SpOn 18.11.2025
19:49 Uhr

Nestlé darf umstrittenes Perrier-Wasser weiter vermarkten


Die Nestlé-Marke Perrier ist in einen Skandal um illegal aufbereitetes Mineralwasser verwickelt. Französische Verbraucherschützer wollten deshalb gegen das Unternehmen vorgehen. Ein Gericht lehnte einen entsprechenden Antrag ab.

Nestlé darf umstrittenes Perrier-Wasser weiter vermarkten

Im Streit um seine französische Wassermarke Perrier hat der Lebensmittelkonzern Nestlé einen juristischen Erfolg erzielt. Ein französisches Gericht lehnte den Antrag einer Verbraucherorganisation ab, das Mineralwasser vom Markt zu nehmen.

Diese hatte eine einstweilige Verfügung beantragt und Nestlé irreführende Werbung vorgeworfen. Demnach würde Perrier als »natürliches« Mineralwasser beworben, aber mit nicht genehmigten Verfahren behandelt werden, so die Verbraucherorganisation UFC-Que Choisir.

Nun entschieden die Richter: Es gebe nicht genug Beweise für ein drängendes Gesundheitsrisiko oder eine eindeutige Rechtsverletzung, die es rechtfertigen würden, das Produkt vom Markt zu nehmen.

Enthüllung unerlaubter Praxis

Die Gerichtsentscheidung ist der jüngste Schritt in einem Skandal um illegal aufbereitetes Mineralwasser. Französische Medien hatten im vergangenen Jahr aufgedeckt, dass Perrier und andere Hersteller ihr Wasser unerlaubt behandelt hatten, um Verunreinigungen zu verhindern. Eine Untersuchung des französischen Senats kam im Mai zu dem Ergebnis, dass die Regierung die Praktiken jahrelang vertuscht hatte.

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Nestlé hat die frühere Praxis bedauert und die Behandlungen nach eigenen Angaben eingestellt. Stattdessen setzt der Konzern nun auf eine Mikrofiltration. Die Verbraucherschützer argumentieren jedoch, auch dieses Verfahren sei nicht genehmigt und deute auf ein potenzielles Gesundheitsrisiko hin.

atr/Reuters