SpOn 26.11.2025
06:29 Uhr

Neue Videospiele: »Call of Duty: Black Ops 7«, »Ghost of Yotei«, »Pokémon Legenden: Z-A«


»Call of Duty: Black Ops 7«, »Anno 117: Pax Romana«, »Ghost of Yotei«: Der Markt ist voll mit spannenden Games-Neuheiten. Hier sind sieben Tipps – und Hinweise, was Käufer daran stören könnte.

Neue Videospiele: »Call of Duty: Black Ops 7«, »Ghost of Yotei«, »Pokémon Legenden: Z-A«

Ein Videospiel kann noch so gut sein: Irgendwelche Haken gibt es meistens doch. Mal sind das technische Kleinigkeiten. Mal seltsame Designentscheidungen. Und mal fehlende Ambitionen der Entwickler, in einer Fortsetzung etwas Neues zu wagen.

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Im Folgenden stellen wir Ihnen sieben Titel vor, die in den vergangenen Wochen erschienen und grundsätzlich empfehlenswert sind, und erklären sogleich mit, was Spielerinnen und Spieler daran am ehesten enttäuschen könnte. So kaufen Sie am Ende nicht die Katze im Sack – sondern einen Spielehit mit Macken, die Sie aushalten können.


»Call of Duty: Black Ops 7«

Foto: Treyarch und Raven

Wer actiongetriebene Multiplayer-Gefechte mag, dürfte mit »Call of Duty: Black Ops 7« viel Freude haben – so wie mit den vielen vorherigen Teilen der Shooter-Reihe auch. Vor allem die große Auswahl an Karten überzeugt, die neuen Umgebungen sind abwechslungsreich und teils komplex aufgebaut. Auch der Zombie-Modus, in dem die Spielerinnen und Spieler endlose Wellen von wankenden Untoten überleben müssen, ist wieder einmal ein Garant für Spielspaß. Erst recht durch eine neue Map, auf der ein Truck gefahren werden kann.

Auch in Sachen Spielgefühl macht »Black Ops 7« vieles richtig. Im neuen Spiel können die Spielerinnen und Spieler zum Beispiel von Wänden abspringen und Kletterhaken benutzen, um so in höhergelegene Teile einer Map zu gelangen. Durch ein verändertes Matchmaking, das die Spielerinnen und Spieler nicht mehr nur nach ihrem Skill-Level auswählt, sind die einzelnen Matches zudem facettenreicher.

Aber dann ist da noch die Kampagne. Die ist diesmal auf eine Koop-Erfahrung für bis zu vier Spielerinnen und Spieler ausgelegt, was zur Folge hat, dass zum Spielen permanent eine Internetverbindung benötigt wird. Auch kann nicht einfach pausiert werden – selbst wenn man allein spielt. Das ist ärgerlich, zumal »Black Ops 7«, wie andere Always-Online-Games auch, hin und wieder mit technischen Problemen wie Rucklern oder Abstürzen zu kämpfen hat.

Doch selbst wenn alles glattläuft: Die Kampagne des neuesten Serienteils ist kaum der Rede wert. Die Geschichte wirkt uninspiriert und wirr, der Ablauf ist repetitiv. Vor allem für reine Solo-Spieler ist »Black Ops 7« das Geld eher nicht wert.

Shooter von Treyarch und Raven Software . Erhältlich für Playstation 4 und 5, Xbox One, Xbox Series und Windows. USK ab 18 Jahren. Rund 70 Euro, das Spiel ist außerdem im Game Pass PC und im Game Pass Ultimate.


»Ghost of Yotei«

Foto: Sucker Punch Productions

Gute Grafik kann eben doch noch einen Unterschied machen. Besonders auf der Playstation 5 Pro sieht »Ghost of Yotei« einfach fantastisch aus. Etwa durch die Nebelschwaden, die in weiter Ferne durch das Land ziehen. Oder die Partikeleffekte, die das Wasser und Feuer auf der Insel Hokkaido nahezu realistisch aussehen lassen. Doch diese Features sind kein reiner Selbstzweck. Durch sie ist »Ghost of Yotei« zu einem der atmosphärisch dichtesten Spiele der vergangenen Jahre geworden.

