SpOn 25.11.2025
20:27 Uhr

Neuseeland: Illegales Waffengeschenk von FBI-Chef Kash Patel war Spielzeug nachempfunden


FBI-Chef Kash Patel ist im Juli nach Neuseeland gereist. Hohen Beamten schenkte er dort Nachbildungen von Waffen. Die allerdings waren illegal. Ein neuer Bericht bringt nun weitere Details zu der Posse ans Licht.

Neuseeland: Illegales Waffengeschenk von FBI-Chef Kash Patel war Spielzeug nachempfunden

Als FBI-Chef Kash Patel im Juli zu einem Besuch nach Neuseeland reiste, hatte er ein besonderes Geschenk dabei: nicht funktionsfähige Pistolen. Deren Besitz ist nach den lokalen Waffengesetzen allerdings illegal, die Geschenke mussten vernichtet werden. Am Ende blieb von den Präsenten nur die peinliche Posse übrig. Die Nachrichtenagentur AP hat nun weitere Details ans Licht gebracht.

Dem Bericht zufolge handelte es sich um Nachbauten von Pistolen, die von sogenannten Nerf-Spielzeugwaffen inspiriert und bei Liebhabern von 3D-gedruckten Waffen beliebt seien. Das gehe aus Dokumenten hervor, auf die sich AP beruft. Nun veröffentlichte Polizeidokumente identifizierten das Modell, das Patel verschenkte, als Maverick PG22. Es habe sich demnach um eine Pistole gehandelt, die der gleichnamigen Spielzeupistole nachempfunden sei.

Die aus Kunststoff 3D-gedruckten Pistolenrepliken waren laut AP Teil von Ausstellungsständern, die Patel im Juli mindestens drei hochrangigen neuseeländischen Sicherheitsbeamten überreicht hatte. Patel war der bis dato ranghöchste Vertreter der Regierung von US-Präsident Donald Trump, der Neuseeland besucht hatte. Er reiste nach Wellington, um das erste eigenständige Büro des FBI in Neuseeland zu eröffnen.

Waffen hätten offenbar funktionsfähig gemacht werden können

»Bei dem geschenkten Gegenstand handelte es sich um eine 3D-gedruckte Nachbildung einer Schusswaffe, die speziell so konstruiert war, dass sie keine Munition abfeuern konnte«, erklärte ein Sprecher von Patel nun laut AP. »Der Gegenstand wurde auf verschiedene Weise modifiziert, unter anderem durch das Weglassen von Kammern, Läufen und Schlagbolzen innerhalb der Nachbildung. Diese Modifikationen stellten sicher, dass sie nicht funktionsfähig war.«

In Neuseeland werden nicht funktionsfähige Waffen als funktionsfähig identifiziert, wenn sie durch Modifikationen funktionsfähig gemacht werden können. Im August, wenige Tage nach Patels Besuch, schickte Daniel Millar, Leiter des Polizeiwaffenkammern-Teams, laut AP eine E-Mail an seine Vorgesetzten, in der er darlegte, wie einfach es wäre, die Waffen funktionsfähig zu machen. »Diese Verfahren sind sehr einfach und erfordern nur minimale Fähigkeiten und gängige Heimwerkerwerkzeuge«, schrieb Millar. Er fügte hinzu, dass es sich bei diesen Werkzeugen um »eine Akku-Bohrmaschine und einen Bohrer für die Löcher sowie eine kleine Schraube für den Schlagbolzen« handele. Die Waffen seien schließlich am 25. September vernichtet worden, berichtet AP.

Millar erklärte in dem Schreiben laut AP weiter, Patels Geschenke seien »nach hohen Standards« hergestellt worden. Unklar ist weiterhin, wer die Replika-Waffen für Patel hergestellt hat.

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Die Nachricht von Patels Besuch im Juli hatte damals in Neuseeland für Aufsehen gesorgt, da die Eröffnung der neuen FBI-Außenstelle in Wellington weder den Medien noch der Öffentlichkeit vorab bekannt gegeben worden war. Auch Patels Andeutung, das neue FBI-Büro ziele darauf ab, Chinas Einfluss im Südpazifik einzuschränken, hatte für Irritationen gesorgt.

Warum Kash Patel zu den umstrittensten Köpfen in Trumps Regierung zählt, lesen Sie hier. 

ptz/AP