Zum Start der Wintersaison treten ab dem 20. Dezember in Tirol für den Straßenverkehr bestimmte Fahrverbote in Kraft. Wintertouristen, die auf der Autobahn im Stau stehen, dürfen mancherorts nicht einfach auf andere Straßen ausweichen.
Ziel sei es, Straßen in den Orten staufrei zu halten und damit die Verkehrs- und Versorgungssicherheit der Anwohner zu erhalten, erläuterte das Land Tirol. Die Bürger klagten über Lärm, Gestank und Stau.
Sechs Jahre Schleichweg-Verbot
Seit sechs Jahren gibt es die Schleichweg-Verbote in Tirol – inzwischen hat das Beispiel auch hierzulande Schule gemacht. Mitte August hatte der Landkreis Rosenheim als erste Kommune in Deutschland ein entsprechendes Verbot an acht Ausfahrten der A8 und an zwei Ausfahrten der A93 verhängt. Die Routen Richtung Salzburg und Kufstein sind Hauptachsen für den Reiseverkehr nach Österreich, Italien und Kroatien. Wenn es dort Stau gibt, dürfen Autofahrer dort nicht mehr abfahren, um die Schlangen zu umgehen. Auch andere Landkreise zogen bereits nach.
In Tirol wurden laut Landesregierung im vergangenen Sommer zwischen Mitte April und Anfang November mehr als eine halbe Million Fahrzeuge auf die Hauptverkehrsrouten zurückgewiesen. Im vergangenen Winter waren es rund 250.000 Fahrzeuge.
Navigationssoftware soll Fahrverbote kennen
Verkehrslandesrat René Zumtobel fordert eine Verpflichtung für Anbieter von Navisoftware und Apps, künftig Fahrverbote in ihre Dienste mitaufzunehmen. Bei Verzögerungen werde sofort eine Alternativroute angezeigt – egal, wie ungeeignet die vorgeschlagenen Straßen auch seien. »Die meisten vertrauen auf das Navi und verstoßen nicht absichtlich gegen die Fahrverbote.«
Die Fahrverbote gelten bis zum Ostermontag am 6. April 2026 jeweils an den Wochenenden und Feiertagen in der Zeit von 7 bis 19 Uhr auf ausgewählten Straßen etwa in den Bezirken Kufstein, Reutte, Imst und Schwaz. Aufgrund der Bauarbeiten auf der Luegbrücke gibt es auch Fahrverbote im Großraum Innsbruck sowie im Wipptal.
Hier gelten die Fahrverbote im Zeitraum vom 27. Dezember bis zum 1. März 2026. Zudem gibt es an neuralgischen Punkten Dosierampeln. Wie BR24 unter Berufung auf Angaben des Landes Tirol berichtet, werden die Polizei und »eigens geschulte Straßenaufsichtsorgane« die Fahrverbote an bestimmten Knotenpunkten kontrollieren.
