SpOn 05.01.2026
00:31 Uhr

Nordkorea will Hyperschallraketen getestet haben – Verweis auf Venezuela


Aus vielen Ländern kommt Kritik am Einschreiten der USA in Venezuela. Das nordkoreanische Regime sendet neben deutlichen Worten eine noch deutlichere militärische Botschaft.

Nordkorea will Hyperschallraketen getestet haben – Verweis auf Venezuela

Die geopolitischen Folgen des US-Angriffs auf Venezuela sind noch gar nicht abzusehen (hier  lesen Sie mehr zu der Aktion in Caracas). Doch Reaktionen gibt es reichlich. Eine davon kommt aus Pjöngjang: Nach dem Schritt der USA hat Nordkorea nach ‌eigenen Angaben Hyperschallraketen getestet.

Die Raketenstarts hätten am Sonntag stattgefunden, um die militärische Einsatzfähigkeit zur Kriegsabschreckung zu prüfen, meldete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA am Montag (Ortszeit).

Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un habe den Test beaufsichtigt. »Es ist eine ‌sehr wichtige Strategie, die starke und zuverlässige nukleare Abschreckung aufrechtzuerhalten ⁠oder auszubauen«, ‍wurde Kim zitiert. Dies gelte vor dem Hintergrund »der jüngsten geopolitischen Krise und verschiedener internationaler Umstände«.

Hyperschallraketen gelten als besonders gefährlich, da sie aufgrund ihrer hohen Geschwindigkeit und Manövrierfähigkeit besonders schwer von konventionellen Raketenabwehrsystemen abzufangen sind.

Nordkorea ist es durch Uno-Beschlüsse untersagt, ballistische Raketen jeglicher Reichweite zu starten. Abhängig von der Bauart können solche Geschosse auch mit einem Atomsprengkopf ausgerüstet werden. Trotz internationaler Sanktionen testet das weithin isolierte Land immer wieder atomwaffenfähige Raketen.

Test während Besuchs in China

KCNA zufolge trafen die Raketen Ziele in einer Entfernung von rund tausend Kilometern über dem Meer ⁠östlich von Nordkorea. Das südkoreanische Militär hatte am Sonntag erklärt, Nordkorea habe ballistische Raketen in ‌Richtung des Meeres ‍im Osten des Landes abgefeuert. Der Test fand während ‍eines Staatsbesuchs des südkoreanischen Präsidenten Lee Jae-myung in China statt.

Die USA hatten in der Nacht auf Samstag eine Reihe von Zielen in Venezuela angegriffen, den autoritären Präsidenten Nicolás Maduro gefangen genommen und außer Landes gebracht. Ihm soll nun in New York wegen Drogendelikten der Prozess gemacht werden. Die politische Zukunft des ölreichen Landes ist indes unklar. (Lesen Sie hier  mehr über die wirtschaftlichen Hintergründe des US-Angriffs im Ölstaat Venezuela.)

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Am ​Sonntag hatte Nordkorea die US-Intervention in ‌Venezuela als Verletzung staatlicher Souveränität verurteilt. China und Russland – mit beiden Ländern unterhält Nordkorea enge Beziehungen – kritisierten das Einschreiten der USA ebenfalls scharf. »Solche hegemonialen Handlungen der USA verstoßen schwerwiegend gegen das Völkerrecht und die Souveränität Venezuelas und bedrohen Frieden und Sicherheit in Lateinamerika und der Karibik«, wurde ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums zitiert. (Mehr zu den Reaktionen lesen Sie hier.)

Russland forderte die amerikanische Führung auf, ihre Position zu überdenken und den »rechtmäßig gewählten Präsidenten eines souveränen Landes und seine Ehefrau« freizulassen.

jok/Reuters