Auch inhaltlich hat das Playstation-Spiel einiges zu bieten: Eine spannende Geschichte um Rache und Vergebung etwa, die sich diesmal um die Protagonistin Atsu dreht. Viele Nebenmissionen, die größtenteils mehr sind als nur das Abhaken lästiger Aufgaben, um an bessere Ausrüstung oder seltene Gegenstände zu gelangen. Und eine Spielwelt, in der es viele Geheimnisse zu entdecken gibt.

Wirklich viel Überraschendes oder Neues findet man in »Ghost of Yotei« aber nicht. Die Unterschiede zum Vorgänger beschränken sich vor allem auf das Kampfsystem. Und auch sonst fühlt sich dieses an sich sehr gute Spiel oft nur wie ein Best-of von all dem an, was die Videospielbranche in Open-World-Games derzeit so veranstaltet. Wer viele solcher Spiele spielt, könnte einige der Spielmechaniken schon etwas abgenutzt finden.

Open-World-Game von Sucker Punch Productions . Erhältlich für Playstation 5. USK ab 18 Jahre. Rund 70 Euro.


»Pokémon Legenden: Z-A«

Foto: Nintendo

Und mal wieder ein neues »Pokémon«-Spiel: Neben der Hauptreihe, die zuletzt mit »Pokémon Karmesin« und »Pokémon Purpur« fortgesetzt wurde, bringt der Entwickler Game Freak regelmäßig auch allerlei Ableger auf den Markt. Irgendwo zwischen Hauptreihe und Ableger bewegt sich »Pokémon Legenden«, das mit »Z-A« dieses Jahr einen zweiten Teil bekommen hat. Die »Legenden«-Spiele sind etwas experimenteller, probieren neue Dinge aus – und vieles davon macht auch ziemlich viel Spaß.

So setzt »Pokémon Legenden Z-A« etwa einen größeren Fokus auf die Story. In der Spielwelt von Illumina City leben viele unterschiedliche Charaktere, die ihre eigenen Geschichten haben und den Spielerinnen und Spielern auf ihrer Reise helfen können. Die größte Veränderung betrifft aber das Kampfsystem, das komplett auf einen rundenbasierten Ablauf verzichtet. Die Pokémon folgen stattdessen den Bewegungen der Spielfigur und können so direkt gesteuert werden – wodurch ein schnellerer Spielfluss entsteht.

Das neue Spiel hat aber leider die gleichen Probleme, die die »Pokémon«-Reihe nun schon seit Jahren plagen. Es sieht einfach nicht sonderlich schön aus. Zwar ist es kein technisches Desaster, wie es »Karmesin« und »Purpur« waren. Aber die gesamte Spielwelt könnte deutlich interessanter sein, wenn die Grafik nicht so trist wäre. Dass »Z-A« für die erste und zweite Switch erschienen ist, dürfte einige der grafischen Abstriche erklären. Doch so langsam ist es wirklich mal Zeit für ein »Pokémon«-Rollenspiel, das optisch etwas hermacht.

Action-Rollenspiel von Nintendo . Erhältlich für Nintendo Switch und Switch 2. USK ab 6 Jahre. Je nach Version 60 oder 70 Euro.


»Arc Raiders«

Foto: Embark Studios

»Arc Raiders« ist ein sogenannter Extraction-Shooter. Das Spielprinzip besteht grundlegend aus einem sich wiederholenden Loop. Die Spielerinnen und Spieler starten allein oder in einer Gruppe in einem postapokalyptischen Terrain. Ihr Ziel ist es einerseits, wertvolle Ressourcen, Baupläne und Ausrüstung zu plündern. Vor allem aber müssen sie lebendig bis zu einem Extraktionspunkt kommen, um das Terrain schließlich wieder zu verlassen. Mit der Beute kehren sie dann in eine Untergrund-Basis zurück – um in der nächsten Runde mit noch besserer Ausrüstung in den Kampf zu starten.

