SpOn 07.12.2025
13:05 Uhr

Norfolk: Erster wilder Biber in England seit Ausrottung vor 400 Jahren gesichtet


In Großbritannien waren Biber einst heimisch, bis sie im 16. Jahrhundert gejagt und ausgerottet wurden. Jetzt haben Naturschützer wieder Hoffnung.

Norfolk: Erster wilder Biber in England seit Ausrottung vor 400 Jahren gesichtet

Erstmals seit der Ausrottung der Biber in Großbritannien zu Beginn des 16. Jahrhunderts wurde in Norfolk ein wild lebender Biber gesichtet. Eine Wildkamera des Pensthorpe Natural Park filmte das Nagetier vor einigen Wochen dabei, wie es Baumstämme schleppte und sich eine Biberburg baute.

»Dieses Tier ist einfach so in unserem Reservat aufgetaucht. Niemand weiß, woher es kommt, aber es hat einen, wie ich finde, perfekten Biberlebensraum gefunden«, sagte der Leiter des Reservats, Richard Spowage, dem »Guardian« . Er schätzt, dass der Biber seit etwa einem Monat in einem abgelegenen und fast unzugänglichen Bereich des Reservats lebt.

Es ist das erste Mal, dass ein frei lebender Biber in der Grafschaft gesichtet wurde, nachdem 2015 ein Wurf Jungtiere in Devon geboren wurde und die Art begonnen hatte, sich in der englischen Landschaft wieder anzusiedeln.

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Verdacht nach Fund spitzer Baumstümpfe

Der nachtaktive Pflanzenfresser sammelt nachts Weidenrinde und baut sich in der Nähe seines Baus einen Vorratsschrank. »Er ist aufgetaucht und tut einfach das, was ein Biber eben tut: Bäume fällen und Nahrung für den Winter sammeln. So kann er sich, wenn es zu kalt wird oder es Überschwemmungen gibt, in seine kleine Burg zurückziehen und sich warmhalten«, erklärte Spowage.

»Es handelt sich um einen Abschnitt des Flusses, den wir der Natur überlassen haben«, fügte er hinzu. »Es gibt dort viel Baumbestand, und wir glauben, dass er möglicherweise in die angrenzenden Sümpfe wandert, um nach Nahrung zu suchen.«

Seinen ersten Verdacht auf die Anwesenheit eines Bibers im Reservat hegte er, nachdem ein Freiwilliger einen seltsam geformten Baumstumpf entdeckt hatte, der »fast wie ein spitzer Stock geschnitten« war.

Zuerst fragte er sich, ob vielleicht »ein kleiner Junge mit einer Axt irgendwie seinen Weg in den Wald gefunden hatte«. Aber nachdem er »klassische Biber-Späne« am Fuße eines anderen Baumes entdeckt hatte, stellte er Wildkameras auf, die den einsamen Biber schließlich einfingen, als er nachts durch den Wald lief.

Bibersichtung als Hoffnungsschimmer

»Feuchtgebiete gehören zu den am stärksten bedrohten Lebensräumen im Vereinigten Königreich«, sagte Spowage. »Die Tatsache, dass hier ein Biber gesichtet wurde, erinnert daran, was möglich ist, wenn man Naturschutz in großem Maßstab betreibt.«

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Da Biber nachtaktiv sind, sind Sichtungen äußerst selten, und das Naturschutzgebiet erklärte, dass es dies nicht als Besucherattraktion bewerben wolle, sondern vielmehr feiern wolle, was diese Entdeckung für das Gebiet bedeute.

jmm