SpOn 16.02.2026
02:05 Uhr

Ofelia Torres: Teenagerin, die sich für Freilassung ihres Vaters aus ICE-Haft einsetzte, an Krebs gestorben


Ofelia Torres aus Chicago hatte mehrfach auf die illegale Inhaftierung ihres Vaters durch ICE-Agenten aufmerksam gemacht. Nun ist die 16-Jährige einer seltenen Form von Krebs erlegen. Trauer und Wut in der Stadt sind groß.

Ofelia Torres: Teenagerin, die sich für Freilassung ihres Vaters aus ICE-Haft einsetzte, an Krebs gestorben

Ofelia Torres’ Vater wurde im vergangenen Oktober von US-Grenzschützern festgenommen, ihm drohte die Abschiebung. In den Wochen und Monaten darauf hatte sich die 16-Jährige immer wieder öffentlich zu dem Fall geäußert und die Freilassung ihres Vaters gefordert. Dabei war sie zeitweise sichtbar von ihrer Krebsbehandlung gezeichnet.

Nun ist die 16-Jährige ihrer Krankheit erlegen, wie es in einer Mitteilung der Familie heißt. Ofelia Giselle Torres Hidalgo sei am vergangenen Freitag gestorben.

Bei der Teenagerin war im Dezember 2024 eine aggressive und seltene Form von Krebs diagnostiziert worden, sie hatte sich einer Chemotherapie und Bestrahlung unterzogen.

Während Ofelia Torres und ihre Familie mit den medizinischen Behandlungen zu kämpfen hatten, wurde ihr Vater, Ruben Torres Maldonado, Mitte Oktober in einem Baumarkt in einem Vorort von Chicago von den Einwanderungsbehörden festgenommen. Damals stand die Stadt im Zentrum einer groß angelegten Einwanderungsrazzia namens »Operation Midway Blitz«. Der Fall sorgte in den USA wiederholt für Schlagzeilen – weil er die menschlichen Auswirkungen der aggressiven Einwanderungspolitik der Trump-Regierung deutlich machte.

Chicagos Bürgermeister trauert – und kritisiert Trump

»Ofelia war angesichts der Inhaftierung ihres Vaters durch die Einwanderungsbehörde ICE und der drohenden Abschiebung heldenhaft und mutig«, sagte Kalman Resnick, der Anwalt von Torres Maldonado. »Wir trauern um Ofelia und hoffen, dass sie uns allen als Vorbild dafür dienen wird, wie man mutig ist und bis zum letzten Atemzug für das Richtige kämpft.«

Auch der Bürgermeister von Chicago, der Demokrat Brandon Johnson, teilte mit , er trauere um die Jugendliche. Er beschrieb sie als junge Frau, die für ihren Vater und ihre Familie gekämpft habe – »angesichts einer grausamen, gezielten Kampagne, mit der Donald Trump versucht hat, uns genau jene Menschlichkeit zu nehmen, die unsere Familien und unsere Gemeinschaften ausmacht«. Die Geschichte der Familie Torres gleiche leider allzu sehr »dem Terror und Trauma, das unzähligen Familien in Chicago widerfahren ist«. (Mehr zum Streit zwischen Trump und Johnson hier.)

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Die Familie von Torres Maldonado hatte sich nach seiner Festnahme juristisch zur Wehr gesetzt. Im Rollstuhl nahm Ofelia Torres im Oktober an einer Anhörung für ihren Vater teil. Die Anwälte der Familie teilten dem Richter damals mit, dass die Teenagerin nur einen Tag vor der Verhaftung ihres Vaters aus dem Krankenhaus entlassen worden war, damit sie Familie und Freunde sehen konnte.

Ende Oktober entschied ein Richter dann, dass die Festnahme und Inhaftierung von Torres Maldonado rechtswidrig gewesen sei. Er wurde am 30. Oktober aus der Haft entlassen.

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Erst Anfang vergangener Woche hatte ein Einwanderungsgericht in Chicago entschieden, dass Torres Maldonado unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch auf eine »Aufhebung der Abschiebung« habe, wie aus einer Erklärung seines Anwaltes hervorgeht. Als Grund wurden demnach die Härten angeführt, die seine Abschiebung für seine Kinder mit sich bringen würden – bei Ofelia Torres und ihrem vierjährigen Bruder handelt es sich um US-Bürger.

Das Urteil des Einwanderungsgerichts eröffnet Torres Maldonado den Weg zu einer dauerhaften Aufenthaltsgenehmigung und schließlich zur US-Staatsbürgerschaft, wie es in der Erklärung weiter heißt. Bei der Anhörung in der vergangenen Woche war Ofelia Torres per Zoom zugeschaltet.

aar/AP