»Arc Raiders« ist dabei auf PvP-Matches ausgelegt: auf Kämpfe von Player vs. Player. In dem Onlinegame gibt es zwar auch andere Gefahren wie Maschinen und fliegende Drohnen. Aber es sind vor allem die feindlichen Spielerinnen und Spieler, die man im Auge behalten sollte. Denn wenn die einen ausschalten, ist die frisch erbeutete Ausrüstung direkt wieder weg.

Am meisten Spaß macht »Arc Raiders« beim Zusammenspiel im Team. Denn hier kommt es auf die richtige Kommunikation an und darauf, taktisch vorzugehen. Darauf, sich gegenseitig zu helfen und schlussendlich das gegnerische Team zu übertrumpfen.

Leider kann einem der Blick auf die vielen In-Game-Käufe in »Arc Raiders« den Spaß ein wenig vermiesen. Das Spiel setzt auf recht aggressive Monetarisierungsstrategien, die man sonst eher aus kostenlosen Titeln kennt. Von kosmetischen Sets, die das Aussehen der Spielfiguren verändern, bis zu einem Battle Pass, der auf zeitbegrenzte Challenges setzt und damit stark auf Fomo setzt, die Angst, etwas zu verpassen. Zudem werden die Entwickler dafür kritisiert, dass sie beim Vertonen von Charakteren auf KI-Unterstützung setzen , statt ausschließlich auf Synchronsprecher.

Extraction-Shooter von Embark Studios . Erhältlich für Playstation 5, Xbox Series und Windows. USK ab 18 Jahre. Rund 40 Euro.


»Anno 117: Pax Romana«

Foto: Ubisoft

Auf die »Anno«-Reihe ist Verlass. Das deutsche Studio Ubisoft Mainz hat ein Talent dafür, Aufbau-Strategiespiele zu entwickeln, die auch nach Wochen des Planens und Bauens noch Spaß machen. Denn je weiter man ihre Systeme durchdringt, desto besser wird man. So ist es auch im neuesten Teil von »Anno«, der den Spielerinnen und Spielern mehr Freiheiten lässt, ihnen aber auch abverlangt, eine genaue Strategie vor Augen zu haben. (Einen vollständigen Test lesen Sie hier. )

In »Anno 117: Pax Romana« geht es ins Alte Rom. Die Spielerinnen und Spieler übernehmen die Rolle eines römischen Statthalters, um aus einer Provinz eine prächtige Stadt zu machen. Dabei stehen vor allem die Produktionsketten im Mittelpunkt. Rohstoffe müssen an- oder abgebaut und dann weiterverarbeitet werden – um die Bedürfnisse der Bevölkerung zu stillen oder Handel zu treiben. Neu an »Anno 117« sind dabei Spezialisten, Götter sowie ein Forschungssystem und somit Mechanismen, mit denen Spielerinnen und Spieler einen eigenen strategischen Schwerpunkt setzen können. Wollen sie lieber Kriege führen oder diplomatische Beziehungen aufbauen? Ist ihnen der Verkauf von Waren wichtiger oder das Eintreiben von Steuern?

Wer jedoch den Vorgänger »Anno 1800« gut kennt, dem wird auch im neuen Teil vieles recht bekannt vorkommen. Freilich, ein Aufbau-Strategiespiel hat grundlegende Spielmechaniken, an denen nur schwer zu rütteln ist. Doch ein paar drastischere Änderungen hätten dem Spiel guttun können. Gleichzeitig kommt besonders durch Landkämpfe etwas mehr Hektik ins Spiel. Der ruhige und beinahe schon meditative Spielfluss ist zwar noch da – wird durch Gefechte aber öfter unterbrochen.

Aufbau-Strategiespiel von Ubisoft . Erhältlich für Playstation 5, Xbox Series und Windows. USK ab 12 Jahre. Rund 60 Euro. Das Spiel ist zudem Teil der Flatrate Ubisoft+ Premium.


»Ninja Gaiden 4«

Foto: Team Ninja und Platinum Games

Wenn in einem »Ninja Gaiden« eines wirklich gut funktionieren muss, dann ist es das Kampfsystem. Schließlich ist es der Kern dieser Reihe, mit Hieb- und Stichwaffen im Zweikampf gegen gigantische Gegner zu bestehen. »Ninja Gaiden 4« brilliert in diesem Bereich. Selten hat sich ein Kampfsystem so flüssig und gleichzeitig präzise angefühlt. Das Wechselspiel aus Angriff, Blocken und Ausweichen kann zu einem echten Flow-Gefühl führen – wenn man das System erst einmal durchdrungen hat.

