SpOn 06.02.2026
18:16 Uhr

Norwegens Kronprinz Haakon: »Wir unterstützen Marius«


Die Ehefrau verkehrte mit Jeffrey Epstein, ihr Sohn steht wegen mutmaßlicher Sexualdelikte vor Gericht. Trotz enormen Drucks stellt sich Norwegens Kronprinz vor beide – und spricht auch über die anderen Kinder der Familie.

Norwegens Kronprinz Haakon: »Wir unterstützen Marius«

Es dürfte in Norwegen diese Woche kaum eine Stunde gegeben haben, in der auf den größten Nachrichtenseiten des Landes nicht irgendwie über die Königsfamilie berichtet wurde. Während Kronprinzessin Mette-Marit wegen ihrer Freundschaft mit dem Sexualstraftäter Jeffrey Epstein unter Druck steht, muss sich ihr ältester Sohn Marius Borg Høiby wegen Vergewaltigung vor Gericht verantworten.

Nun äußerte sich Kronprinz Haakon zur historischen Krise des Königshauses – und drückte seine Unterstützung für seine Frau und deren Sohn aus. »Wenn so viel gleichzeitig passiert wie gerade in unserer Familie, dann versuche ich, richtig zu priorisieren«, sagte  der künftige norwegische König in Oslo bei seinem ersten öffentlichen Auftritt seit Tagen. »Das Wichtigste für mich war in den vergangenen Tagen, mich um meine Familie zu kümmern.«

Mette-Marit (Mitte) und Kronprinz Haakon im September in Oslo

Mette-Marit (Mitte) und Kronprinz Haakon im September in Oslo

Foto: Ketil Martinsen / Gonzales Photo / picture alliance

»Wir unterstützen Marius in der Situation, in der er ist«, sagte Kronprinz Haakon über seinen Ziehsohn, der aus einer früheren Beziehung seiner Frau stammt (mehr über den großen Prozess und die Vorwürfe lesen Sie hier ).

Laut dem öffentlich-rechtlichen Sender NRK sagte Haakon: »Wir kümmern uns um die anderen Kinder, auch auf sie müssen wir aufpassen. Und ich muss mich um die Kronprinzessin kümmern. Und zum Glück kümmert sie sich auch um mich.«

»Gerade schafft sie das nicht«

Zuvor hatte Mette-Marit am Freitag schriftlich um Verzeihung für ihren Kontakt zu Epstein gebeten, vielen Norwegern reicht das aber nicht. In Umfragen ist inzwischen ein erheblicher Teil der Bevölkerung skeptisch, ob sie je Königin werden sollte. Haakon nahm seine Frau in Schutz: »Sie versteht, dass viele gern von ihr hören wollen«, sagte er NRK. »Sie will gern erzählen. Aber gerade schafft sie das nicht.«

Der Besuch eines Kindergartens war Haakons erster öffentlicher Termin seit dem Bekanntwerden neuer E-Mails aus den sogenannten Epstein-Files.

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Er bestärke seine Frau darin, sich erst einmal zu erholen, bevor sie an die Öffentlichkeit gehe, so Haakon: »Ich sage zu ihr, dass sie das nicht darf. Sie benötigt Zeit, um sich zu sammeln.« Die Kronprinzessin ist nicht nur wegen der Skandale angeschlagen. Mette-Marit kämpft seit Jahren mit einer chronischen Lungenkrankheit und benötigt in absehbarer Zukunft eine neue Lunge, was meist als äußerstes Mittel gesehen wird.

jpe/dpa