SpOn 04.02.2026
18:19 Uhr

News des Tages: Der Komplex Jeffrey Epstein und die Vorwürfe gegen Bill Gates, attackierter Schaffner, Jetset-Bundesregierung


Melinda French Gates spricht über den Fall Epstein und die Vorwürfe gegen ihren Ex-Mann Bill. Ein Fahrgast prügelt einen Schaffner offenbar mit bloßen Händen tot. Und die Merz-Regierung flog mit sechs Jets nach Rom. Das ist die Lage am Mittwochabend.

News des Tages: Der Komplex Jeffrey Epstein und die Vorwürfe gegen Bill Gates, attackierter Schaffner, Jetset-Bundesregierung
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Podcast Cover

1. Der Epstein-Komplex

Kaum ein Tag ohne Epstein-Neuigkeiten: Seit das US-Justizministerium den angeblich letzten Schwung Akten zum Komplex veröffentlicht hat, durchforsten Rechercheure jeder Couleur den Datenwust. Es werden schockierende Details öffentlich, es sprießen aber auch neue Verschwörungstheorien. Es ist nicht leicht, den Überblick zu bekommen und zu behalten.

Melinda Gates 2021

Melinda Gates 2021

Foto: Michel Euler / AP

Ein Beispiel: Melinda French Gates, 61, äußert sich in einem Podcast zu »diesem Dreck«, dem sie entkommen sei. Ihren Ex-Mann Bill Gates belasten die Akten schwer, es tauchen E-Mails auf, die Epstein offenbar im Sommer 2013 an sich selbst geschickt hat. Dort heißt es, Gates habe versucht, eine sexuell übertragbare Krankheit vor Melinda zu verbergen, nachdem er Sex mit »russischen Mädchen« gehabt habe. Gates weist die Anschuldigungen zurück. Ein Sprecher bezeichnete sie als »absurd und völlig falsch« (hier mehr).

Sicher ist, dass sich das Epstein-Netz um die Welt spannte. Das wird etwa an einem Fall deutlich, über den mein Kollege Christoph Giesen berichtet, unser Korrespondent in London: »Epstein wusste vorab von der Eurorettung. Sein Informant: Peter Mandelson – damals britischer Minister und nun im Zentrum einer Affäre, die Sprengkraft bis in den Machtzirkel von Premier Keir Starmer hat.« Christoph findet: »Die Epstein-Akten sind mehr als ein Archiv des Missbrauchs. Sie sind ein Stresstest für ein politisches System.«


2. Totgeprügelt bei Fahrkartenkontrolle

Der Schaffner Serkan C., der am Montagabend bei einer Fahrkartenkontrolle angegriffen wurde, ist tot. Er erlag im Krankenhaus seinen Verletzungen (hier mehr).

Ermittler gehen davon aus, dass die Tat sich so abspielte: Serkan C., 36, kontrolliert am Montagabend im Regionalexpress zwischen dem rheinland-pfälzischen Landstuhl und dem saarländischen Homburg die Tickets der Passagiere. Ein 26-jähriger Grieche kann keine Fahrkarte vorweisen, Serkan C. will ihn des Zuges verweisen. Der jüngere Mann greift den Zugbegleiter an, hämmert ihm seine Fäuste ins Gesicht. Andere Passagiere rufen die Polizei, leisten Erste Hilfe; sie versuchen, Serkan C. zu reanimieren.

Bundesweit gibt es jetzt Anteilnahme, Empörung, Erschütterung. Der Verkehrsminister zeigt sich »entsetzt«, die saarländische Ministerpräsidentin und ihr rheinland-pfälzischer Kollege sind »geschockt«, die Bahn-Chefin ist »fassungslos und traurig« (hier mehr dazu).

Leider gehört rohe Gewalt längst zum Alltag im Nah- und Fernverkehr; fast 3000 Straftaten gegen Bahn-Mitarbeitende und Bundespolizisten verzeichneten die Behörden allein im vergangenen Jahr. Nicht alles sind Fausthiebe, es gibt auch Bedrohungen und Diebstähle. Gewerkschafter fordern mehr Personal: Zugbegleiter sollten zu zweit losziehen. Aber reicht das? Und ist es realistisch?

Die Debatte ist kaum entbrannt, da kommt schon die nächste Schockmeldung: Ein 43-jähriger Mann soll einen Bahn-Mitarbeiter am Bahnhof Hamburg-Dammtor niedergeschlagen und ihm mehrfach ins Gesicht getreten haben.


3. Große Flugbereitschaft

Viel Flieger für Vielflieger: Die Bundesregierung rückte Ende Januar zu einem Treffen mit der italienischen Regierung für wenige Stunden aus. Jetzt zeigt sich: »Der Aufwand für den eher symbolischen Tagestrip war enorm«, wie meine Kollegen Matthias Gebauer und Paul-Anton Krüger berichten. Kanzler Merz und seine Minister flogen mit sechs Jets zum Minigipfel nach Rom. Sparsam geht anders.


