SpOn 29.01.2026
20:27 Uhr

Nicki Minaj und Donald Trump: Freundschaft bis in die Fake-Fingerspitzen


Popstar Nicki Minaj orientiert sich immer mehr in Richtung Trump. Inzwischen nennt sie sich »Nummer-1-Fan« des US-Präsidenten. Das kommt in Washington natürlich gut an und wird auch sofort mit skurriler Cross-Promo belohnt.

Nicki Minaj und Donald Trump: Freundschaft bis in die Fake-Fingerspitzen

Nicki Minajs Fingernägel glitzern rosa und hellblau, als sie ihre Hand in die von Donald Trump legt. Mehrere Zentimeter Fake-Perlmutt ruhen auf dem mit Make-up bedeckten Handrücken des US-Präsidenten, während dieser die Rapperin zu einem Rednerpult führt.

Was nach einer Persiflage in einem KI-Musikvideo klingt, hat sich am Mittwoch tatsächlich so zugetragen – als Minaj Trump bei einer Veranstaltung unterstützte. Die 43-Jährige war nach Washington D.C. gereist, um dem Trump Accounts Summit beizuwohnen; nahm dort in der ersten Reihe neben US-Finanzminister Scott Bessent Platz und klatschte begeistert als Donald Trump von seinen Finanzplänen für Kinder referierte.

Nicki Minaj unterstützt Trump-Accounts

Mithilfe sogenannter Trump-Accounts sollen Kinder teils von Geburt an zu Aktionären gemacht werden. Babys, die zwischen 2025 und 2028 geboren werden, sollen demnach je 1000 US-Dollar erhalten, die in Aktien angelegt werden. Ziel sei es, so sagte es mal der republikanische Senator Ted Cruz, Kinder schon so früh wie möglich zu Kapitalisten zu machen. Auszahlungen dieser Geldanlage seien deshalb erst nach dem 18. Geburtstag möglich.

Rapperin Nicki Minaj scheint von dem Vorhaben überzeugt. Laut Trump, der die Musikerin nach etwa einer halben Stunde Vortrag auf die Bühne holte, wolle Minaj mehrere Hunderttausend Dollar in das Projekt investieren – für die Kinder ihrer Fans. »Nicki«, lobhudelte Trump, sei »eine großartige Unterstützerin. Sie ist so gut, sie ist MAGA. Sie war schon die ganze Zeit an unserer Seite.« Außerdem verdiene Minaj eine Menge Geld.

Nur wenige Sätze später half der US-Präsident ihr auch gleich dabei, noch mehr davon zu verdienen. Ans Publikum gerichtet, sagte Trump, er liebe Minajs Fingernägel. Und fügte grinsend an: »Ich werde meine Nägel nun auch wachsen lassen.«

Was zunächst skurril klingen mag, ist nichts anderes als geschickte Promo.

Minajs auffällige, teils mehrere Zentimeter lange Acrylnägel sind ihr Markenzeichen. 2024 machte sie diese zum Geschäft, gründete einen eigenen Online-Shop für Press-On-Nails und benannte das Unternehmen nach ihrem ersten Album »Pink Friday«. Trump nannte die Firma zwar nicht konkret, brachte Minajs Nägel aber erneut ins Gespräch – und sorgte gleich für die passenden Bilder.

Bunte Fingernägel neben geschminktem Handrücken: Immer wieder deckt Trump Blutergüsse an seinen Händen mit Make-up ab. Die Flecken lösen immer wieder Diskussionen über den Gesundheitszustand des US-Präsidenten aus.

Bunte Fingernägel neben geschminktem Handrücken: Immer wieder deckt Trump Blutergüsse an seinen Händen mit Make-up ab. Die Flecken lösen immer wieder Diskussionen über den Gesundheitszustand des US-Präsidenten aus.

Foto: Win McNamee / Getty Images

Als Minaj zu ihm auf die Bühne trat, ergriff er umgehend ihre Hand – und führte sie für die Kameras bestens sichtbar an dieser zum Rednerpult.

Minaj, zunächst leicht verwirrt, dankte dem Präsidenten umgehend mit ebenfalls großen Worten. Sie sei sein Nummer-1-Fan, so die Musikerin ins Mikrofon. Das werde sich auch nicht mehr ändern. »Der Hass oder das, was die Leute sagen, beeinflusst mich überhaupt nicht. Es motiviert mich sogar, ihn noch mehr zu unterstützen«, so Minaj weiter. Sie wolle dazu aufrufen, die Hetzkampagnen gegen Trump an dessen Fans abprallen zu lassen.

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Von der Trump-Kritikerin zum »Nummer-1-Fan«

Dass sich Minaj als »Nummer-1-Fan« von Trump bezeichnet, kommt überraschend. Zwar hatte sich die in Trinidad und Tobago geborene Sängerin in den letzten Monaten immer mal wieder hinter den US-Präsidenten gestellt, 2018  hatte sie sich aber noch klar gegen die Einwanderungspolitik Trumps ausgesprochen und sich lange für ein liberales Amerika und für Frauen eingesetzt.

Erst Ende Dezember, im Gespräch mit Charlie Kirks Witw Erika, hatte sie sich der MAGA-Bewegung öffentlich angeschlossen. Woher ihr Sinneswandel kam, ist bislang nicht bekannt. Trump aber dürfte dieser bestens gefallen. Minaj beschert dem Republikaner Zugang zu einer jungen und weiblichen Zielgruppe, die er bislang so vermutlich nicht erreicht hat. Und die er gerade jetzt, wo in mehreren amerikanischen Städten lautstark gegen die Abschiebepolitik der US-Regierung protestiert wird, dringend braucht.

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Nur wenige Stunden nach der Veranstaltung revanchierte sich Trump deshalb erneut bei Minaj. Die Rapperin ist nun, so postete sie es bei X, im Besitz einer »Trump Gold Card«. Angeblich habe sie die Karte, die ein Aufenthaltsrecht in den USA garantiert und die eigentlich eine Million US-Dollar kostet, gratis erhalten. Weiter bezeichnete sie Trump als ihren »wunderbaren, großzügigen, charmanten« Präsidenten. Das Weiße Haus retweete ihren Post sofort, bezeichnete Minaj darin als »super cool«.

Eine manikürte Hand füttert die andere – oder so.