SpOn 01.05.2026
07:27 Uhr

Netflix, Amazon Prime, Disney+: Neue Serien und Filme im Mai – was sich lohnt


Nicolas Cage rettet als Superheld New York, und die Bergretter retten uns alle. Was im Mai anläuft und welche Klassiker einen zweiten Blick verdient haben.

Netflix, Amazon Prime, Disney+: Neue Serien und Filme im Mai – was sich lohnt

Kinoerfolge, die endlich im Netz zu sehen sind, TV-Klassiker, die eine neue Staffel bekommen: Jeden Monat fassen wir zusammen, welche Serien und Filme neu bei Netflix und Co. sowie in den Mediatheken zu sehen sind. Der Streamingfahrplan.


Worauf wir uns im Mai freuen

»Etty« (Arte Mediathek)

»Das ist keine Holocaust-Serie«, betont Serienmacher Hagai Levi (»The Affair«) immer wieder. Auch wenn die Grundlage der Serie »Etty« die Tagebücher der jüdischen Intellektuellen Etty Hillesum (1914–1943) sind. Im von Nazis besetzten Amsterdam beginnt die Studentin Etty (Julia Windischbauer) eine Therapie und eine stürmische Liebesbeziehung mit dem älteren Psychoanalytiker Julius Spier (Sebastian Koch). Es ist der Ausgangspunkt eines radikalen inneren Wandels. Levi siedelt Ettys Geschichte jedoch im gegenwärtigen Amsterdam an. Denn: Erzähle man eine Geschichte über den Zweiten Weltkrieg auf altmodische Art, so Levi gegenüber dem US-Magazin Variety , dann verkomme sie zur Anekdote aus der Vergangenheit.

Und so erzählt »Etty« eine Geschichte über etwas sehr Gegenwärtiges: die Suche nach Hoffnung, wenn die Welt hoffnungslos scheint. Die niederländisch-deutsch-französische Produktion feierte in Venedig Premiere und ist ab 13. Mai in der Arte-Mediathek zu sehen.

Sebastian Koch als Julius Spier in der Arte-Serie »Etty«

Sebastian Koch als Julius Spier in der Arte-Serie »Etty«

Foto: Anne Wilk / Mark de Blok / Reiner Bajo / ARTE F

»Propeller One-Way Night Coach« (Apple TV+)

Merkwürdig aus der Zeit gefallen scheint dagegen ein nostalgischer Familienfilm über das Fliegen. Selbigen hat John Travolta gerade gedreht. Es ist sein Regiedebüt und die Verfilmung seines Kinderbuchs. Inspiriert von seiner eigenen Flugleidenschaft, so heißt es. Es scheint ironisch, dass »Propeller One-Way Night Coach« ausgerechnet jetzt in Cannes seine Premiere feiert, während das Kerosin knapp ist und die Weltlage weit entfernt vom Goldenen Zeitalter des Fliegens, in dem die Geschichte spielt. Der junge Flugzeugfan Jeff und seine Mutter begeben sich auf eine Odyssee quer durch die USA bis nach Hollywood. Eine Reise »zwischen Flugzeugmahlzeiten, charmanten Flugbegleiterinnen, unerwarteten Zwischenstopps, schillernden Passagier:innen und aufregenden Einblicken in die First Class« soll das werden. Na ja … Zu sehen ist das bei Apple TV+ ab dem 29. Mai.

»Spider-Noir« mit Nicolas Cage (Prime Video)

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In »Spider-Noir« hat auch der Marvelheld Spiderman seine besten Tage hinter sich. Nicolas Cage ist in der neuen Comicverfilmung ein abgehalfterter Ex-Superheld, der nach einem Unfall das Heldentum an den Nagel gehängt hat und im New York der Dreißigerjahre als Privatdetektiv rauchend in Kneipen sitzt. Alles sehr Film Noir. Wer möchte, kann den Live-Action-Film wahlweise in Farbe oder in Schwarz-Weiß sehen. Ab 27. Mai bei Prime Video.

