SpOn 09.12.2025
14:24 Uhr

New York: Citymaut hat die Luftqualität laut Studie massiv verbessert


Weniger Staus, weniger Unfälle, viel Geld für den ÖPNV und deutlich bessere Luft: Die erste Citymaut in den USA hat laut einer neuen Studie einiges für New York bewegt. Und wird zum Vorbild für weitere Metropolen.

New York: Citymaut hat die Luftqualität laut Studie massiv verbessert

Laut einer neuen Studie hat sich die Luftqualität in New York im ersten halben Jahr mit der Citymaut massiv verbessert. Seit Januar verlangt New York City als erste Stadt in den USA Straßenbenutzungsgebühr. Wer mit seinem Fahrzeug in den Innenstadtbereich des Bezirks Manhattan südlich des Central Parks will, muss jetzt regulär neun Dollar zahlen. Seitdem haben die notorischen Verkehrsstaus deutlich abgenommen.

Die Forscher der Cornell University bringen nun auch Messdaten zur Luftverschmutzung in Verbindung mit der Maßnahme. In der sogenannten Stauvermeidungszone sei die Belastung mit Feinstaub durch die Maut um 22 Prozent gesunken, heißt es in der Studie, die in der Fachzeitschrift »npj Clean Air«  veröffentlicht wurde. Aber auch in den anderen Stadtbezirken, die außerhalb der Mautzone liegen, seien weniger schädliche Partikel gemessen worden, als nach einem Modell mit Verkehrs-, Bevölkerungs- und Wetterdaten ohne die Maßnahme erwartet worden seien. Sogar in den Vororten führte der veränderte Verkehr demnach zu gesünderer Luft.

Hauptautor Oliver Gao kommt zu dem Schluss, dass die Citymaut in New York City »nicht nur zur Verbesserung des Verkehrsaufkommens beigetragen hat, sondern auch zur Verringerung der Luftschadstoffkonzentration, zur Verbesserung der Luftqualität und somit zur öffentlichen Gesundheit«.

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Außerdem habe die Maut laut der Universität noch zu weniger Staus, Unfällen und verkehrsbezogenen Lärmbeschwerden geführt. Die Einnahmen der Maut werden demnach zudem bis Jahresende 500 Millionen Dollar betragen.

Die Forscher untersuchen aktuell noch, wie sich die Citymaut auf die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel auswirkt.

Die Maut wurde in New York eingeführt, um Menschen dazu zu bringen, auf Autofahrten ins Zentrum zu verzichten, um die Stadt von Stau, Lärm und Luftverschmutzung zu entlasten. Das eingenommene Geld soll in den öffentlichen Nahverkehr der Millionenmetropole fließen. Die unter Sanierungsstau leidende U-Bahn ist das Hauptverkehrsmittel der New Yorker, viele Menschen pendeln jedoch auch mit dem Auto von außerhalb nach Manhattan.

Die US-Bundesregierung von Präsident Donald Trump setzte die Stadt mehrfach unter Druck, um die Maut zu stoppen, und entzog ihr im Februar offiziell die Erlaubnis zum Kassieren der Gebühr. In dem Rechtsstreit erlitt Washington bislang jedoch Niederlagen, sodass die Maut weiter erhoben wird. International setzen mehrere Städte wie Singapur, London, Mailand oder Stockholm auf dieses Instrument, um ihre Zentren zu entlasten.

svs/ahh