SpOn 23.12.2025
08:08 Uhr

Nigeria: 28 Menschen auf dem Weg zu muslimischem Fest entführt


Erst am Wochenende konnte Nigerias Regierung die Freilassung von 130 entführten Schulkindern verkünden. Nun melden die Behörden erneut eine Massenentführung. Unter den 28 Verschleppten sind auch Frauen und Kinder.

Nigeria: 28 Menschen auf dem Weg zu muslimischem Fest entführt

Die Sicherheitslage in Nigeria bleibt angespannt. Am Wochenende haben bewaffnete Kämpfer 28 Menschen entführt, die auf dem Weg zu einer muslimischen Feierlichkeit waren. Die Betroffenen, darunter Frauen und Kinder, seien am Sonntag im nigerianischen Bundesstaat Plateau auf dem Weg zu einem Treffen anlässlich des Jahrestags der Geburt des Propheten Mohammed entführt worden, hieß es in einem am Montag verfassten offiziellen Bericht.

Seit Jahren greifen schwer bewaffnete kriminelle Banden immer wieder in ländlichen Gebieten im Nordwesten und im Zentrum Nigerias an, um Menschen zu entführen und Lösegeld zu erpressen. Tausende Menschen wurden getötet. Die Gangs haben ihre Lager in einem riesigen Waldgebiet, das sich über mehrere Bundesstaaten erstreckt.

130 Schulkinder nach wochenlanger Gefangenschaft frei

Erst am Sonntag hatte das nigerianische Präsidentschaftsbüro die Freilassung von 130 im November aus einem katholischen Internat entführten Schülern bekannt gegeben. Die Kinder waren am 21. November verschleppt worden. Damals wurden in der Gemeinde Papiri 303 Kinder und 12 Lehrer aus der St. Mary’s Catholic School entführt. Die Mehrheit der Entführten bestand aus Grundschulkindern unter zwölf. Nach Angaben von Eltern waren auch Fünfjährige unter den Opfern.

Dutzende konnten sich kurz nach der Entführung befreien oder wurden auf dem Marsch in den Busch zurückgelassen. In den vergangenen Wochen waren weitere Kinder allmählich freigekommen.

Offiziell hat sich bisher keine Gruppe zu den Entführungen bekannt. Es wird jedoch vermutet, dass eine in der Region operierende Bande dahintersteckt. Die jüngste Entführungswelle führte dazu, dass mehrere Bundesstaaten im Norden und Zentrum Nigerias die Schließung von Schulen anordneten.

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Nigeria wird von zahlreichen Konflikten zwischen verschiedenen Ethnien und Bevölkerungsgruppen erschüttert, denen Christen wie Muslime gleichermaßen zum Opfer fallen. Das bevölkerungsreichste Land Afrikas ist in einen mehrheitlich muslimischen Norden und einen weitgehend christlichen Süden geteilt. Die nigerianischen Behörden weisen Vorwürfe zurück, dass Christen im Land verfolgt werden.

Anfang November hatte die US-Regierung Nigeria wegen der angeblich gezielten Tötung von Christen mit einem US-Militäreinsatz gedroht. US-Präsident Donald Trump behauptete, Christen seien in Nigeria einer »existenziellen Bedrohung« ausgesetzt.

asc/AFP