SpOn 10.02.2026
08:12 Uhr

Öffentlicher Dienst: Gewerkschaften rufen am Dienstag zu erneuten Warnstreiks auf


Die Beschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder fordern sieben Prozent mehr Lohn, mindestens aber 300 Euro pro Monat. Die Arbeitgeber lehnen das ab. Warnstreiks in vielen Ländern sollen den Druck erhöhen.

Öffentlicher Dienst: Gewerkschaften rufen am Dienstag zu erneuten Warnstreiks auf

Einen Tag vor der nächsten Verhandlungsrunde in Potsdam wollen die Gewerkschaften den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen. In Hamburg, Niedersachsen und Bremen sind Mitarbeiter im öffentlichen Dienst deshalb zu Warnstreiks aufgerufen. Auch im Saarland und in Nordrhein-Westfalen dürften Arbeitsniederlegungen das öffentliche Leben einschränken.

In Nordrhein-Westfalen sind Schulen, Unikliniken und weite Teile der Landesverwaltungen betroffen. Fünf lange Tunnel  werden zeitweise gesperrt, weil sich auch Mitarbeiter im Kontrollraum des Landesbetriebs Straßen.NRW an den Aktionen beteiligen wollen.

Neben Schulen und Hochschulen sind auch die sechs Unikliniken in Aachen, Bonn, Köln, Düsseldorf, Essen und Münster betroffen. In Aachen, Köln und Essen hatte es bereits am Montag Warnstreiks an den Unikliniken gegeben.

Sprung in die Elbe geplant

In Hamburg hat Ver.di die Beschäftigten für den Vormittag zu einer Streikkundgebung in der Innenstadt aufgerufen. Anschließend ist ein Demonstrationszug geplant. Gewerkschaftsmitglieder wollen offenbar ein Zeichen setzen und in die Elbe steigen. So wolle man die »gefühlte Kälte der Arbeitgeberpolitik« symbolisieren, hieß es.

Im Saarland ist mit Einschränkungen an Schulen und Hochschulen zu rechnen. »Ganze Schulstandorte werden aber sicher nicht geschlossen werden müssen«, sagte der Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Max Hewer. Im Saarland sind viele Lehrer Beamte. Die GEW hat Landesbeschäftigte an Bildungseinrichtungen und Hochschulen zum Arbeitskampf aufgerufen. Ab 9.30 Uhr sammle man sich für eine gemeinsame Aktion in Saarbrücken.

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Die Gewerkschaften wollen mit dem großen Warnstreiktag den Druck im Tarifkonflikt des öffentlichen Diensts der Länder erhöhen. Am Mittwoch beginnt die dritte Verhandlungsrunde in Potsdam. Die Arbeitnehmervertreter fordern unter anderem Gehaltserhöhungen von sieben Prozent, monatlich aber mindestens 300 Euro mehr. »Einerseits haben die Beschäftigten aus den vergangenen Jahren durch die Inflation einen großen Nachholbedarf beim Gehalt. Andererseits sind gute Gehälter eine Voraussetzung, um dem Fachkräftemangel im Bildungsbereich zu begegnen«, sagte der saarländische GEW-Landesvorsitzende Max Hewer laut Mitteilung.

Die Arbeitgeber haben bisher lediglich Eckpunkte, aber noch kein beschlussfähiges Angebot vorgelegt. Die Gewerkschaften sprachen nur von »einem Schnaps oberhalb der Inflation«.

Bereits in den vergangenen Wochen hatte es in ganz Deutschland immer wieder Warnstreiks gegeben.