In den Streit um die Besetzung eines österreichischen Klosters durch drei betagte Nonnen kommt Bewegung: Der für die katholischen Ordensfrauen zuständige Stiftsleiter Markus Grasl ist bereit, sie weiter in dem Kloster in Schloss Goldenstein bei Salzburg wohnen zu lassen, wie sein Sprecher der Nachrichtenagentur dpa bestätigte. Zuvor hatten die »Salzburger Nachrichten« über den Vorschlag berichtet. Auch für die altersgerechte Anpassung des Klosters und die Pflegebetreuung der über 80-jährigen Frauen wäre gesorgt, so der Sprecher. Der Propst stellt jedoch eine Bedingung: Die Nonnen müssten künftig wieder in »Klausur« leben, also das Kloster nur eingeschränkt für ordensfremde Menschen öffnen.
Heilige Hausbesetzung
Schwester Bernadette, Schwester Regina und Schwester Rita hatten Anfang September ein ihnen zugewiesenes Altersheim verlassen, weil sie dort nicht länger leben wollten. Sie verschafften sich Zutritt zum leer stehenden Kloster im Schloss Goldenstein, wo sie zuvor jahrzehntelang gearbeitet und gewohnt hatten. Mit anderen Worten: Sie haben das Kloster einfach besetzt. Ganz zum Ärger von Propst Grasl.
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Seit fast 150 Jahren lebten Augustiner-Chorfrauen im Schloss Goldenstein in Elsbethen bei Salzburg. Das Schloss war seit 1877 im Besitz der Gemeinschaft. Tatsächlich war die Gemeinschaft Anfang 2024 offiziell aufgelöst worden; dem Orden fehlte schon lange der Nachwuchs. Das Kloster gehört heute dem Erzbistum Salzburg und dem Stift Reichersberg. Zwar wurde den verbliebenen Nonnen ein lebenslanges Wohnrecht zugesichert – allerdings nur, »solange gesundheitlich sowie geistlich vertretbar«.
Grasls Kompromissangebot ist den Unterstützerinnen der Nonnen, darunter ehemalige Schülerinnen der Klosterschule Goldenberg, präsentiert worden. Nun müssten die Nonnen den Vorschlag prüfen, so eine der Helferinnen.
Ihre Entschlossenheit macht sie zu Symbolfiguren für Selbstbestimmung im hohen Alter. Auf Instagram folgen inzwischen fast 100.000 Menschen den betagten Nonnen, die ihren Alltag dort zur Schau stellen.
