SpOn 06.01.2026
20:27 Uhr

Nicolás Maduro: Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum verlangt »fairen Prozess« in den USA


Donald Trump hat nach der Gefangennahme von Venezuelas Machthaber auch Mexiko gedroht. Dessen Präsidentin Claudia Sheinbaum setzt sich nun vorsichtig für Nicolás Maduro ein.

Nicolás Maduro: Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum verlangt »fairen Prozess« in den USA

Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum hat ein angemessenes Verfahren für den in den Vereinigten Staaten inhaftierten venezolanischen Machthaber Nicolás Maduro gefordert. »Nun, da Präsident Maduro inhaftiert ist, fordern wir einen fairen Prozess«, sagte Sheinbaum am Dienstag vor Journalisten in Mexiko-Stadt.

Das US-Militär hatte den linksnationalistischen Staatschef und dessen Frau in der Nacht zum Samstag in Caracas gefangen genommen und in die USA gebracht. Der 63-Jährige ist dort unter anderem wegen »Drogenterrorismus« angeklagt und muss sich vor einem Gericht in New York verantworten. Seit Maduros Gefangennahme hat US-Präsident Donald Trump auch Drohungen gegen andere linksgerichtete Regierungen in der Region ausgesprochen, darunter Kuba, Kolumbien und Mexiko.

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Am Wochenende deutete Trump beispielsweise einen ⁠Militäreinsatz in ‍Mexiko zur Bekämpfung von Drogenkartellen an. Dem Sender Fox News sagte er, nicht Sheinbaum habe die Kontrolle in Mexiko, sondern die Drogenkartelle. »Sie hat große Angst vor den Kartellen.« ​Die USA hätten mehrfach angefragt, ob Sheinbaum wolle, dass man diese ‌ausschalte, aber sie ⁠habe Nein gesagt. »Also müssen wir bezüglich Mexiko etwas unternehmen«, sagte Trump dem Sender unter Verweis auf die Drogentoten in den USA.

Sheinbaum sagte daraufhin am Montag, sie gehe nicht von einem Einmarsch der USA ‌aus. »Ich glaube nicht, dass es eine Invasion geben wird«, sagte Sheinbaum sie. »Ich glaube nicht einmal, dass es etwas ist, das sie ernsthaft in Erwägung ziehen.« Trump habe zwar mehrmals darauf bestanden, dass die US-Armee in Mexiko einmarschieren dürfe. »Wir haben sehr entschieden Nein gesagt - erstens, weil wir unsere Souveränität verteidigen, und zweitens, weil es nicht notwendig ist.« Mexiko sei ein souveränes Land, das mit ‌den USA im Kampf gegen den Drogenschmuggel und in Sicherheitsfragen zusammenarbeitet.

sol/AFP/Reuters