SpOn 29.01.2026
14:24 Uhr

Norwegens Staatsfonds bringt 2025 gut 15 Prozent Rendite


Ein aus Öl- und Gaseinnahmen gespeister Fonds soll Norwegens Sozialstaat für künftige Generationen finanzieren. Auch 2025 machte er ordentlich Gewinn. Das lag besonders an US-Konzernen.

Norwegens Staatsfonds bringt 2025 gut 15 Prozent Rendite

Er soll künftige Generationen absichern, wenn in Norwegen nicht mehr nach Öl gebohrt werden kann: Der norwegische Staatsfonds hat im Jahr 2025 eine Rendite von gut 15 Prozent abgeworfen. Der Fonds investiert die Einnahmen des norwegischen Staates aus der Öl- und Gasförderung.

Steigende Kurse von Technologie-, Finanz- und Rohstoffaktien brachten einen Gewinn von 2,36 ‌Billionen Kronen ein, umgerechnet 213 Milliarden Euro. Der »Staatliche Pensionsfonds« verwaltet ein Vermögen von 1,7 Billionen Euro und ist einer der weltweit größten Investoren. ‍

Knapp verfehlt wurde der Rekordwert aus dem Vorjahr von 2,51 Billionen Kronen. Die Rendite schnitt damit um 0,28 Prozentpunkte schlechter ab als der vom Finanzministerium vorgegebene Referenzindex.

Die hohe Rendite sei das Ergebnis eines sehr starken Aktienmarktes, sagte Fonds-Chef Nicolai Tangen. Besonders US-Technologieaktien hätten sich sehr gut entwickelt. Der Fonds investiert unter anderem in Großkonzerne wie Microsoft, Apple, Nvidia, Meta und Amazon.

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Entgegen dem Trend bei anderen nordeuropäischen Großinvestoren bauten die Norweger ⁠ihr Engagement in den USA sogar aus. Die gehaltenen US-Staatsanleihen stiegen von ‌181 Milliarden Ende Juni auf 199 Milliarden Dollar. Insgesamt waren ‍Ende 2025 rund 52,9 Prozent des Fondsvermögens in den Vereinigten Staaten investiert.

Im November vergangenen Jahres hatte der Vermögensfonds infolge einer Entscheidung des norwegischen Parlaments seine Ethikstandards aufgeweicht. Diese verboten unter anderem Investitionen in Unternehmen, die an schweren Menschenrechtsverletzungen in Kriegs- oder Konfliktsituationen beteiligt sind. In einer rund einjährigen Pause sollen die Richtlinien des Staatsfonds grundlegend überarbeitet werden.

Der Schritt erfolgte angesichts internationaler Kritik, insbesondere aus den USA. Das Außenministerium in Washington hatte sich im September »sehr beunruhigt« über die Entscheidung des Fonds gezeigt, sich von Anteilen am Baumaschinenhersteller Caterpillar zu trennen. Grund war der Einsatz von Produkten des Unternehmens durch israelische Behörden im Gazastreifen und im besetzten Westjordanland. Auch Anteile an israelischen Unternehmen wurden verkauft.

Wie Sie selbst als Anleger den norwegischen Staatsfonds mit ETFs nachbauen können, erfahren Sie hier .

fwu/Reuters/dpa