SpOn 01.01.2026
06:48 Uhr

Netflix, Amazon, Wow (Sky): Neue Serien und Filme im Januar 2026


Die beste und die schlechteste Serie des Jahres, Neues von »Bridgerton« und große Oscarkandidaten: Was im Januar anläuft und welche Klassiker einen zweiten Blick verdient haben.

Netflix, Amazon, Wow (Sky): Neue Serien und Filme im Januar 2026

Kinoerfolge, die endlich im Netz zu sehen sind, TV-Klassiker, die eine neue Staffel bekommen: Jeden Monat fassen wir zusammen, welche Serien und Filme neu bei Netflix und Co. sowie in den Mediatheken zu sehen sind. Der Streamingfahrplan.


Worauf wir uns im Januar freuen

»The Pitt« – auf der neuen Plattform HBO Max

»Lassen Sie uns Leben retten« – das klingt nach einem Satz aus »Grey’s Anatomy« (seit 2005) oder »Emergency Room« (ab 1995). Und auch sonst holt die neue HBO-Serie »The Pitt« das Publikum zurück in die Ära der großen US-Krankenhausserien. Mit Noah Wyle ist sogar ein aus »Emergency Room« bekanntes Gesicht dabei. Doch die Zeiten ändern sich – seit 2005 ist im US-Gesundheitssystem einiges passiert. Jede Episode begleitet eine Stunde einer unterfinanzierten Notaufnahme in Pittsburgh. »The Pitt« ist schneller, intensiver, kritischer als seine Vorgänger. Die Serie wurde bereits mit fünf Emmys prämiert.

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»The Danish Woman« (Arte)

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Ex-Agenten im Ruhestand, die sich noch mal aufraffen? Klingt als Motiv eigentlich auserzählt. Die isländische Serie »The Danish Woman« beweist allerdings das Gegenteil. Irgendwo zwischen Satire und Sozialparabel folgt sie einer dänischen Ex-Agentin. Ditte Jensen (Trine Dyrholm) zieht im Ruhestand nach Reykjavík, wo sie in aller Ruhe Karotten pflanzen möchte. Doch ihr stark ausgeprägter Gerechtigkeitssinn lässt sie nicht los. Als Ordnungshüterin beginnt sie, ihre kleine Nachbarschaft zu verändern – auch mit fragwürdigen Methoden. »Der Zweck heiligt die Mittel«, dieses Mantra habe er von einer neuen Seite beleuchten wollen, erzählte Regisseur Benedikt Erlingsson dem Magazin »Variety «. »Ein bisschen wie internationale Politik, aber in einem Wohngebiet.« Ab 29. Januar ist »The Danish Woman« auf Arte zu sehen.

Oscarkandidat »Die My Love« (Mubi)

Das Jahr startet zudem mit Filmen, die sich 2025 im Kino bereits bewiesen haben. »Die My Love« von Lynne Ramsay (»We Need To Talk About Kevin«) etwa. Der Psychothriller gehört bereits zu den großen Favoriten für die Oscarverleihung im März. Besonders Jennifer Lawrence dürfte auf eine Auszeichnung hoffen. Sie spielt die junge Mutter Grace, die mit ihrem Mann (Robert Pattinson) aus ihrem Hipster-Leben in New York aufs Land zieht. Hier fühlt sie sich zunehmend eingesperrt und entgleist – die Pärchenidylle wird zum Horrortrip. Als furchtlos und verstörend beschreibt SPIEGEL-Autor Andreas Borcholte  die Erzählung über postnatale Depression und Einsamkeit. Ab 23. Januar ist »Die My Love« auf Mubi zu sehen.

Jennifer Lawrence in »Die My Love« (Mubi)

Jennifer Lawrence in »Die My Love« (Mubi)

Foto: Kimberly French / MUBI

Fortsetzungen

Und dann wird uns im Januar abermals Lady Whistledown beehren. Die vierte Staffel »Bridgerton« steht an (und mit ihr dieses Mal das Liebesleben von Benedict Bridgerton im Fokus). Die Netflix-Variante einer Groschenromanreihe wird ab 29. Januar verlässlich für schmachtende Dramedy-Fans und hohe Streamingzahlen sorgen. Es ist nicht die einzige Fortsetzung zum Jahresbeginn. Auch »Shrinking«, »Palm Royale«, »Love is Blind Germany« und »The Rookie« werden fortgesetzt.

