SpOn 02.03.2026
05:48 Uhr

News: Iran-Krieg, Donald Trump, Friedrich Merz, Washington, Tesla-Betriebsratswahl, Gigafabrik


US-Präsident Donald Trump rechnet mit vier Wochen Krieg. Kanzler Friedrich Merz fliegt nach Washington. In Elon Musks Tesla-Gigafabrik gerät die Betriebsratswahl zur Schlammschlacht. Das ist die Lage am Montagmorgen.

News: Iran-Krieg, Donald Trump, Friedrich Merz, Washington, Tesla-Betriebsratswahl, Gigafabrik

Der vielleicht letzte Kampf der Mullahs

Und jetzt? Wie soll es weitergehen in Iran? Wird sich das Regime in Teheran halten? Wie sehr wird es um sich schlagen, mit Raketen und Repressionen? Und wie lange werden die Luftschläge der USA und Israels weitergehen? Zu Beginn dieser Woche gibt es viele Fragen und nur eine ziemlich vage Antwort: US-Präsident Donald Trump rechnet mit vier Wochen Krieg (alle aktuellen Entwicklungen hier im Liveblog).

Rauchsäulen in Teheran (am 1. März)

Rauchsäulen in Teheran (am 1. März)

Foto:

Majid Asgaripour / REUTERS

Der Oberste Führer Ajatollah Ali Khamenei ist getötet worden, nach 40 Jahren autoritärer Herrschaft. Und das Regime will Vergeltung. Iran feuert Raketen auf Israel ab, auf Bahrain, Katar, Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate. Dort befinden sich Stützpunkte des US-Militärs.

Die Auswirkungen des Krieges: In der Golfregion sitzen Tausende Touristen fest. Und weil Iran die Straße von Hormus praktisch blockiert und damit eine der wichtigsten Transportrouten für Öl und Gas, wächst die Sorge vor einem steigenden Ölpreis und einer Wirtschaftskrise (mehr hier ).

Die USA haben auch das Hauptquartier der iranischen Revolutionswächter zerstört, das Regime ist erniedrigt. Aber es ist noch da. Es ist offen, schreibt mein Kollege Fritz Schaap, ob es zu einem geordneten Übergang kommt, zu einer militärischen Machtübernahme mit noch mehr Unterdrückung – oder zu einem Volksaufstand (mehr hier ).

Viele Menschen in Iran hoffen auf ein Ende des Regimes. Offiziell trauert das Land, so will es der Staatsapparat, so sieht man es im Staatsfernsehen. Und doch gibt es Videos, die Jubelschreie zeigen, tanzende Menschen und Oppositionelle, die eine Statue des Ajatollahs stürzen (mehr hier). Donald Trump versicherte der iranischen Bevölkerung gestern, er stehe an ihrer Seite. Er setzt auf einen Regimewechsel.

Lesen Sie dazu auch hier den aktuellen SPIEGEL-Leitartikel

  • Donald Trumps gefährliche Schwäche: Vordergründig geht es dem US-Präsidenten beim Krieg gegen Iran um Bedrohung und Regimewechsel. Sein wahres Motiv ist dunkler. 


Heikle USA-Reise für den Kanzler

Heute Nachmittag um 16 Uhr, so der Plan, will Friedrich Merz zu seiner Reise in die Vereinigten Staaten aufbrechen. Am Dienstag wird sich der Bundeskanzler mit US-Präsident Donald Trump in Washington treffen.

Es gibt einfachere Reisen als diese. Da wäre der schwelende Zollstreit. Die Frage, wie sehr sich ein deutscher Regierungschef im Oval Office vom mäandernden amerikanischen Präsidenten abgrenzen darf, den Europa als Unterstützer für die Ukraine braucht. Jetzt wird der Irankonflikt das Treffen dominieren. Merz trifft auf einen US-Präsidenten im Krieg.

Merz bei seinem Auftritt im Kanzleramt

Merz bei seinem Auftritt im Kanzleramt

Foto: Tobias Schwarz / AFP

Erst gestern hatte der Bundeskanzler die Luftschläge gegen Iran verteidigt (mehr dazu hier ). Zugleich sei das Vorgehen nicht ohne Risiko. »Wir wissen nicht, in welche Eskalation die harten iranischen Gegenschläge die Region noch ziehen werden«, sagte Merz. Auch einen anderen Zweifel ließ er anklingen. Man wisse nicht, »ob der Plan aufgeht, durch Militärschläge von außen einen politischen Wandel von innen heraus zu ermöglichen«. Trump könnte an dieser Stelle empfindlich sein. In den USA ist seine MAGA-Bewegung dabei, sich über den amerikanischen Angriff auf Iran zu zerlegen.

