Am Landgericht Nürnberg-Fürth ist ein Jugendlicher wegen Mordes und versuchten Mordes zu neuneinhalb Jahren Jugendstrafe verurteilt worden. Die Jugendkammer sah es laut Mitteilung als erwiesen an, dass der Teenager im April vergangenen Jahres einen 19-Jährigen tötete und dessen Lebensgefährtin schwer verletzte. Damals war er 15 Jahre alt.
Der Jugendliche habe zunächst den schlafenden Bruder seiner Freundin überrascht und mit 27 Messerstichen getötet. Danach habe er auf die Freundin des Opfers eingestochen, die durch dessen Schreie geweckt wurde. Die damals 14-Jährige lag nach dem Angriff im Koma und über Wochen auf der Intensivstation. An den Verletzungen leide sie bis heute.
Freundin leistete wohl Beihilfe
Der Angreifer hatte die Tat gestanden. Seine zur Tatzeit 13 Jahre alte Freundin leistete nach Überzeugung des Gerichts Beihilfe. Sie hatte die Tür zugehalten, als die Verletzte Hilfe holen wollte. Das Mädchen war zum Zeitpunkt der Tat aber noch nicht strafmündig.
Das junge Paar habe die Vorstellung gehabt, erst offen miteinander leben zu können, wenn die Angehörigen sterben. Laut Gericht hätten sie Sorge gehabt, dass Familienmitglieder ihre Beziehung nicht gutheißen.
Mit der Strafe blieb das Gericht nur knapp unter der gesetzlichen Höchststrafe von zehn Jahren. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
