiesn zu kommen

Wer Bier auf der Wiesn ausschenken will, muss zu den sogenannten Traditionsbrauereien gehören. Wer das ist, legt die Stadt München in einer Satzung fest, den »Betriebsvorschriften für das Oktoberfest«. Anders als Augustiner, Hacker-Pschorr, Löwen, Paulaner, Spaten und Hofbräu zählt die Münchner Brauerei Giesinger nicht zu den wortwörtlich vorgeschriebenen Brauereien.

Brauereichef Steffen Marx wurmt das. »Wir sind eine Münchner Brauerei – mit eigenem Tiefbrunnen, mit dem Siegel ›Münchner Bier‹ und mit klarer Verwurzelung in dieser Stadt«, sagt Marx. »Wenn auf der Wiesn ausschließlich Münchner Bier ausgeschenkt wird, dann sollte die Frage erlaubt sein, warum eine Münchner Brauerei dort nicht vertreten sein darf.«

Offenheit bei CSU-Bürgermeisterkandidat

Um es doch noch irgendwie aufs Oktoberfest zu schaffen, startet Giesinger jetzt ein Bürgerbegehren. Ziel ist es, einen Bürgerentscheid über die Zulassung der Brauerei zum Münchner Oktoberfest zu erzwingen. Zwischen 30.000 und 40.000 Stimmen würden dafür benötigt, sagte der Brauereichef bei der Eröffnung seines Starkbierfestes.

Die Frage beim angestrebten Bürgerentscheid soll nach Angaben der Brauerei lauten: »Bist du dafür, dass die Landeshauptstadt München ab 2027 auch den Ausschank von Bier der Brauerei Giesinger Bräu auf dem Münchner Oktoberfest erlaubt?«

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Seit Jahren versucht Giesinger, auf die Wiesn zu kommen, er will auch an dem größten Volksfest der Welt direkt mitverdienen. Eine wichtige Voraussetzung erfüllt er bereits: Er darf sein Bier auch Münchner Bier nennen. Bei einem erfolgreichen Bürgerentscheid könnte der Stadtrat die Betriebsvorschriften für die Wiesn ändern.

Der frühere Münchner Wirtschaftsreferent und Wiesn-Chef sowie aktuelle CSU-Bürgermeisterkandidat, Clemens Baumgärtner, galt stets als Kritiker eines weiteren Bieres auf der Wiesn. Inzwischen scheint sich seine Meinung geändert zu haben. 2026 war sogar er es, der das erste Fass beim Giesinger Starkbierfest anstach und ankündigte: »Schauen wir mal, dass wir’s vielleicht mit den Schwarzen hinkriegen.«

Wiesn-Rebell Steffen Marx: »Klare Verwurzelung in dieser Stadt«

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Foto: Lukas Barth / dpa

Mit dem Oktoberfest werden jedes Jahr Umsätze in Milliardenhöhe gemacht – auch durch Übernachtungen, Fahrgeschäfte oder Einzelhandel. Allein 2025 wurden 6,5 Millionen Maß Bier getrunken, bei Preisen von oft über 15 Euro.

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apr/dpa