Im oberpfälzischen Regenstauf haben die Behörden in einem Zentrallager des Discounters Norma Rattenbefall und Hygienemängel festgestellt. Wie das Landratsamt Regensburg mitteilte, wurden gegen das Unternehmen Auflagen verhängt. Zudem seien zwei Bußgeldverfahren eingeleitet und Zwangsgelder verhängt worden, so ein Behördensprecher. Weitere Kontrollen wurden angekündigt.
Norma räumte gegenüber dem Bayerischen Rundfunk in einer schriftlichen Stellungnahme den Rattenbefall ein. Das Unternehmen teilte auch mit, dass keine mit Kot und Urin kontaminierte Ware in den freien Verkauf gekommen sei. Die Gesundheit von Mitarbeitern sei zudem ebenfalls nicht gefährdet worden. Dem Landratsamt liegen nach eigenen Angaben keine Erkenntnisse darüber vor, dass belastete Ware an Filialen ausgeliefert worden sei. Mit Kotspuren verunreinigte Ware sei vollständig vor Ort entsorgt worden.
Eine Verbraucherbeschwerde hatte dem Landratsamt zufolge den Anstoß für eine Kontrolle durch die Lebensmittelüberwachung am 4. August gegeben. Dabei seien in Teilbereichen des Trockenlagers Hygienemängel wie Staub und Schmutz sowie ein Rattenbefall festgestellt worden. Weil die Mängel bei einer Nachkontrolle am 1. September noch nicht vollständig behoben waren, seien eine weitere Kontrolle sowie die Einleitung eines Ordnungswidrigkeitenverfahrens angekündigt worden.
SPD-Politikerin: »Warum ist die Behörde erst im September eingeschritten?«
Bei einer Kontrolle am 9. September seien die Mängel erneut nicht vollständig beseitigt gewesen, woraufhin die Behörde dem Betreiber 17 zu erledigende Einzelmaßnahmen auferlegt habe. Die Behebung der Hygienemängel sei bis 16. September verlangt worden, die Frist für die Behebung baulicher Mängel unter anderem an Rolltoren und dem Fußboden ende am 12. Oktober.
Bei der mit dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) durchgeführten Kontrolle am 16. September seien die Hygienemängel behoben gewesen. »Der Hygienestatus im Zentrallager war aufgrund der zum Großteil umgesetzten Maßnahmen wieder in einem insgesamt akzeptablen Zustand«, teilte der Sprecher mit.
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Der Schädlingsbefall sei zwar weiterhin vorhanden gewesen, »jedoch bereits in geringerem Umfang«. Vorbeugende Schädlingsbekämpfungsmaßnahmen im Außenbereich müssten zudem noch »dringend verbessert werden«. Das Landratsamt kündigte an: »Es ist geplant, wöchentlich mindestens eine Kontrolle durchzuführen, bis der Rattenbefall erledigt ist.«
Die SPD-Fraktion im Bayerischen Landtag fordert Aufklärung darüber, weshalb die Behörden nicht früher eingeschritten sind. Die verbraucherschutzpolitische Sprecherin Anna Rasehorn sagte: »Rattenkot und Urin zwischen Lebensmitteln sind nicht nur eklig, sondern ein ernstes Problem für den Verbraucherschutz.« Sie verlangt konkrete Antworten: »Warum ist die Behörde erst im September eingeschritten, wenn das Problem seit einem Jahr bekannt war, wie oft wurde kontrolliert und warum wurde die Öffentlichkeit nicht früher informiert?«, fragt sie.
Es sei seit Monaten bekannt, dass bei der Lebensmittelüberwachung in Bayern vielerorts Personal fehle, so Rasehorn. Umso wichtiger sei jetzt die Frage, ob die Kontrollen in diesem Fall ausreichend waren.
Nach Angaben des Landratsamtes gab es vor der Kontrolle am 4. August zuletzt am 19. Mai 2026 und am 19. November 2025 Kontrollen in dem Norma-Zentrallager in Regenstauf. Norma teilte dem Bayerischen Rundfunk mit, die Mitarbeiter seien sensibilisiert und geschult, um zu jeder Zeit die notwendigen Hygienestandards einzuhalten. Es fände zudem »eine tägliche Unterhaltsreinigung durch eine Fachfirma statt«.
Ratten können durch Bisse, Kot und Urin schlimmstenfalls tödliche Krankheiten übertragen. In ihrem Fell tragen die Tiere, die oft in der Kanalisation leben, zudem viel Dreck mit sich herum. Vorräte wie in einem Lebensmittellager sind für sie eine willkommene Nahrungsquelle. Lesen Sie hier mehr dazu , wie Sie Ratten schnell wieder loswerden.
