In Norwegen waren fast alle neu zugelassenen Autos im vergangenen Jahr vollelektrisch. Wie Daten des norwegischen Straßenverkehrsverbands zeigen, machten reine E-Autos insgesamt 95,9 Prozent aller neu zugelassenen Fahrzeuge aus. Im Dezember lag der Anteil sogar bei fast 98 Prozent. Damit stieg der Jahreswert gegenüber knapp 89 Prozent im Jahr 2024.
Norwegen, selbst Ölproduzent, vollzieht den Wechsel zu batteriebetriebenen Fahrzeugen deutlich schneller als der Rest Europas. Dort führte die schwache Nachfrage nach Elektroautos im vergangenen Monat dazu, dass die EU ihr geplantes Verbot für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor ab dem Jahr 2035 aufweichen will . Norwegen hatte sich das Jahr 2025 als Ziel für das Verbrenner-Aus gesetzt. Das Land setzt aber nicht auf ein Verbot, sondern vor allem auf steuerliche Anreize.
Laut den Daten war Tesla in Norwegen bereits das fünfte Jahr in Folge die meistverkaufte Automarke. Der Marktanteil betrug 19 Prozent. Dahinter kamen Volkswagen (13 Prozent) und Volvo mit (knapp 8). Allein vom Model Y verkaufte Tesla 27.621 Autos. Die wenigen neu zugelassenen Verbrenner waren meist Spezialfahrzeuge wie rollstuhlgerechte Autos oder Fahrzeuge von Polizei und Rettungsdiensten, daneben Hybrid- und Sportwagen.
Im Oktober hatte die norwegische Regierung angekündigt, ab diesem Jahr umgerechnet bis zu 4300 Euro Mehrwertsteuer pro Elektrofahrzeug zu erheben. Nur Elektroautos mit einem Preis unter 300.000 norwegischen Kronen – rund 25.000 Euro – sollen im Jahr 2026 weiterhin von der Mehrwertsteuer befreit bleiben.
Die Ankündigung löste gegen Jahresende einen Ansturm von Käufern aus, die die Frist noch einhalten wollten. »Wir haben sehr schnell Fahrzeuge umgeleitet, die ursprünglich nicht für Norwegen bestimmt waren, um sie schneller hierherzubringen«, sagte Per Gunnar Berg, Geschäftsführer von Ford Norway, der Nachrichtenagentur Reuters.
Gleichzeitig verteuerte die Regierung konsequent den Betrieb von Benzin- und Dieselfahrzeugen, erklärte Christina Bu, Leiterin des norwegischen Elektroauto-Verbands. »Das wird außerhalb Norwegens oft missverstanden – man denkt, es gehe nur um Steuerbefreiungen und Vergünstigungen, aber es geht auch sehr stark um die Peitsche«, sagte Bu. Verbrenner würden »aus dem Markt herausbesteuert«.Für Verbrenner-Pkw wird in Norwegen eine Zulassungssteuer fällig, die um die 10.000 Euro betragen kann. Zudem steigen die Abgaben auf fossile Kraftstoffe.
