In Nordmazedonien hat die Polizei die Rekordmenge von mehr als 40 Tonnen Cannabis beschlagnahmt. Wie ein Sprecher des Innenministeriums am Samstag mitteilte, richteten sich die Razzien gegen Hersteller von medizinischem Cannabis. Allein bei einem Unternehmen in der Hauptstadt Skopje wurden demnach rund neun Tonnen Cannabis und mehr als 1300 Flaschen Cannabisöl beschlagnahmt.
Nordmazedonien hatte 2016 den Anbau von Cannabis für medizinische Zwecke legalisiert. Die Behörden deckten nun aber »eine Reihe von Unregelmäßigkeiten und gravierenden Verstößen« der Unternehmen im Umgang mit dem Cannabis auf, wie der Ministeriumssprecher sagte. Angaben zu Festnahmen oder zum Straßenverkaufswert der beschlagnahmten Drogen machte er zunächst nicht. Die Staatsanwaltschaft will nach dem Ende der Razzien Einzelheiten bekannt geben.
Hinweise aus Serbien
Wie nordmazedonische Medien berichteten, hatten die Firmen das Cannabis nicht vorschriftsmäßig gelagert oder verarbeitet. Die Ermittler vermuten demnach, dass es für den illegalen Konsum oder für den Schmuggel bestimmt war.
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Ende Januar waren in einem Dorf im Nachbarland Serbien fünf Tonnen Cannabis beschlagnahmt worden. In Serbien ist der Anbau von Cannabis illegal. Nach Angaben serbischer Ermittler stammte das Cannabis aus Nordmazedonien. Ein Verdächtiger, der in Serbien festgenommen wurde, ist nach Angaben der nordmazedonischen Behörden einer der Eigner der Firma in Skopje.
Auch in Deutschland gibt es eine Diskussion zu medizinischem Cannabis, da gerade Onlineapotheken offensiv Werbung für problemlos verfügbare Rezepte machen. Die Bundesregierung will den Zugang nun einschränken. Lesen Sie hier , welche möglichen Nebenwirkungen der Vorstoß haben könnte.
