Eva Wendel, Agentur »Neue Gestaltung«:
»Ich freue mich schon auf die Situation, falls der Schein es wird, und man da mal in der Bahn sitzt oder irgendwo wartet und dann in die Details guckt und dann eben erst mal sieht, was da genau drauf ist.«
Was auf den neuen Euroscheinen tatsächlich drauf sein wird, steht noch nicht fest, das Online-Voting dazu läuft. Der Vorschlag von Eva Wendels Berliner Designagentur ist in der Endrunde der Europäischen Zentralbank. Geldschein-Design: kleines Format, ganz unterschiedliche Geschichten.
Anton Wendel, Agentur »Neue Gestaltung«:
»Ich fand es irgendwie ganz spannend, weil auch in dieser Sammlung, die wir auch digital haben, gab es zum Beispiel einen kambodschanischen Schein, auf dem dann irgendwie ein Porsche drauf war. Wo man sich auch so denkt, das hat jetzt Kambodscha mit einem Porsche zu tun, wo es dann um wirtschaftlichen Aufstieg geht. Ich meine, das Spannende ist natürlich, dass es hier darum ging, Persönlichkeiten zu finden, die einen ganzen Kulturraum irgendwie zusammenbringen.«
Vom Fünfer bis zum Zweihunderter – nach mehr als 20 Jahren soll ein neues Design für den Euro her, inklusive neuer Sicherheitsmerkmale. Die Köpfe bestimmt die EZB, der Rest liegt bei den Designern – unter anderem Maria Callas, Beethoven und Leonardo da Vinci könnten auf den neuen Scheinen landen, wenn sich das Thema »Europäische Kultur« durchsetzt. Oder aber Mauerläufer, Säbelschnäbler und Basstölpel, wenn die EZB sich am Ende für den Themenbereich »Flüsse und Vögel« entscheidet. Die Berliner Agentur »Neue Gestaltung« geht mit einem Entwurf zum Thema Kultur ins Rennen.
Eva Wendel, Agentur »Neue Gestaltung«:
Wir finden die Persönlichkeiten sehr viel spannender, weil die Vögel, die ziehen weiter und denen sind natürlich die Landesgrenzen nicht wichtig, das ist ein schöner Aspekt. Aber was macht Europa aus? Und das sind die Menschen, die in Europa leben.«
Aber wie sehen die eigentlich aus? Daran haben die Berliner Designer monatelang getüftelt. Eine zugängliche, einfache Bildsprache sollte entstehen.
Eva Wendel, Agentur »Neue Gestaltung«:
»Jeder sollte sich darin erkennen, das heißt Erwachsene, Kinder, alle Altersgruppen, alle Geschlechter. Und zudem war auch noch der Anspruch, dass wir Räumlichkeit darstellen wollten und Aktivität. Wie sieht das denn aus, wenn jemand nach einem Buch greift? Auch das versuchten wir hier in dieser sehr abstrakten Form darzustellen.«
Ob sich die Arbeit gelohnt hat, erfahren Eva Wendel und ihr Team frühestens Ende des Jahres. Bei der EZB-Umfrage kann man noch bis zum 21. September über die zehn von einer Fachjury vorausgewählten Entwürfe abstimmen. Ein Novum: vier davon sind im Hochkantformat.