»Für Merz wird der Washington-Besuch zum Drahtseilakt«, sagt mein Kollege Konstantin von Hammerstein, der den Kanzler auf seiner Reise begleiten wird. »Die Europäer erwarten mehrheitlich von ihm, dass er auf vorsichtige Distanz zu dem amerikanischen und israelischen Angriff geht, aber gleichzeitig darf er Trump nicht verprellen, denn den braucht er noch für die Ukraine.«


Was Elon Musk gegen Laura Arndt aus Brandenburg hat

Dieser März wird der Monat der Wahlen. Nein, ausnahmsweise sind nicht die Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz gemeint, die der CDU derzeit Herzrasen bereiten (mehr hier ). Auch in vielen deutschen Unternehmen wird abgestimmt, zum Beispiel in der Tesla-Gigafabrik in Grünheide – in jenem Werk also, das US-Tech-Milliardär Elon Musk auf brandenburgischen Sand gebaut hat.

IG-Metall Gewerkschafterin Laura Arndt

IG-Metall Gewerkschafterin Laura Arndt

Foto: Gordon Welters / DER SPIEGEL

Von heute bis Mittwoch wählen die rund 10.700 Beschäftigten einen neuen Betriebsrat. Der libertäre Geist des Silicon Valley trifft dabei auf die gute alte deutsche Mitbestimmung. Man ahnt schon, dass die Sache tückisch ist. Für die IG Metall will die 31-jährige Laura Arndt die Mehrheit holen, wie es in beinahe allen deutschen Automobilunternehmen Tradition ist. Bei Tesla wünscht sich Elon Musk einen gefügigeren Betriebsrat. Einen, der keine Zicken macht und treu auf Managementlinie bleibt. Die bloße Existenz von Gewerkschaften sieht er als Eingriff in seine unternehmerische Freiheit. In seinem Reich wird inzwischen offenbar mit Drohungen, Beschimpfungen und Strafanzeigen gearbeitet.

Ein Team um meinen Kollegen Timo Schober beschreibt in einem packenden Report, wie der Wahlkampf um das größte Autowerk in Ostdeutschland zur Schlammschlacht verkommen ist.


Hier geht’s zum aktuellen Tagesquiz

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Gewinnerin des Tages…

Zocken lässt sich auch an der Börse

Zocken lässt sich auch an der Börse

Foto: Rupert Oberhäuse / dpa / picture alliance

…ist Sarah, eine Anlegerin, der es gelungen ist, an der Börse binnen zwei Jahren aus 130.000 Euro ganze drei Millionen zu machen. Ihr echter Name soll hier nicht genannt werden – vor allem, weil Sarah eine Zockerin war. Die Reste einer Abfindung investierte sie. Sie ging volles Risiko, handelte wie eine Süchtige, kaufte und verkaufte binnen Stunden: während ihres Arbeitstages, beim Shoppen, im Zimmer ihrer Kinder. Was Sarah zur Gewinnerin macht, ist nicht das dicke Plus auf ihrem Konto. Sondern die Tatsache, dass sie sich heute bewusst ist, einfach nur verdammt viel Glück gehabt zu haben – und am Ende ausstieg. Oder wie SPIEGEL-Kolumnist und Geldanlage-Experte Nikolaus Braun es schreibt: »BITTE NICHT NACHMACHEN. Versprechen Sie mir das.«

Die jüngsten Meldungen aus der Nacht


Heute bei SPIEGEL Extra: Warum wir einen Exodus deutscher Lehrkräfte erleben

Tür zu Klassenzimmer in Sachsen

Tür zu Klassenzimmer in Sachsen

Foto:

Arno Burgi / dpa

Jährlich verlassen Tausende Lehrkräfte dauerhaft den Schuldienst. Warum schmeißen so viele trotz aller Privilegien hin und wie lässt sich diese Entwicklung stoppen? 

Ich wünsche Ihnen einen guten Start in den Tag.

Ihre Cornelia Schmergal, Ressortleiterin Wirtschaft