SpOn 18.02.2026
05:43 Uhr

News: Politischer Aschermittwoch, Frederik X. in Grönland, Mark Zuckerberg, Fastenzeit


Söder eröffnet den Politischen Aschermittwoch. Zuckerberg muss als Zeuge vor Gericht aussagen. Und: Die Fastenzeit beginnt – sowohl für Christen als auch für Muslime. Das ist die Lage am Mittwochmorgen.

News: Politischer Aschermittwoch, Frederik X. in Grönland, Mark Zuckerberg, Fastenzeit
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Umkehr und Buße?

Der »Politische Aschermittwoch« ist vor allem bei der CSU eine große Sache. Markus Söder, der Parteivorsitzende, und Martin Huber, der Generalsekretär, werden am Vormittag in der Passauer Dreiländerhalle die Veranstaltung ihrer Partei eröffnen.

Nun ist der Aschermittwoch eigentlich ein Tag der Umkehr und Buße. Mir aber wäre bisher nicht aufgefallen, dass Söder eine ausgeprägte Veranlagung zu Bußfertigkeit hätte. Doch vielleicht tue ich ihm Unrecht.

Politiker Söder (2018): Übung in Polemik

Politiker Söder (2018): Übung in Polemik

Foto: MICHAELA REHLE/ REUTERS

Anlass für ein bisschen Demut wäre allerdings gegeben. Söder hatte sich, als die Union im Bund noch in der Opposition war, geradezu ehrabschneidend über die Ampelregierung geäußert, vor allem über die Grünen. Jetzt aber ist die Union an der Macht, und in ihren ersten Monaten zeigt sich auch für die neue Regierung – der CSU-Leute angehören –, wie mühsam und kompliziert Politik auf Bundesebene nun mal ist.

Einzugestehen, dass er Kritik in der Vergangenheit zu grob geäußert hat, wäre mal eine feine Geste. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass Söder das ausgerechnet heute tut, tendiert gegen null. Bei der CSU gilt der Politische Aschermittwoch als »größter Stammtisch der Welt«, man übt sich hier gern in Polemik – gegenüber anderen, versteht sich.


Kein Märchen

Der dänische König besucht Grönland, die Insel gehört ja als autonomer Bestandteil zum Königreich Dänemark. Vor gar nicht langer Zeit hätte es ein solcher Besuch niemals in einen deutschen Newsletter geschafft. Grönland galt dann doch als zu abgelegen und dänische Monarchen als zu wenig glamourös.

Dänemarks König Frederik X. (l.), und Grönlands Premierminister Jens-Frederik Nielsen in Nuuk (April 2025)

Dänemarks König Frederik X. (l.), und Grönlands Premierminister Jens-Frederik Nielsen in Nuuk (April 2025)

Foto: Ida Marie Odgaard / Ritzau Scanpix Foto / AP / dpa

Aber wenn heute Frederik X. die grönländische Bevölkerung treffen wird, dann ist das eine Nachricht wert. Denn es soll bei den Gesprächen um die Drohungen gehen, die US-Präsident Donald Trump gegen Grönland ausgesprochen hat.

Trump selbst hält sich bei diesem Thema inzwischen zwar zurück (mehr dazu hier ), aber das liegt an der heftigen Gegenwehr der Europäer, einer Gegenwehr, die sich auf der Münchner Sicherheitskonferenz am Wochenende noch einmal gezeigt hat. Europa wolle von den USA unabhängiger werden, so hieß es dort, möglicherweise sogar bei der nuklearen Verteidigung (mehr hier ).

Ein König besucht eine Insel – was tatsächlich klingt wie ein Märchen, ist heute eine Story vor einem knallharten realpolitischen Hintergrund.


Zuckerberg als Zeuge

Heute wird in Los Angeles Meta-Chef Mark Zuckerberg als Zeuge vor Gericht erwartet. Eine 20 Jahre alte Klägerin wirft den Technologieunternehmen Meta und Google vor, sie gestalteten ihre Angebote absichtlich so, dass Kinder süchtig danach würden. Das Verfahren gilt als zukunftsweisend, weil hier getestet wird, ob die Unternehmen für die psychische Gesundheit ihrer Kundschaft haftbar gemacht ‌werden können.

