Dem 40-seitigen Papier zufolge hätten in der vergangenen Spielzeit rund acht Millionen Euro in dem Bundesland eingespart werden können, wenn die Kosten für Hochrisikospiele, sogenannte Rotspiele, in den ersten drei Ligen in Rechnung gestellt worden wären. Ausgeweitet auf Partien mit einem mittleren Risiko (Gelbspiele) seien 15 Millionen zu erwarten.
Die Finanzprüfer werteten die 267 Spiele in der Saison 2024/2025 in den obersten drei Ligen aus. 54 davon waren als sogenannte Rotspiele klassifiziert. Das entspricht einem Anteil von 20 Prozent der Spiele. Laut dem LRH ist der Personalaufwand für die Polizei bei Rotspielen drei- bis viermal so hoch wie bei Gelb- oder Grünspielen.
Das Vorbild: Bremen
Laut Landesrechnungshof ist es »nicht nachvollziehbar, dass die öffentliche Hand – und damit die Steuerzahlenden – regelmäßig mit erheblichen finanziellen Aufwendungen belastet wird«, um die Sicherheit von Spielen zu gewährleisten, deren Ertrag »weit überwiegend privatwirtschaftlichen Akteuren zufließt«.
Sowohl die »rechtlichen Rahmenbedingungen als auch die haushaltspolitische Vernunft« sprächen dafür, neue Regeln einzuführen. Als Vorbild nennt der Landesrechnungshof ein anderes Bundesland: Bremen.
Bremen hatte 2015 nach einem Hochrisikospiel – Werder Bremen gegen Hamburger SV – der DFL in Rechnung gestellt, was die Polizei an zusätzlichem Aufwand hatte. Die DFL klagte dagegen. Es folgte ein rund zehnjähriger Rechtsstreit. Im Januar 2025 wies das Bundesverfassungsgericht eine Verfassungsbeschwerde der DFL zurück.
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Die Polizei in Nordrhein-Westfalen muss Kosten reduzieren und sucht nach Möglichkeiten zu sparen. Das NRW-Innenministerium von Herbert Reul (CDU) – der als großer Fan von Bayer Leverkusen gilt – hat die Prüfungsmitteilung des LRH Ende November erhalten. Bis Ende Januar 2026 muss es antworten.
Bereits im Herbst 2021 hatten sich die Präsidenten der Rechnungshöfe des Bundes und der Länder dafür ausgesprochen , Veranstalter »an den Kosten erhöhten Polizeiaufwands bei risikobehafteten Großveranstaltungen zu beteiligen«.
