Ein Mann in den Niederlanden ist wegen des sexuellen Missbrauchs und der Misshandlung seiner vier Töchter zu 16 Jahren Haft verurteilt worden. Das teilte ein Gericht in der Stadt Arnhem mit . Die Mutter muss für zehn Monate ins Gefängnis, weil sie teils an den Taten beteiligt war.
Die Eltern hätten die Mädchen demnach während der gesamten Kindheit misshandelt. Sie seien immer wieder geschlagen, im Keller eingesperrt und unter kalte Duschen gestellt worden. Eine Tochter sei auch weiterhin sexuell missbraucht worden, nachdem sie das Elternhaus verlassen hatte. Die heute 59-jährige Mutter soll den 61-jährigen Vater zu den meisten Taten angewiesen oder angestiftet haben. Teils habe sie ihre Kinder aber auch selbst geschlagen.
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Die Töchter erstatteten dem Gericht zufolge Anzeige gegen ihre Eltern. In ihrem Leben hätten die Erlebnisse »tiefe Spuren« hinterlassen, heißt es in der Mitteilung des Gerichts. Unter anderem hätten sie sich dauerhaft in einem »enormen Loyalitätskonflikt« befunden, seien gedemütigt und zum Schweigen gezwungen worden: »Ein sicheres Zuhause mit dem Schutz eines Vaters und einer Mutter haben sie während ihrer Kindheit nicht gekannt.«
Den Eltern wurde dem Gericht zufolge der Kontakt zu den Töchtern untersagt. Zudem müssen sie Zehntausende Euro Schadensersatz zahlen.
Nach Angaben der Nachrichtenagentur ANP beschrieb die Staatsanwaltschaft die Familie als »sehr verschlossen und gläubig«. Wie die Zeitung »De Telegraaf« berichtet, war sie Mitglied einer Kirchengemeinde. Ein Sprecher der Gemeinde bezeichnete den Fall demnach als »sehr ernst und zutiefst traurig«.
Die Strafe des Vaters entspricht den Forderungen der Anklage. Gegen die Mutter waren zehn Jahre Haft gefordert worden, weil sie nicht nur an den Misshandlungen, sondern auch am sexuellen Missbrauch beteiligt gewesen sein soll. Von diesem Vorwurf sprach das Gericht sie mangels Beweisen aber frei.