Was im Januar anläuft – die Übersicht


Was sich aktuell lohnt (und was nicht)

Schon zu Beginn des Dezembers drehte sich alles um die Fortsetzung von »Stranger Things«, einem der ersten großen Serienhits auf Netflix, der nun zehn Jahre später gerade sein großes Finale bekam. Spoiler wird es an dieser Stelle nicht geben.

Die ARD segnete uns vor Weihnachten unterdessen mit der wohl meistgehassten Serie des Jahres: »Mozart/Mozart« schaffte es sogar, noch miserablere Kritiken zu ernten als Kim Kardashians »All's Fair«. Zurecht? »Die Serie ist tatsächlich dreister, hemmungsloser Schund«, schreibt Wolfgang Höbel . Auch »Ku’damm 77«, die sehnlichst erwartete Fortsetzung der ZDF-Reihe »Ku'Damm«, enttäuschte mit Telenovela-Niveau .

»Train Dreams« (Netflix)

Eine bessere Reise in die Vergangenheit bietet seit Dezember der Film »Train Dreams« auf Netflix. Er holt uns nach Idaho im Sommer 1917 und an die Seite eines einsamen Tagelöhners, der Bäume fällt, die einer Eisenbahn im Weg stehen und verschiedene Schicksalsschläge erlebt. Dabei funktioniert das Drama eher wie ein Gedicht oder eine Bildmeditation. Ungewöhnlich und »zum Heulen schön«, findet SPIEGEL-Redakteur Oliver Kaever. »Train Dreams« zeige das Leben als Traum, den wir nur halb begreifen, in dem wir Schlafwandler bleiben. Seine ganze Rezension lesen Sie hier .

Felicity Jones und Joel Edgerton in »Train Dreams« (Netflix)

Felicity Jones und Joel Edgerton in »Train Dreams« (Netflix)

Foto: Netflix

»F1« mit Brad Pitt (Apple TV+)

»F1« hat es mit viel Action und Tempo in zahlreiche Rankings der »Filme des Jahres« geschafft. Der neue Film des »Top Gun: Maverick«-Regisseurs Joseph Kosinski, mitproduziert von Lewis Hamilton, ist eine Liebeserklärung an den Motorsport. Bildgewaltig und detailverliebt erzählt er die Geschichte eines abgestürzten Ex-Formel-1-Stars (Brad Pitt), der zurückkehrt, um ein chronisch erfolgloses Rennteam zu retten. Eine Art Western auf der Rennstrecke ist das – und ein Action-Trip für Formel-1-Fans und Banausen gleichermaßen. SPIEGEL-Rezensent  Michail Hengstenberg ordnet  ihn in die Kategorie »Alter Sack zeigt allen, wo der Hammer hängt« ein.


Streamingtipp aus dem Archiv

Zwar ist das neue Jahr schon angebrochen, wenn Sie diesen Text lesen, doch einen letzten Silvesterfilm können Sie sich trotzdem noch ansehen:

»Wenn man begriffen hat, dass man den Rest des Lebens mit jemandem verbringen will, dann will man, dass der Rest des Lebens so schnell wie möglich beginnt.«

Na, haben Sie das Zitat erkannt? Es sind natürlich Harrys (Billy Crystal) Worte am Silvesterabend in der Romanze »Harry und Sally«. Als Filmemacher Bob Reiner im Dezember starb, schrieb mein Kollege Andreas Bernard eine wunderbare Hommage an den Film . »Harry und Sally« gehöre zu den wenigen Meisterwerken des Kinos, die beim fünften, achten oder elften Ansehen eher wie ein Musikstück wirken und nicht mehr wie ein Film. Vielleicht, weil das Setting aus Sicht der heutigen Datingwelt fast wie ein Märchen wirkt, so voll mit Zufällen und Leichtigkeit. Der Film ist eines der Herzstücke der damaligen Romcom-Zeit und ein Zeugnis der Neunzigerjahre. »Mit ›Harry und Sally‹ schuf Reiner die vollendete Romcom«, schreibt Bernard. Unter anderem ist der Film bei Prime Video und Apple ausleihbar.

Meg Ryan und Billy Crystal im Romcom-Klassiker »Harry und Sally«

Meg Ryan und Billy Crystal im Romcom-Klassiker »Harry und Sally«

Foto: Everett Collection / IMAGO
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