SpOn 03.12.2025
18:20 Uhr

Netflix, Amazon, Disney+: Neue Serien und Filme im Dezember 2025 – was sich lohnt


George Clooney in der Midlife-Crisis, Miss Sophie vor »Dinner for One« und Emily in Rom: wer oder was im Dezember anläuft und welche Klassiker einen zweiten Blick verdient haben.

Netflix, Amazon, Disney+: Neue Serien und Filme im Dezember 2025 – was sich lohnt

Kinoerfolge, die endlich im Netz zu sehen sind, TV-Klassiker, die eine neue Staffel bekommen: Jeden Monat fassen wir zusammen, welche Serien und Filme neu bei Netflix und Co. sowie in den Mediatheken zu sehen sind. Der Streamingfahrplan.


Worauf wir uns im Dezember freuen

»The same procedure as every year?«: Neben den üblichen Weihnachtsfilmen legen uns die Streamingplattformen erneut hochkarätige Fortsetzungen unter den Tannenbaum, beleben alte Kalauer wieder und holen sich Oscarkandidaten aus dem Kino in ihr Programm.

»Jay Kelly« (Netflix)

George Clooney in »Jay Kelly«: Ein kleines bisschen spielt der Hollywoodschauspieler darin auch sich selbst

George Clooney in »Jay Kelly«: Ein kleines bisschen spielt der Hollywoodschauspieler darin auch sich selbst

Foto: Peter Mountain / Netflix

»Ich hab genug von dem Ganzen«, sagt George Clooney in einer der ersten Szenen von »Jay Kelly«. Er spielt: einen Hollywoodstar, der sich so sehr auf seine Karriere konzentriert hat, dass er keine Zeit für seine zwei Töchter hatte und sich nun einsam und leer fühlt. »Alle meine Erinnerungen sind Filme.« Es folgt ein ungewöhnlicher Roadtrip an der Seite seines Managers (Adam Sandler) und die Suche nach so etwas wie Nähe und echtem Leben.

Von Noah Baumbach, der Clooney diese Rolle auf den Leib geschrieben hat, dürfen wir dabei mehr erwarten als ein plumpes »Hollywoodstars haben auch Gefühle«. Nicht nur »Jay Kelly« aka Clooney aka Hollywood blicken hier in den Spiegel. Es geht auch ein bisschen um den Akt des Spiegelvorhaltens selbst: Wie wir uns wahrnehmen, präsentieren und auf unser Leben blicken. Der »Telegraph« nennt es ein »Midlife-Crisis-Masterpiece«.

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Fortsetzungen, Fortsetzungen, Fortsetzungen

Aber nicht nur die Midlife-Krise alternder Männer kehrt verlässlich zurück, auch der Pumuckl ist wieder da, der Kobold mit dem roten Haar. Hurra? Wie in der ersten Staffel klingt seine Stimme mithilfe von KI wie das Original von Hans Clarin. Und sie kräht wieder durch Floris Werkstatt, dem Neffen von Meister Eder. Die einen fanden das schon in der ersten Staffel hochgradig nervtötend , die anderen herzerwärmend nostalgisch. Ab dem 4. Dezember können Sie sich bei RTL+ selbst eine Meinung bilden.

Wann kommt die nächste Staffel...?

»Asbest«
Staffel 2 ab dem 05.12. in der ARD-Mediathek

»Percy Jackson – Die Serie«
Staffel 2 ab dem 10.12. auf Disney+

»Knives Out«
»Wake Up Dead Man: A Knives Out Mystery«  ab dem 12.12. auf Netflix

»Fallout«
Staffel 2 ab dem 17.12. auf Amazon Prime Video

»Emily in Paris«
Staffel 5 ab dem 18.12. auf Netflix

»Stranger Things«
Staffel 5, Teil 2 ab dem 26.12. auf Netflix
(alles zur fünften Staffel finden Sie hier , ein Quiz zur Serie hier)

»Miss Sophie – Same Procedure As Every Year« (Amazon Prime Video)

Und eine weitere Größe des Familienfernsehens kehrt unerwartet von den Toten zurück: Miss Sophie. Ab Dezember läuft auf Amazon Prime Video tatsächlich ein Prequel zum Silvesterklassiker »Dinner For One« an. Sollten Sie sich also immer gefragt haben, wer denn nun Mr. Pommeroy, Admiral Schneider, Sir Toby oder Mr. Winterbottom waren – in »Miss Sophie – Same Procedure As Every Year« können Sie sich das jetzt ansehen. Zum Leben erweckt von deutschen Schauspielgrößen wie Alicia von Rittberg, Kostja Ullmann, Moritz Bleibtreu und Frederick Lau. Berühmt sind wir Deutschen für unsere Komödien ja leider nicht … zu rechnen ist aber sicherlich mit einigen Kalauern, Klischees – und natürlich einem Tigerkopf. Cheers.

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»The Mastermind« (MUBI)

Die Arthouse-Fraktion kann sich im Dezember vertrauensvoll an Kelly Reichardt wenden. In »The Mastermind« erzählt die US-amerikanische Indie-Regisseurin von einem Kunstraub, der in einer Krise endet. Ein klassischer Heist-Thriller? Nein. Denn es wäre nicht Reichardt, wenn sie das Genre nicht auf den Kopf stellen würde. In »Mastermind« gibt es keinen George Clooney, der als Held einer brillanten Männergruppe den Coup des Jahrhunderts plant. Der arbeitslose Tischler JB Mooney (Josh O’Connor ) ist ein Verlierertyp. Bei seinem schlechten Versuch, Gemälde aus einem lax bewachten Museum zu klauen, gibt es keinen genialen Plan B.