Was heute sonst noch wichtig ist

  • Höcke scheitert mit Misstrauensantrag im Thüringer Landtag: Die Thüringer AfD ist mit ihrem Misstrauensantrag gegen den amtierenden CDU-Ministerpräsidenten gescheitert. Mario Voigt bleibt im Amt. Björn Höcke erhielt allerdings eine Stimme mehr, als seine Partei Abgeordnete hat.

  • Budapester Gericht verurteilt Maja T. zu acht Jahren Haft: Maja T. soll Rechtsextreme in Ungarn brutal attackiert haben. Nun ist die deutsche non-binäre Person verurteilt worden. Das Bundesverfassungsgericht hatte die Auslieferung in das EU-Land für rechtswidrig erklärt.

  • Grüne wollen Rente mit 63 für Gesunde abschaffen: Zwei Jahre früher in Rente ohne Abschläge – das sollen künftig nur jene können, die es gesundheitlich nicht länger schaffen, fordern die Grünen. Sie legen ein Konzept vor, wie das konkret aussehen kann.


Die berührendsten Geschichten heute: Das Protokoll einer Krebserkrankten und ein kleiner Junge barfuß im Schnee

Diese beiden Texte sind mir nah gegangen:

Birgit Funke

Birgit Funke

Foto:

Veronika Felder

  1. Etwa jede achte Frau erkrankt im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs, Birgit Funke, 47, ist eine von ihnen. Meine Kollegin Veronika Felder hat mit ihr darüber gesprochen, wie die Erkrankung das Leben verändert. Funke sagt Sätze wie diesen: »Du Arschloch, Krebs. Da hast du dich mit der Falschen angelegt.« (Hier das Protokoll .)

  2. Ein kleiner Junge barfuß im Schnee, ein Autofahrer ruft die Polizei: Nach einem Großeinsatz bei einer Familie in Menden prüfen die Behörden eine mögliche Kindeswohlgefährdung. Meine Kollegin Miriam Olbrisch hat mit der Mutter darüber gesprochen, wie es dazu kam. (Hier die ganze Geschichte .)


Was heute weniger wichtig ist

Foto: Cinema Publishers Collection / IMAGO

Harry Potter und das Jahr des Pferdes: Tom Felton, 38, bekannt als Draco Malfoy aus den Hogwarts-Filmen, erlebt in China gerade ein Comeback – allerdings nicht als Schauspieler, sondern als Neujahrs-Glücksbringer. In Wohnungen kleben an Türen, Wänden und Kühlschränken rote Banner und Quadrate, auf denen sein spöttisches Grinsen zu sehen ist. Denn am 17. Februar beginnt in China das Jahr des Pferdes. Malfoy passt wegen einer sprachlichen Ähnlichkeit erstaunlich gut ins Sortiment. Sein Nachname wird im Chinesischen als 马尔福 (»Ma Er Fu«) geschrieben. Das erste Zeichen 马 bedeutet »Pferd«, das letzte 福 steht für Glück, Wohlstand und Segen. Im Netz machen viele daraus einen Mitmachzauber: »Teile dieses Bild für gutes Glück.«


Mini-Hohlspiegel

Aus der »Rheinischen Post« über die Zeiten der Tennisspiele bei den Australian Open: »Durch die Zeitverschiebung von zehn Stunden werden die Spiele in Deutschland vor allem nachts zu sehen sein. Zu Beginn starten die Spiele in Australien um 11 Uhr Ortszeit, also um 1 Uhr in der Nacht in Deutschland. Die Topmatches der Night Sessions laufen dann aber zur besten deutschen Frühstückszeit. Zum Auftakt spielt Alexander Zverev am Sonntag beispielsweise um 3 Uhr, Yannick Hanfmann ist um 4.30 Uhr gefordert.«

Hier finden Sie den ganzen Hohlspiegel.

Cartoon des Tages

Entdecken Sie hier noch mehr Cartoons.

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Klaus Stuttmann


Und heute Abend?

Foto: Meg Pinsonneault / Stocksy

Drei Vorschläge, Sie könnten …

  • … einen Film gucken, vielleicht das Biopic »Springsteen: Deliver Me from Nowhere« bei Disney+. Jeremy Allen White, der von Ängsten geplagter Koch in »The Bear«, spielt den Boss. (Mehr Streamingtipps hier.)

  • … etwas kochen, vielleicht Spaghetti mit Chorizo, Grünkohl und Manchego. »Unsere Lieblingspasta dieser Wintersaison«, schreibt mein Effilee-Kollege Stevan Paul (hier das Rezept ).

  • … einen Podcast hören, vielleicht die Serie »Social Therapy – was braucht die Liebe von uns?« meiner Kollegin Petra Maier und meines Kollegen Lenne Kaffka. Ihnen erklärt eine Paarforscherin und Therapeutin, wie Beziehungen wachsen, woran sie zerbrechen und was Social-Media-Trends übers Dating verraten (hier mehr ).

Ich wünsche Ihnen einen erkenntnisreichen Abend.

Herzlich Ihr Oliver Trenkamp Blattmacher in der Chefredaktion