Versagt man mal, liegt es zum Glück nicht an der Technik, auch in dieser Hinsicht überzeugt »Ninja Gaiden 4«. Was wichtig ist, denn wenn Millisekunden darüber entscheiden, ob ein Hieb sitzt oder ein Ausweichmanöver gelingt, kann selbst der kleinste Ruckler zum Problem werden.

Auch der Schwierigkeitsgrad von »Ninja Gaiden 4« ist zumeist gut ausbalanciert. Anfangs werden die Fehler der Spielerinnen und Spieler noch nicht so hart bestraft. Doch je weiter das Spiel voranschreitet, desto besser müssen sie das Kampfsystem beherrschen.

Alles super also? Nicht ganz. Noch besser wäre das Spielerlebnis, wenn dieses grandiose Gameplay in einem abwechslungsreicheren und spannenderen Kontext stattfinden würde. Das Leveldesign besteht größtenteils aus engen Gängen, die schließlich in einer etwas weitläufigeren Arena enden. Auch die Schauplätze, Fabrikgebäude oder Höhlen sind ziemlich eintönig, manche Spielabschnitte ziehen sich unnötig in die Länge. Das alles wird von einer Story zusammengehalten, die kaum der Rede wert ist. »Ninja Gaiden 4« kauft man so nur wegen der Kämpfe.

Actionspiel von Team Ninja und Platinum Games . Erhältlich für Playstation 5, Xbox Series und Windows. USK ab 18 Jahre. Rund 70 Euro. Das Spiel ist auch Teil des Game Pass PC und Game Pass Ultimate.


»The Outer Worlds 2«

Foto: Obsidian Entertainment

Wenn die Rollenspiel-Experten von Obsidian Entertainment eines können, dann Charme. »The Outer Worlds 2« strotzt nur so vor bissigem Humor, mit dem Themen wie der Kapitalismus und die Bürokratie, aber auch das Verhalten der Spielfigur durch den Kakao gezogen werden. Dieses Mal befinden sich die Spielerinnen und Spieler in einem neuen Sternensystem, das am Rande des Kollapses steht. Mächtige Firmen kämpfen um die letzten Ressourcen. Und es liegt an den Entscheidungen der Gamer, ob sie das System retten oder es weiter ins Chaos stürzen.

Wie schon der erste Teil stellt auch »The Outer Worlds 2« das Rollenspielen in den Mittelpunkt. Quests können auf unterschiedliche Art gelöst werden – je nachdem, wie die Spielfigur aufgebaut wurde. Ist sie gut darin, mit Argumenten zu überzeugen? Oder greift sie lieber direkt zur Waffe? Die Spielwelt reagiert dabei spürbar auf die Vorgehensweise der Spielerinnen und Spieler. Und selbst wenn man lieber kämpft als redet, macht das diesmal deutlich mehr Spaß. Denn »The Outer Worlds 2« fühlt sich mit präzisem Feedback und dynamischen Bewegungsmöglichkeiten jetzt auch mehr wie ein moderner Shooter an.

Trotzdem ist das Spiel vor allem eines: mehr vom Gleichen. Es wirkt polierter als der Vorgänger und ist an den richtigen Stellen erweitert worden. Aber Risiken sind die Entwickler dabei nicht eingegangen. Die Spielwelt mag jetzt größer und weitläufiger sein. Gleichzeitig bieten diese Weiten kaum relevante Inhalte. Oft laufen die Spielerinnen und Spieler durch leere Gegenden, in denen nichts Interessantes passiert – bis sie am Ziel ankommen und die eigentliche Mission beginnt. Das ist für das Jahr 2025 nicht mehr zeitgemäß.

Rollenspiel von Obsidian Entertainment . Erhältlich für Playstation 5, Xbox Series und Windows. USK ab 16 Jahre. Rund 70 Euro. Das Spiel ist auch Teil des Game Pass PC und des Game Pass Ultimate.