Meta-Chef Zuckerberg mit Ehefrau und zwei Kindern (2017): Wie tritt er vor Gericht auf?

Meta-Chef Zuckerberg mit Ehefrau und zwei Kindern (2017): Wie tritt er vor Gericht auf?

Foto: facebook / AFP

Für Zuckerberg hängt einiges davon ab, wie er als Zeuge auftritt. Allzu zynisch dürfen seine Aussagen nicht ausfallen, da er selbst Vater von drei Kindern ist und daran auch gemessen werden wird. Dass er aber einen Zusammenhang zwischen der Nutzung sozialer Netzwerke und der psychischen Gesundheit junger Menschen einräumen wird, ist unwahrscheinlich.

Mein Kollege Simon Book, der für den SPIEGEL als Wirtschaftskorrespondent aus Kalifornien berichtet, hat Ende Dezember ein lesenswertes Porträt über Zuckerberg veröffentlicht. Simon schreibt darin, dass Zuckerberg schon im Sommer 2024 in einem Podcast gesagt hat, er habe genug von der ewigen Abbitte.


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Gewinner der nächsten Wochen…

…werden diejenigen unter uns sein, die zur Askese befähigt sind. Mit dem heutigen Aschermittwoch fängt nach christlichem Brauch die Fastenzeit an. Auch der islamische Fastenmonat beginnt am 18./19. Februar mit dem Erscheinen der Neumond-Sichel.

Fastenbrechen von Christen und Muslimen in einer Düsseldorfer Kirchengemeinde (2025): Auf Gemeinsamkeiten besinnen

Fastenbrechen von Christen und Muslimen in einer Düsseldorfer Kirchengemeinde (2025): Auf Gemeinsamkeiten besinnen

Foto: Fabian Strauch / dpa

Da das Fasten längst auch zu einem säkularen Brauch geworden ist, vergesse ich immer mal wieder die religiöse Bedeutung. Sie unterscheidet sich im Islam und im Christentum in vielerlei Hinsicht voneinander, doch es gibt auch Gemeinsamkeiten: In beiden Religionen geht es darum, sich durch Verzicht besser darauf besinnen zu können, was wichtig ist.

Ein Gedanke dazu: In den vergangenen Jahrhunderten wurden tendenziell die Unterschiede zwischen den Religionen betont und auch politisch genutzt. Wie wäre es, in Zeiten des allgegenwärtigen Hasses, sich nun eher darauf zu konzentrieren, wo die Ähnlichkeiten liegen?

Die religionsübergreifende Fastentradition könnte ein Anlass sein.

Die jüngsten Meldungen aus der Nacht

  • Merz befürwortet Social-Media-Verbot für Minderjährige: Auf ihrem Parteitag will die CDU auch über ein Mindestalter von 16 Jahren für die Nutzung von Instagram, TikTok und Co. beraten. Kanzler Friedrich Merz ist offen dafür – und verweist auf »Probleme im Sozialverhalten« von Jugendlichen.

  • Britische Polizei untersucht in Epstein-Affäre Privatflüge am Flughafen Stansted: War ein britischer Flughafen Drehkreuz für Jeffrey Epsteins Frauenhandel? Das behauptet der frühere Premier Gordon Brown mit Verweis auf die jüngst in den USA veröffentlichten Akten. Die Polizei in Essex geht dem nun nach.

  • ZDF entschuldigt sich im »heute journal« bei Zuschauern: »Dieser Beitrag entsprach nicht unseren hohen Standards«: Die stellvertretende ZDF-Chefredakteurin hat sich im »heute journal« an das Publikum gewandt. Hintergrund war ein »Doppelfehler« des Senders.


Heute bei SPIEGEL Extra: Für mehr Sicherheit in Ihrem Depot – so funktionieren Anleihen-ETFs

Foto: Lubitz + Dorner / plainpicture

Aktien kennt jeder, aber was ist mit Anleihen-ETFs? Hier erfahren Sie, wie Sie damit Ihr Portfolio absichern und welche Produkte sich jetzt lohnen .

Ich wünsche Ihnen einen guten Start in den Tag.

Ihre Susanne Beyer, Autorin der Chefredaktion