Szene aus »Spider-Noir«

Szene aus »Spider-Noir«

Foto: Prime Video / Amazon Content Services LLC / AP

»In höchster Not – Bergretter im Einsatz«, Staffel 2 (ARD)

Und dann kehren noch ein paar sehr moderne Superhelden zurück: Der Punz Andi oder Wurm Lukas etwa, ehrenamtliche Helfer der Bergwacht von Ramsau und Grainau. Für »In höchster Not – Bergretter im Einsatz« stattete der Bayerische Rundfunk die Bergwacht monatelang mit Kameras aus. Als Zuschauer flogen wir mit, Tag und Nacht, bei Minusgraden an steilsten Hängen und durch heikle Flugmanöver. Erfahrene Kletterer wurden gerettet, aber eben auch Männer, die dachten, es sei eine gute Idee, mit Jeans und Chucks einen Berg zu besteigen. Die heiklen Manöver und rasanten Rettungsaktionen brachten der BR-Serie eine unerwartete Fancommunity ein. Vielleicht passt das in eine Zeit, in der sich Unfälle am Berg häufen – und die Hoffnung in der Luft hängt, es möge doch irgendjemand mit einem Hubschrauber kommen und uns retten. Nicht nur am Berg. Ab 6. Mai ist die neue Staffel in der ARD-Mediathek abrufbar.

Was im Mai anläuft – die Übersicht


Was sich aktuell lohnt (und was nicht)

»Euphoria«, Staffel 3

Den April zusammenzufassen, ohne Euphoria  zu nennen, würde dem Serienungetüm nicht gerecht werden. Nach fünf Jahren kehrte die düstere HBO-Skandalserie zurück. Statt Highschool-Elend erzählt sie jetzt einen Drogenthriller, ein bisschen Neo-Western, Kritik am Amerika der Gegenwart – und eine Satire über den Verkauf des weiblichen Körpers. »Staubiger Schmuggelplot mit Westernanmutung«, nennt Anja Rützel das. Ihre Rezension zur neuen Staffel lesen Sie hier .

»Half Man« (HBO Max)

Manchmal schwer anzusehen ist auch »Half Man«, die neue Serie von Richard Gadd, jenem schottischen Komiker und Schauspieler, der 2024 mit »Rentierbaby« für Aufsehen sorgte. Die HBO-Produktion ist die düstere Charakterstudie zweier Männer, gespielt von Jamie Bell und Gadd selbst, und ihrer jahrzehntelangen toxischen Beziehung. Ruben (Gadd) ist ein Testosteron-gesteuerter Schlägertyp, Niall (Bell) ist klug, verschüchtert und wehrt sich gegen seine Gefühle für Männer. Gadd zeichnet damit über 40 Jahre hinweg ein düsteres Bild von Männlichkeit, vielschichtig, aber auch sehr schmerzhaft.

Was im April 2026 noch anlief

»Apex« mit Charlize Theron (Netflix)

Survival liegt seit Jahren hoch im Kurs. Im Reality-TV, aber auch in Form von Thrillern wie »Apex«. Im neuesten Film des Isländers Baltasar Kormákur kämpft Charlize Theron gegen einen wahnsinnigen Menschenjäger. Denn natürlich liegt der wahre Schrecken nicht in der Natur, sondern im Menschen. »Wer unter Höhenangst leidet oder angesichts wilder Kamerafahrten durch schäumende Stromschnellen zu Übelkeit neigt, sollte diesen Film meiden«, schreibt SPIEGEL-Redakteur Oliver Kaever. Insgesamt bleibe »Apex« trotz seiner anspruchsvollen Action-Oberfläche jedoch ein völlig harmloser, jeder Prätention unverdächtiger Spaß. Seine ganze Rezension lesen Sie hier .

Charlize Theron in »Apex«

Charlize Theron in »Apex«

Foto: Kane Skennar / Netflix

Streamingtipp aus dem Archiv

»Der Teufel trägt Prada«

Und wir kennen das ja schon: teure Fortsetzungsprojekte im Kino, um die Nostalgie des Publikums finanziell zu melken. Eines der Leuchtfeuer dieses Genres ist die Fortsetzung von »Der Teufel trägt Prada«. Vor 20 Jahren erblickte der erste Teil das Licht der Welt. Die Verfilmung eines Enthüllungsromans war angelehnt an die damalige »Vogue«-Chefin Anna Wintour und legendär besetzt mit Meryl Streep und Anne Hathaway. Unabhängig von der Frage, ob man sich »Der Teufel trägt Prada 2« nun wirklich im Kino ansehen sollte, (die mein Kollege Wolfgang Höbel hier beantwortet ) lohnt sich auf jeden Fall ein Blick aufs Original. Schon allein, um vorbereitet zu sein.

Zu sehen ist »Der Teufel trägt Prada« aktuell bei Disney+ oder zum Kaufen und Leihen bei diversen Anbietern.

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