Volkswagens seltsamer Geldfund
Es hätte eine so gute Nachricht sein können: Die deutsche Automobilindustrie steckt in der Krise? Von wegen! Volkswagen geht es sogar so gut, dass der Konzern sechs Milliarden Euro mehr in der Kasse hat als ursprünglich erwartet. Wann hat man zuletzt von so einer schönen Überraschung gehört? Das ist ja wie im Märchen!
Volkswagen in Wolfsburg: Plötzlicher Geldsegen
Foto: Annegret Hilse / REUTERSAber es ist womöglich nicht ganz so schön, wie es klingt. Denn der plötzliche Geldsegen könnte, so analysiert mein Kollege Alexander Demling, gar nicht auf bessere Verkäufe und schlaue Einsparungen zurückzuführen sein, wie es der Vorstand behauptet. Vielmehr spricht einiges dafür, dass die Konzernspitze mal schnell einige Forderungen versilbert und einige Kosten ins nächste Jahr verschoben hat, um nicht nur den Cashflow in die Höhe zu treiben, sondern damit auch die eigenen Boni (und die Ausschüttungen für die Aktionäre).
Davon sind nun wiederum die VW-Mitarbeitenden wenig begeistert, schließlich ist es noch gar nicht so lange her, dass sich Vorstand und Betriebsrat auf Nullrunden und gestrichene Sonderzahlungen geeinigt haben. Aber wenn es VW nun plötzlich doch so gut geht, dass die Boni sprießen und die Rendite rockt, sollten dann nicht auch die Leute am Fließband etwas vom Milliardenkuchen abbekommen, fragen Sie? Gute Frage.
Die ganze Geschichte hier: Wie bei Volkswagen plötzlich sechs Milliarden Euro auftauchen konnten
Entschlossen und extrem wütend
Die iranische Staatsführung versucht, einen Angriff der USA mit neuen Verhandlungen über Teherans Nuklearprogramm abzuwenden, und lässt prominente Oppositionspolitiker festnehmen (mehr dazu hier). Zugleich ist der Zorn der Unterdrückten im Land ungebrochen. SPIEGEL-Mitarbeiterin Gilda Sahebi berichtet von ihren Gesprächen mit Menschen in Iran: Die Gesellschaft teile sich in zwei Gruppen, sagt etwa eine Mutter, deren 19-jähriger Sohn von den Sicherheitskräften getötet worden ist. Auf der einen Seite stünden trauernde Familien, »die nichts mehr zu verlieren haben und auf jeden Funken mit Protest und Gewalt reagieren werden«. Auf der anderen Seite stünden »jene, die Angst haben, weil sie erkannt haben, dass bei einem Protest dasselbe wieder passieren wird«.
Unruhen in Teheran (am 9. Januar)
Foto: Khoshiran / Middle East Images / IMAGODie Wut der Bevölkerung hat ein solches Ausmaß erreicht, dass viele Menschen vor weiteren Repressionen offenbar keine Angst mehr haben. Über diese fatalistische Geisteshaltung sei auch Staatsoberhaupt Ali Khamenei in einer Sitzung von hochrangigen Offiziellen informiert worden, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Ein Universitätsprofessor aus Teheran sieht durch die Niederschlagung einen Wendepunkt erreicht: »Die Menschen sind noch entschlossener und extrem wütend. Die Massentötungen haben die iranische Gesellschaft radikal transformiert.«
Die ganze Geschichte hier: Die nächste Runde könnte noch blutiger werden
Neue Streiks
Heute beginnt in Potsdam die dritte Verhandlungsrunde für den öffentlichen Dienst. Die Arbeitnehmervertreter fordern unter anderem Gehaltserhöhungen von sieben Prozent, monatlich aber mindestens 300 Euro mehr. Wie schon in den vergangenen Tagen werden auch heute wieder Warnstreiks die Tarifverhandlungen begleiten. Diesmal trifft es Berlin und Brandenburg: Hier sind die Beschäftigten von Kitas, Schulen, Bezirksämtern, Feuerwehr, Polizei sowie Hochschulen zum Streik aufgerufen.
Warnstreik (in Hamburg am 2. Februar)
Foto: BREUEL-BILD / IMAGOWer anderswo lebt, darf sich an dieser Stelle an einem naheliegenden Hauptstadtwitz erfreuen. Und da ist er schon: Die Berliner merken das doch gar nicht, wenn da gestreikt wird, da funktioniert doch sowieso nichts. Haha! Wer in Berlin oder Brandenburg lebt, kann da nur müde lachen. Noch weniger zu lachen hat nur, wer sich als junger Angestellter im öffentlichen Dienst in einer deutschen Großstadt auf Wohnungssuche macht.
Mehr Hintergründe hier: Warum so viele junge Menschen den öffentlichen Dienst verlassen
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Von wegen antifaschistisches Bollwerk – das ist gefährliche Doppelmoral: Ausgerechnet die Linken bringen in Thüringen einen Antrag mithilfe der Rechtsextremen durch. Dieses Vorgehen schadet der Brandmauer – und der Demokratie. Was die Partei stattdessen tun sollte .
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Verlierer des Tages…
Biathlet Sturla Holm Lægreid
Foto: Pierre Teyssot / EPA…ist der norwegische Biathlet Sturla Holm Lægreid. Nach dem Gewinn einer Bronzemedaille redete der 28-Jährige live im TV-Interview darüber, seine Freundin betrogen zu haben. Die wusste das zwar bereits und hat sich deshalb auch schon von ihm getrennt, doch Lægreid hoffte offenbar, die Ex mit den öffentlichen Tränen zurückgewinnen zu können. Der Goldgewinner, sein Landsmann Johan-Olav Botn, kommentierte die dramatische Einlage trocken: »Ich bin nicht hier, um so viele Schlagzeilen wie möglich zu machen.«
Mehr Hintergründe hier: Biathlet Lægreid gewinnt Bronze – und gesteht live im TV einen Seitensprung
Die jüngsten Meldungen aus der Nacht
Trump droht Iran mit Entsendung von zweitem Flugzeugträger: Die jüngsten Gespräche verliefen vielversprechend – doch nun kommen aus den USA neue Drohgebärden in Richtung Iran. Präsident Donald Trump sinniert über noch mehr Truppenpräsenz. Und auch Öltanker könnten ins Visier geraten.
Mehrere Tote und Verletzte nach Schusswaffenvorfall in British Columbia: An einer Schule und in einem Wohnhaus in der kanadischen Gemeinde Tumbler Ridge sind Schüsse gefallen. Mindestens neun Menschen wurden getötet, es soll Dutzende Verletzte geben. Auch ein Schütze ist laut der Polizei tot.
US-Handelsminister Lutnick räumt Besuch auf Jeffrey Epsteins Insel ein: Howard Lutnick steht im Zuge der Epstein-Affäre massiv unter Druck. Nun wurde der US-Handelsminister vor einen Senatsausschuss zitiert – und verstrickte sich teils in Widersprüche.
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Foto:Kathrin Ziegler / Getty Images
Mit 67 fängt der Lebensabschnitt zum Genießen an – zumindest, wenn Geld da ist. Mit unserem Rechner finden Sie heraus, wie viel Sie pro Monat anlegen müssen, um hoffentlich reich in den Ruhestand zu starten .
Ich wünsche Ihnen einen guten Start in den Tag.
Ihr Stefan Kuzmany, Autor der Chefredaktion
