SpOn 27.04.2026
05:41 Uhr

News: König Charles, Donald Trump, Corona-Folgen, Koalitionsfraktionen in Klausur


Donald Trump hat einen Angriff überstanden und kann sich auf Besuch freuen. Hunderttausende Deutsche leiden noch unter den Folgen von Corona. Und die Koalition muss sich zusammenraufen. Das ist die Lage am Montagmorgen.

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Donald Trump im Glück

Noch einmal gut gegangen: Niemand ist am Samstagabend bei den Schüssen im Washington Hilton zu Schaden gekommen, weder der US-Präsident noch die weiteren Gäste des traditionellen Korrespondentendinners der White House Press Association. Einen Sicherheitsbeamten schützte seine kugelsichere Weste vor den Kugeln des Angreifers. Auch dieser selbst wurde offenbar weitgehend unverletzt festgenommen, sodass es nun möglich sein wird, die Motivation und den Geisteszustand des Tatverdächtigen im Verhör zu erfragen (mehr hier).

US-Präsident Donald Trump gibt nach Zwischenfall eine Erklärung ab (25. April)

US-Präsident Donald Trump gibt nach Zwischenfall eine Erklärung ab (25. April)

Foto: Mandel Ngan / AFP

Was bisher über den Mann bekannt ist, den Polizeiquellen mittlerweile als Cole Tomas Allen identifiziert haben, einen 31-Jährigen aus dem Küstenort Torrance im Großraum Los Angeles, hat mein Kollege Alexander Sarovic zusammengefasst. Was der erneute Attentatsversuch bei dessen mutmaßlicher Zielperson für Folgen haben wird, lässt sich derweil nur erahnen. Donald Trump kommentierte den Vorfall zunächst erstaunlich gelassen. Das unterbrochene Dinner wolle er bald nachholen, sagte der US-Präsident. Und dass er statt einer ursprünglich geplanten harschen Medienkritik dann wohl eine vergleichsweise langweilige, milde Rede halten werde.

Solcherlei Ankündigungen, wir kennen ihn ja mittlerweile ein wenig, müssen nichts heißen. Die Chancen stehen aber recht günstig, dass Trump in den kommenden Tagen seine gute Laune behält: Heute reist der britische König Charles III. zum Staatsbesuch an, um den angeschlagenen amerikanisch-britischen Beziehungen neuen Glanz zu verleihen. Dem prunksüchtigen Präsidenten steht ausführliche royale Bauchpinselei bevor. Und die schmeckt ihm bekanntlich mindestens so gut wie ein Cheeseburger.

Was hat Ihr Großvater während der Nazizeit gemacht?

Was haben Ihre Großeltern Ihnen erzählt? Welche Mythen kursieren in Ihrer Familie? Der SPIEGEL sammelt Ihre Geschichten (hier mehr dazu). Schreiben Sie uns unter: MeinGrossvater.Reporter@spiegel.de 


Schwer krank und fast vergessen

Für die meisten von uns ist die schlimme Zeit der Coronapandemie eine Erinnerung, die höchstens noch beim Griff in einen lange nicht getragenen Mantel ins Bewusstsein tritt: Huch, da steckt ja noch eine Maske in der Tasche. Das ist einerseits ein Glück – doch führt das Verblassen des Schreckens andererseits auch dazu, dass eine große Gruppe von Menschen zunehmend unbeachtet an der Krankheit und ihren Folgen leidet.

Protestaktion zur Erinnerung an Long Covid in Berlin (Archivbild von 2024)

Protestaktion zur Erinnerung an Long Covid in Berlin (Archivbild von 2024)

Foto: IPON / IMAGO

Meine Kollegin Nina Weber berichtet exklusiv über eine neue Studie von deutschen und australischen Wissenschaftlern zur Zahl derer, die immer noch von Long Covid oder von ME/CFS betroffen sind, einem schweren chronischen Leiden, das meist infolge einer Virusinfektion auftritt (mehr hier ). Den neuen Erkenntnissen zufolge litten im vergangenen Jahr 757.000 Deutsche an Long Covid, weitere 657.000 an ME/CFS. Die gesellschaftlichen Kosten dieses Krankenstandes beziffern die Forscher auf insgesamt jährlich rund 64 Milliarden Euro.

Erst im vergangenen Herbst hat die Bundesregierung eine halbe Milliarde Euro für ein Jahrzehnt der Bekämpfung postinfektiöser Erkrankungen bereitgestellt. Long Covid und ME/CFS stehen hier ganz oben auf der Liste – doch das Projekt läuft nur schleppend an, berichtet Nina. Bis endlich Heilmittel entwickelt werden, gilt für viele Hunderttausende und ihre Angehörigen also weiterhin: Die Pandemie ist noch lange nicht vergessen. Sie wirkt fort.


Man gönnt sich ja fast nichts

Die beiden werden sich nach ihrem jüngsten Krach (mehr dazu hier ) schon wieder zusammenraufen, schließlich sind sowohl der Bundeskanzler als auch sein Vizekanzler zum Erfolg dieser Koalition verdammt. Ob Union und Sozialdemokraten dauerhaft produktiv zusammenarbeiten können, entscheidet sich jedoch nicht nur am persönlichen Verhältnis der beiden Parteichefs Friedrich Merz und Lars Klingbeil. Mindestens ebenso wichtig wäre es, dass sich auch die Bundestagsfraktionen von CDU/CSU und SPD auf gemeinsame Linien der Reformpolitik einigen.

Koalitionsspitzen Markus Söder, Friedrich Merz, Bärbel Bas und Lars Klingbeil (13. April)

Koalitionsspitzen Markus Söder, Friedrich Merz, Bärbel Bas und Lars Klingbeil (13. April)

Foto: Hannibal Hanschke / EPA

Heute stehen zwei Termine an, die als Auftakt einer »Woche der Wahrheit« für die Koalition gelten können, wie mein Kollege Paul-Anton Krüger beschreibt: Heute trifft sich der Vorstand der gemeinsamen Bundestagsfraktion von CDU und CSU in Berlin zur Klausur, gegen Abend stößt Merz dazu. Und in Bielefeld tagen die mächtigen SPD-Landesgruppen Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen/Bremen gemeinsam. Dort werden neben Klingbeil auch SPD-Co-Chefin und Arbeitsministerin Bärbel Bas und Verteidigungsminister Boris Pistorius erwartet.

Ob bei der Gesundheitspolitik, der Rente oder der Einkommensteuer: Die Regierungspartner haben jeweils ganz eigene Vorstellungen. Die Wünsche ihrer Leute, die die Parteichefs heute zu hören bekommen, werden sie kaum ignorieren können.


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Gewinner des Tages…

…ist Sabastian Sawe. Der kenianische Läufer hat in London als erster Mensch bei einem offiziellen Marathon die magische Zwei-Stunden-Schallmauer durchbrochen. 1:59:30 Stunden benötigte er für die 42,195 Kilometer, und das ist zufälligerweise ungefähr die Zeit, die ich für diese Strecke mit dem Fahrrad benötige.

Rekordläufer Sabastian Sawe am Sonntag in London

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Foto: Neil Hall / EPA

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Heute bei SPIEGEL Extra: Warum klassische Bewerbungen ein Glücksspiel sind

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Sarah Eick / plainpicture

Auf manche Stellen bewerben sich mehr als 500 Menschen. Wie bekommt man den Job? Hier verraten Recruiter, was erfolgversprechender ist, als einfach auf Stellenanzeigen zu antworten .

Ich wünsche Ihnen einen guten Start in die Woche.

Ihr Stefan Kuzmany, Autor der Chefredaktion