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Reichardt, Künstlerin der Entschleunigung, erzählt diese Tragikomödie mit einem »Sinn für die Dramatik und Skurrilität alltäglicher Situationen«, schreibt Lars-Olav Beier in seiner SPIEGEL-Rezension . »Je länger der Film dauert, desto mehr scheinen sich der Held und sein Land in ihrer Orientierungslosigkeit zu spiegeln.«


Was sich aktuell lohnt (und was nicht)

»Pluribus« (Apple TV+)

In mancherlei Hinsicht ist auch »Pluribus« entschleunigt. Es ist das Gegenteil der prototypischen Postapokalypse Hollywoods. Nach dem Angriff der Aliens wartet hier kein Unglück, sondern kollektives Glück für die überlebende Erdbevölkerung. Man teilt sich ein Bewusstsein, ist gut gelaunt, friedlich, vegan. Nur Carol eben nicht (brillant gespielt von Rhea Seehorn). Das neue Serien-Großwerk von »Breaking Bad«-Erfinder Vince Gilligan macht große philosophische Fragen auf. Es ist aber auch »eine so nie gesehene Feier menschlicher Sturheit«, wie SPIEGEL-Redakteur Oliver Kaever schreibt. Warum, das können Sie in seiner Rezension nachlesen .

»The Chair Company« (Wow/Sky)

Tim Robinson in »The Chair Company«: Ron ist sich sicher, dass er einer Verschwörung auf der Spur ist

Tim Robinson in »The Chair Company«: Ron ist sich sicher, dass er einer Verschwörung auf der Spur ist

Foto: HBO / Sky

In der Comedyserie »The Chair Company« spielen Comedian Tim Robinson und Ex-SNL-Kollege Zach Kanin mit existenziellen Fragen unserer Zeit. Besser gesagt: mit der existenziellen Verunsicherung und Paranoia.

Ron (Tim Robinson) ist ein durchschnittlicher weißer Mittelklassemann. Als nach einer Rede im Büro der Stuhl unter ihm einbricht, verrennt sich der Gedemütigte in eine vermeintliche Bürostuhlhersteller-Verschwörung. Eine gelungene Mischung aus Verschwörungsthriller und Fremdscham-Comedy. »Lustig ist das nur in Grenzen,« heißt es in der SPIEGEL-Rezension . »Dafür spannende, hochinteressante Serienkunst.«

Die große (authentische?) Liebe

Und was darf an Weihnachten natürlich nicht zu kurz kommen? Genau: die Liebe.

Für alle Paare, die sich die Feiertage über besonders gern zanken, gibt es seit einigen Staffeln in der ARD-Mediathek den Therapeuten Eric Hegemann. Behutsam hilft er Paaren, ihre alltäglichen Beziehungsprobleme zu entwirren. »Paartherapie« ist ein bisschen wie Reality-TV – nur in respektvoll.

Das Gegenstück zur klassischen Rom-Com bietet in der Arte-Mediathek wiederum gerade die Serie »Ana und Oscar« aus Spanien. Die titelgebenden Protagonisten lernen sich an Silvester kennen, als sie beide gerade 30 werden. Ihre Liebesgeschichte wird in Jahressprüngen erzählt. Jede der zehn Folgen ist ein Silvester. Ein Spiegel heutiger Beziehungen, der versucht, sie in all ihrer Einfachheit und Komplexität einzufangen.


Streamingtipp aus dem Archiv

»Carol« (2015)

Cate Blanchett in »Carol« (2025)

Cate Blanchett in »Carol« (2025)

Foto: Wilson Webb / dpa / picture alliance

Und so ganz kann dieser Streamingfahrplan nicht enden, ohne Ihnen doch noch einen Weihnachtsklassiker ans Herz zu legen.

»Carol« ist die Geschichte eines lesbischen Paares in den Fünfzigern. Carol (Cate Blanchett), die nach Weihnachtsgeschenken sucht, und die junge Verkäuferin Therese (Rooney Mara) verlieben sich ineinander. Todd Haynes’ Melodrama folgt ihren Blicken, der behutsamen Annäherung zwischen Zigarettenrauch und den Repressionen der Fünfzigerjahre. »Man möchte während der 118 Minuten Laufzeit kaum blinzeln«, schrieb Hannah Pilarczyk zum Kinostart 2015 im SPIEGEL, »läuft man doch Gefahr, eines dieser Bilder zu verpassen.« Ein Rausch von einem Film sei das.

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Patricia Highsmith schrieb 1952 die Romanvorlage unter einem Pseudonym. Aus Angst vor Konsequenzen und weil die Geschichte autobiografische Züge trug. Die Verfilmung von Haynes erschien zwar 2015. Doch auch damals gab es noch Widerstand. »Ich war mir sehr lange sicher, dass dieser Film es niemals ins Kino schaffen wird«, sagte Hauptdarstellerin Cate Blanchett der »SZ . Inzwischen ist »Carol« glücklicherweise auf dem Weg, ein echter Weihnachtsklassiker zu werden – und aktuell etwa auf Joyn oder MUBI streambar.